60 Jahre Bruce Willis: Kult mit ''Stirb Langsam''

Auch Actionhelden werden alt. Am 10. März feierte Chuck Norris seinen 75er, am 19. März wird ein anderer 60. Gemeint ist Bruce Willis. Der in Deutschland geborene Sohn eines US-Soldaten und einer Hessin spielte in unzähligen Filmen mit. In einigen Werken - wie in "Pulp Fiction" oder "Twelve Monkeys" - zeigte er sein schauspielerisches Talent.

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Am Anfang seiner Karriere gewann er für die Hauptrolle in der Krimi-Comedy-Serie "Das Model und der Schnüffler" einen Emmy sowie einen Golden Globe.

Auch "Goldene Himbeeren" sammelte er: Willis erhielt die Anti-Preise für "Armaggedon", "Mercury Rising" und "The Siege".

Seine Paraderolle war aber John McClane in den "Stirb Langsam"-Filmen:

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1988 verkörperte Bruce Willis erstmals den zähen New Yorker Polizisten mit Vorliebe zu gerippten Unterleibchen, Zigarettenkonsum und Patriotismus, aber auch Selbstironie und dadaistischem Fluchen ("Yippie ki yay, Motherfucker", zu Deutsch "Yippie ki yay, Schweinebacke").

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Stirb Langsam (1988), Regie: John McTiernan

Was beim Wiedersehen mit Teil eins, der kurz und knapp "Die Hard" betitelt ist, auffällt, ist vor allem die Jugend des Hauptdarstellers: Darin zählte Bruce Willis gerade mal 33 Lenze. Vorher trat der US-Mime in Fernseheserien wie "Miami Vice" und "Roseanne" und eben in "Das Model und der Schnüffler" ("Moonlighting") auf.

Die One-Man-Show wurde zum Kassenschlager: Der 28 Millionen teure Action-Streifen spielte rund 140 Millionen Dollar ein.

Seine erste Mission als John McClane spielt ausgerechnet zu Weihnachten: Der New Yorker Cop besucht in L.A. seine Frau bei einer Firmenparty im (fiktiven) Nakatomi Plaza. Just an diesem Abend planen ostdeutsche Terroristen, angeführt von Hans Gruber (Alan Rickman) in besagtem Hochhaus eine Geiselnahme.(c) Centfox Home Entertainment

"Die Hard" gilt als bester Film der Reihe. DiePresse.com schließt sich diesem Urteil an: Er ist brutal, schlagfertig, unterhaltsam. Der ostdeutsche "Charme" der Terroristen kommt im englischsprachigen Original besser zu Geltung.(c) ORF ( )

Stirb Langsam 2 (1990), Regie: Renny Harlin

1990 folgte das Sequel "Die Hard 2: Die Harder" (auf Deutsch schlichtweg "Stirb Langsam 2"). Wieder verbringt der inzwischen landesweit bekannte Polizist die Weihnachtstage nicht zuhause.(c) ORF ( )

Ein korrupter Offizier besetzt samt Söldnertruppe den Washingtoner Flughafen und fordert die Freilassung eines Diktators (Franco Nero). Im dichten Schneetreiben stellt sich der unverwüstbare Cop den zahlenmäßig übermächtigen Gegnern.

Unvergesslich: Willis schießt sich per Schleudersitz aus einem Flugzeug, ehe es explodiert.

Fazit: Teil zwei der Action-Saga ist "more of the same", an den Kinokassen ist das mediokre Sequel aber erfolgreich (240 Millionen Dollar Einspielergebnis).

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Stirb Langsam: Jetzt erst recht (1995), Regie: John McTiernan

Fünf weitere Jahre vergingen, ehe der dritte Teil "Die Hard with a Vengeance " in die Kinos kam. Bruce Willis bekam erstmals einen Partner: Samuel L. Jackson, mit dem er ein Jahr zuvor in "Pulp Fiction" zu sehen war. Ein weiteres Novum: Die Handlung spielt nicht mehr in der Weihnachts-, sondern in der Sommerzeit und erstmals in New York.

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Jackson mimt Zeus, Besitzer eines Kleingeschäfts in Harlem, der zunächst unfreiwillig zu McClanes Kompagnon im Kampf gegen den Schurken Simon Peter Gruber (gespielt von Jeremy Irons) wird. Dieser will seinen in Teil eins verstorbenen Bruder Hans rächen und veranstaltet aus diesem Grund eine rasante Schnitzeljagd.(c) centfox

Conclusio: Der dritte Teil punktet durch Spannung, Samuel L. Jackson und Irons, der einen perfiden Gegenspieler abgibt. Einspielergebnis: 366 Millionen US-Dollar.

Im Bild: "Die Hard 3"-Premiere mit Willis' ehemaliger Ehefrau Demi Moore.(c) Mark Cardwell Reuters

Stirb Langsam 4.0 (2007), Regie: Len Wiseman

Ganze zwölf Jahre später kehrte Bruce Willis als in die Jahre gekommener John McClane auf die Leinwand zurück. In "Live Free or Die Hard" kämpft der NYPD-Cop in der Hauptstadt Washington gegen Cyber-Terroristen.(c) centfox

Ausgerechnet der junge Hacker Matthews, gespielt von Justin Long ("Galaxy Quest"), steht dem analog veranlagten Polizisten zur Seite.

Im Bild: Long, Willis und Maggie Q, die die Terroristin Mai Linh spielte c EPA Kimimasa Mayama

Oldschool trifft New School. Der digitale Aspekt verleiht "Die Hard" eine Frischzellenkur. Amüsante Nerd-Momente löst die gemeinsame Szene mit Hacker Warlock ("Clerks"-Macher Kevin Smith) in dessen Geek-Keller aus. Die 110 Millionen Dollar Produktionskosten lohnen sich: Teil vier spielt mehr als 380 Millionen Dollar ein.(c) centfox

Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben (2013), Regie: John Moore

Der Familienbezug darf in den "Stirb Langsam"-Filmen nicht fehlen. In Teil eins und zwei ist McClanes (Noch-)Ehefrau Holly Gennero im Mittelpunkt, in Part vier ist es Tochter Lucy. Im bislang letzten Film der Reihe - "Ein guter Tag zum Sterben" - mimte Jai Courtney (bekannt aus "Jack Reacher", Mitte) McClanes Sohn.(c) centfox

In "Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben" (im Original: "A Good Day to Die Hard"), dem fünften Film der Saga, fliegt John McClane nach Russland, um seinen Sohn aus dem Gefängnis zu befreien. Was im Film nach Moskau aussieht, ist in Wahrheit Budapest. Auch am Hungaroring, der Formel-eins-Strecke, wurde gedreht. Das ist freilich nicht der größte Kritikpunkt: Die Story ist dumpf und reich an Klischees. Der mit Abstand schlechteste Film der Reihe. An den Kinokasssen war er dennoch erfolgreich.

"Stirb Langsam" geht weiter. Bruce Willis wird mindestens noch einmal den unverwüstlichen Cop mimen. Derzeit wird am sechsten Film der Reihe gearbeitet, der die Vorgeschichte erzählen soll.

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