Tarkowskij-Archiv kehrt nach Russland zurück

Lange war Andreij Tarkowskij geschmäht, heute gilt er als einer der wichtigsten russischen Regisseure. Nun hat die Provinz Iwanowo sein Archiv ersteigert - und stach Lars von Trier aus.

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TarkowskijArchiv kehrt nach Russland
Symbolbild – (c) BilderBox com (Erwin Wodicka BilderBox com)

26 Jahre nach dem Tod des sowjetischen Regisseurs Andrej Tarkowskij kehrt sein Archiv nach Russland zurück. In einem dramatischen Bieterwettstreit habe die Regierung der Provinz Iwanowo am Mittwoch die einzigartige Sammlung für fast zwei Millionen Euro - das 15-fache des Schätzpreises - ersteigert, teilte das Auktionshaus Sotheby's in London am Mittwoch mit. Gouverneur Michail Men sagte, dass das Werk des zu Sowjetzeiten geächteten Tarkowskij (1932-1986) zum Nationalerbe Russlands gehöre. Zu den bekanntesten Filmen des Regisseurs gehören "Iwans Kindheit" und "Stalker". 

Das Archiv werde dem als Museum geöffneten Geburtshaus von Tarkowski in Jurewez rund 240 Kilometer nordöstlich von Moskau übergeben. Tarkowskij galt als der bedeutendste russische Regisseur nach Sergej Eisenstein ("Panzerkreuzer Potemkin"). Wo sich das Archiv zuvor befand, wurde nicht bekannt.

Die Sammlung werde beim Filmfest Serkalo (Spiegel) Juni 2013 gezeigt, sagte Men der Agentur Interfax. Unter den Bietern sei auch der dänische Regisseur Lars von Trier ausgestochen worden. Der Kauf für 1,5 Millionen Pfund sei mit dem Kulturministerium in Moskau abgestimmt worden, sagte Men. Das Geld stamme von Spenden gesellschaftlicher Organisationen und Geschäftsleuten.

Der Sotheby's-Experte Stephen Roe sprach in London von einem "historischen Kauf in der Geschichte des Kinos". Unter den Exponaten seien Belege für Tarkowskijs Kampf um Anerkennung in der Sowjetunion. Unter den tausenden Seiten Papier des in Paris gestorbenen Filmemachers gebe es auch Manuskripte sowie Fotos.

(APA/dpa)

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