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Vernichtende Kritiken für "September Eleven 1683"

17.10.2012 | 10:28 |   (DiePresse.com)

Die polnisch-italienische Produktion über die Schlacht am Kahlenberg sei "ekelhaft anti-islamisch". Der Streifen soll in 50 Ländern in die Kinos kommen.

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Ein historischer Streifen sorgt derzeit in Polen für Aufregung. Der polnisch-italienischen Produktion "September Eleven 1683" (auf polnisch "Bitwa pod Wiedniem", wörtlich übersetzt "Schlacht vor Wien") über die Schlacht am Kahlenberg 1683 werden neben unecht wirkenden Kampfszenen und historischen Fehler auch Anti-Islamismus vorgeworfen.

"Nicht einmal mehr lächerlich"

Die Zeitung Gazeta Prawna schreibt: Der Film "wirkt nicht einmal mehr lächerlich, sondern ruft nur Mitleid hervor", die Schauspieler würden in ihren Rollen "vergeudet". "Wenn König Jan Sobieski gewusst hätte, wie er in diesem Film dargestellt wird, wäre er bestimmt zu Hause bei seiner Maria geblieben", urteilt die Zeitschrift "Polityka". Der Film von Regisseur Renzo Martinelli Regie habe zu viele digitale Effekte, "die an die Grafik von schlechten Computerspielen erinnern", schreibt das Magazin weiters.

"Bollwerk des Christentums"

Für Polen hat die Schlacht am Kahlenberg besondere Bedeutung. Durch den Erfolg der Armee von König Jan Sobieski III. stellten polnische Denker im 19. Jahrhundert ihre Nation als "Bollwerk des Christentums" dar - eine Charakterisierung, die bis heute nachwirkt. Die Rezensenten bemängeln, dass die Ereignisse durch eine wundersame Beziehung zwischen dem italienischen Kapuziner-Mönch Marco d'Aviano (gespielt von F. Murray Abraham), Berater von Kaiser Leopold I., und dem osmanischen Wesir Kara Mustafa (Enrico Lo Verso) erzählt werden - obwohl diese keinen Einfluss auf die Handlung habe. Die Rolle von Jan Sobieski (Jerzy Skolimowski) trete da in den Hintergrund. Der einzige Lichtblick sei Abraham, der den Mönch "fantastisch" spiele, merkt die Zeitung "Rzeczpospolita" an.

Unentschuldbare Fehler

Als unentschuldbar stellen die Medien die historischen Fehler des Films dar. Sie berichten über ein polnisches Wappen von 1927, das in einer Szene zu sehen ist - und den Hirtenstab des verstorbenen Papstes Johannes Paul II., der immer wieder auftaucht. Den Kritikern missfällt auch, dass die polnischen Figuren und Schauspieler wenig Platz einnehmen - und dann nur wenig schmeichelhaft erscheinen. So wirke Sobieski "arrogant", schreibt "Polityka". Die polnischen Leinwandstars Daniel Olbrychski (General Marcin Kazimierz Katski) und Borys Szylc (Hetman Mikolaj Sieniawski) hätten so gut wie nichts tun, die ehemalige Lebensgefährtin von Colin Farell, Alicja Bachleda-Curus (als Eleonore von Österreich), werde darauf reduziert, "hübsch auszusehen".

"Ekelhaft anti-islamisch"

Der "Gazeta Prawna" zufolge sei der Streifen darüber hinaus noch "ekelhaft antiislamisch". So werde das Datum 11. September immer wieder genannt, obwohl die Schlacht am 11. und 12. September stattgefunden habe - nur, um einen Zusammenhang zum islamistischen Terrorismus herzustellen, so der Rezensent der Zeitung.

Die Kritik, auch auf Plattformen wie Facebook, wurde so massiv, dass sich Produzent Alessandro Leone in einem offenen Brief zu Wort meldete. Viele Rezensionen seien ihm zufolge "ungerecht und erniedrigend". Er müsse die Schauspieler verteidigen, die "die große Kunst ihres Könnens" aufgeboten hätten.

"Polen als starkes Land"

Ziel des Films, der am 12. Oktober in Polen angelaufen ist, sei es gewesen, "Polen als starkes, modernes und positives Land darzustellen, das nicht in seiner Rolle als Opfer des Zweiten Weltkrieges gefangen ist". Leone kündigte den Verleih der 12 Millionen Euro teuren Produktion ins Ausland an, nach Informationen polnischer Medien soll er in 50 Ländern in die Kinos kommen.

Link zum offiziellen Trailer: "September Eleven 1683".

(APA)

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62 Kommentare
 
12
Gast: ja
18.10.2012 18:40
0 0

Gut so

Ich hoffe, die Polen helfen uns wieder....

tal der wölfe ansehen

dann mund halten

Antworten Gast: schlÄchter
18.10.2012 08:05
3 0

Re: tal der wölfe ansehen

sg wikkingerhäuptling!
oder "fethi 1493", der erfolgreichste türkische monnumentalfilm über die eroberung konstaninopels 1453 "als sieg des islam über das christentum"...
mfg
s.

Gast: chefinspektor1
17.10.2012 21:16
8 2

Freude kommt auf

Endlich wird dieses wichtige Thema verfilmt, freue mich schon auf den Kinobesuch + DVD!

Dieses Datum duerfen wir in Oesterreich nie vergessen!

Gast: netzwerker5
17.10.2012 19:52
12 0

wer darf noch was?

Wenn einmal die Erwähnung geschichtlicher Fakten zu Proteststürmen führen, dann darf vielleicht der Begriff: Meinungsdiktatur in Erinnerung gerufen werden. Wenn Europa auch diesbezüglich sein Erbe entsorgen muss, dürfte Sarrazin mit seinem Aufregerbuch doch Recht gehabt haben. Es allerhöchste Zeit für eine Grundsatzdiskussion. Auch Buschkowsky`s Buch liefert zahlreiche Impulse für dieses Thema. Die Themensammlung für Kurz wird länger.

9 1

Re: wer darf noch was?

Sarrazin hat ja recht. Er ist nur etwas unhöflich in seiner Direktheit.

genau deswegen wird er von der wissenschaft ja auch so "gelobt".

in ihren augen hat jeder recht, der ihre meinung vertritt. auch wenn es sich um banalen, einfach widerlegbaren schwachsinn handelt.

4 0

Re: genau deswegen wird er von der wissenschaft ja auch so "gelobt".

Widerlegen Sie einfach Sarrazin. Sie bekommen dafür sicher den Pulitzer-Preis. Außer linientreues Gekeife habe ich bislang nichts gehört.

Gast: kürzliches
17.10.2012 19:30
9 0

zur erinnerung an sept 2012

Türkei: "EU wird uns anflehen beizutreten"
19.09.2012 | 06:26 | (DiePresse.com)
Wir werden die Europäer weiterhin ärgern. Es gibt Menschen, die wollen die EU in einen Christen-Club verwandeln und die Türkei draußen halten. Das lassen wir uns nicht gefallen." Zitatende.
Ekelhaft anti-islamisch? Ekelhaft anti-christlich!


Antworten Gast: schlÄchter
18.10.2012 12:55
0 0

Re: zur erinnerung an sept 2012

sg kürliches!
wobei der türkische minister, der diese aussagen tätigte völlig verkennt, dass in europa schon längst eine postchristliche gesellschaft - mit neuen irrungen - entstanden ist.

die gräben zw. dem teils schon radikal-säkularen (wobei die chritl. wurzeln des säkularismnus und der aufklärung vergessen werden) westeurop. gesellschaft und dem zunehmend wieder religiös wiedererwachten orient, aber auch orthodoxen bereich und selbst dem zunehmend wider radikal hindusitischen indien und selbst den tiefgottgläubigen usa tiefer werden.

mfg
s.

ging es hier nicht ursächlich um einen film?


2 1

Re: zur erinnerung an sept 2012

Ja, ich habe es nicht vergessen. Was die Türkei allerdings die EU angeht, erschließt sich mir nicht.

ekelhaft und anti-islamisch?



das heißt es gibt freikarten für uns presse-abonennten! das ist genau das richtige für uns!

Gast: Bedenker
17.10.2012 18:31
8 2

Hätten,

ja hätten die Türken 1863 gewonnen, hätten wir heute keine Debatte um den Islamismus in Europa.

Und ein ganz anderer Film würde die Leistungen Kara Mustafas in den Mittelpunkt stellen.

4 1

Re: Hätten,

Wenn meine Oma ein Autobus wäre, hätte sie Räder.

ob der Film gut ist oder nicht ...

... Hauptsache er regt zum Denken an!

Re: ob der Film gut ist oder nicht ...

das mag für sie wirklich eine neue erfahrung sein...der rest der menschheit hat das vielleicht weniger notwendig als sie.

Und, wer von euch hat den Film gesehen? ;)

Das Forum bejubelt einen Film, den es gar nicht kennt und der allen Kritiken zufolge ziemlich schlecht ist, nur weil es ohne Ausnahme alles, was irgendjemand „rassistisch“ nennt, liebt. Kranke Welt...

Den 11.September zu unterstreichen ist "ekelhaft antiislamisch"

Klar doch. Und islamophob. Alles was nicht den Islam lobt ist antiislamisch.

Bald gehts wieder mit den Beleidigungen und Entschuldigungen los.

Antworten Gast: österreichbesucher
17.10.2012 19:35
4 0

Re: Den 11.September zu unterstreichen ist "ekelhaft antiislamisch"

Aus einem Pressebeeitrag von 19.09.2012 | 06:26 |
Türkischer Wirtschaftsminister Zafer Caglayan:
"Wir werden die Europäer weiterhin ärgern. Es gibt Menschen, die wollen die EU in einen Christen-Club verwandeln und die Türkei draußen halten. Das lassen wir uns nicht gefallen."


Gast: gast1984
17.10.2012 16:30
11 2

Pflichtfilm! Wann werden die Schulklassen ins Kino geschickt?


Re: Pflichtfilm! Wann werden die Schulklassen ins Kino geschickt?

Viele Schueler wuerden diesen Film allerdings als tief beleidigend empfinden ...

Re: Pflichtfilm! Wann werden die Schulklassen ins Kino geschickt?

LOL :D

18 2

Die Verteidiger Wiens waren auch so ekelhaft -

so ganz ohne Willkommenskultur.

7 1

Re: Die Verteidiger Wiens waren auch so ekelhaft -

:-)

Gast: Kommentar senden
17.10.2012 15:55
15 1

Wenn unsere Rosabrillenträger schäumen muss der Film sehenswert sein

und was historizität betrifft, bei Hollywoodschinken scheint das nie ein Thema zu sein, zb Königreich der Himmel, oder andere (zumindest aus historischer Perspektive) Machwerke.

Das einzige was erfreulich ist, die Menge der "Brillenträger" nimmt mehr und mehr ab, hoffentlich nicht zu spät.

P.S: Was soll eigentlich anti-islamisch sein? Warum ist das so schlecht? Ich dachte hier herrscht Meinungsfreiheit?

oder wird demnächst auch Antifaschismus verboten?

 
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