Satire mit Österreich-Nostalgiker ist Filmhit in Italien

02.01.2013 | 11:22 |   (DiePresse.com)

Der Komiker Antonio Albanese spielt einen venezianischen Sezessionisten, der vom Anschluss an Österreich träumt und Franz-Joseph-Uniform trägt.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Eine groteske Polit-Farce über drei Möchtern-Poitiker, darunter einen venezianischen Sezessionisten und k.u.k.-Nostalgiker ist in der Weihnachtszeit zum Filmhit in Italien geworden. "Tutto tutto, niente niente", ein Nonsens-Titel, den man etwa mit "Alles alles, nichts nichts" übersetzen kann, heißt die grelle Italo-Groteske des Regisseurs Giulio Manfredonia über die Geschmacklosigkeit des italienischen Politzirkus. Der Komiker Antonio Albanese spielt darin drei schillernde Figuren mit politischen Ambitionen. Eine davon ist der rechtsextreme Rodolfo Favaretto, der vom Anschluss Venetiens an Österreich träumt.

Mit Gleichgesinnten arbeitet der stets in Trachten gekleidete Favaretto an einem Referendum für die Unabhängigkeit Venetiens und organisiert Kämpfer für die Sezession. Das Leben des fremdenfeindlichen Lokalpolitikers, der bei den letzten Wahlen um ein Haar den Einzug ins Parlament verfehlt hat, ändert sich radikal, als unerwartet ein Sitz in der italienischen Abgeordnetenkammer frei wird und er als Deputierter nach Rom ziehen kann.

"Ich bin ein Wiener!"

Im Parlament schockt Favaretto die Kollegen mit seiner separatistischen Propaganda. Vor der Abgeordnetenkammer kämpft er für den Bau einer Schnellstraße, die seinen kleinen Heimatort im Herzen Venetiens direkt über Udine mit Wien verbinden soll.

Seine Ansprachen hält Favaretto in strengem venezianischem Dialekt und in einer Franz-Joseph-Uniform. Vor seinen geschockten Kollegen kündigt er auf Deutsch an: "Ich bin ein Wiener!" Im Parlament lernt Favaretto zwei weitere schrille Figuren kennen, die wie er frisch dorthin eingezogen sind: Den mafiösen Kalabresen Cetto Laqualunque und Frengo Stoppani aus Apulien, die ebenfalls von Albanese gespielt werden.

"Italien lacht über eigene politische Krise"

Seit dem Kinostart Mitte Dezember hat der Film über sechs Millionen Euro eingespielt. Die Politfarce liefert ein Spiegelbild realer italienischer Polit-Verhältnisse. "Wir haben im Film sowohl lächerliche als auch beunruhigende Aspekte des italienischen Polit-Zirkus dargestellt", kommentierte Albanese. "Italien lacht sich über die eigene politische Krise kaputt", kommentierten italienische Medien.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden