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Technik-Pionier Ray Dolby gestorben

Ray Dolby
Ray Dolby / Bild: EPA 

Der Techniker Ray Dolby hat die Wiedergabe durch Lautsprecher revolutioniert und erfand den Surround-Sound. Er wurde 80 Jahre alt.

 (DiePresse.com)

Der Raumklang-Pionier Ray Dolby, ohne dessen Technologien das moderne Kino undenkbar wäre, ist tot. Dolby sei nach schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren in seinem Haus in San Francisco gestorben, teilte seine Firma am Donnerstag mit. Der Erfinder des Surround-Sounds litt schon mehrere Jahre an Alzheimer. Im Juli wurde Leukämie diagnostiziert.

"Wir haben heute einen Freund, einen Mentor und einen echten Visionär verloren", erklärte der Chef von Dolby Laboratories, Kevin Yeaman.

"Dolby Surround Sound"

Dolby hatte die Firma 1965 gegründet. Zu seinen wichtigsten Innovationen gehören der Raumklang durch Nutzung mehrerer Lautsprecher sowie Filter zur Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen. Für ihre Technologie wurden der Ingenieur und seine Firma mit zehn Oscars und 13 Emmy Awards ausgezeichnet.

"Ray Dolby hat die Firma gegründet in dem Bestreben, Werte durch Innovation zu schaffen", erklärte die Firma. Er sei davon überzeugt gewesen, dass "große Dinge" vollbracht werden könnten, wenn man in Menschen investiere und ihnen das Werkzeug für erfolgreiche Arbeit gebe. "Rays Ideale werden weiterhin eine Quelle der Inspiration und Motivation für uns alle sein", erklärte die Firma.

"Mein Vater war ein aufmerksamer, geduldiger und liebevoller Mann, der stets das Richtige tun wollte, egal, ob bei seinen Geschäften, bei der Philanthropie oder als Ehemann und Vater", sagte sein Sohn David Dolby, der der Firmenspitze angehört. "Unsere Familie ist sehr stolz auf seine Errungenschaften und Führungsqualitäten. Er wird schmerzhaft vermisst werden, aber sein Erbe aus Innovationen wird bestehen bleiben."

Entwickelte Videokassetten-Aufnahmegerät

Ray Dolby besuchte die High School in San Francisco und studierte an der Universität Stanford. Anschließend begann er bei der Firma Ampex, für die er die Elektronik des ersten benutzerfreundlichen Videokassetten-Aufnahmegeräts entwickelte.

Mit Anfang 30 gründete er in London seine eigene Firma und widmete sich der Entwicklung von Audio-Technologien, die Einzug in die besten Aufnahmestudios hielten. In den 1970er-Jahren trugen Kassettenrekorder mehrerer Hersteller das Logo Dolby. Später widmete sich der Ingenieur verstärkt dem Kino-Sound.

Atmos war seine letzte Erfindung

Dolby hielt mehr als 50 Patente. Seine letzte Erfindung war das System Atmos, das Befehle an einzelne Lautsprecher aussendet, so dass Geräusche wie Regentropfen oder Fußstapfen so klingen, als kämen sie von verschiedenen Stellen im Kino.

Nach der Pleite des Kodak-Konzerns erreichte Dolby im vergangenen Jahr die Umbenennung des Kodak Theatres in Los Angeles, in dem die jährliche Oscar-Verleihung stattfindet, in Dolby Theatre. Ein entsprechender Vertrag war im vergangenen Jahr für zunächst 20 Jahre geschlossen worden.

(APA/dpa)

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