Schauspieler Maximilian Schell gestorben

Schell ist in der Nacht auf Samstag im Klinikum Innsbruck "an der Folge einer plötzlichen und schweren Erkrankung" verstorben.

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Der Oscar-Preisträger Maximilian Schell ist tot. Der weltbekannte, in Wien geborene Schauspieler ist in der Nacht auf Samstag im Klinikum Innsbruck "an der Folge einer plötzlichen und schweren Erkrankung verstorben". Das  teilte seine Agentin Patricia Baumbauer am Samstag mit.

Maximilian Schell ist erst am Dienstag aus dem Krankenhaus in St. Johann in Tirol entlassen worden, in das er laut Medienberichten wegen einer Lungenentzündung eingeliefert worden war. Der 83-Jährige war am 18. Jänner in einem Kitzbüheler Hotel zusammengebrochen. Der Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor war für ZDF-Dreharbeiten in Kitzbühel.

Nicht vielen gebürtigen Österreichern steht der Beiname "Weltstar" zu, doch er durfte ihn mit Fug und Recht führen: Maximilian Schell, der seinen Durchbruch in Hollywood feierte, am New Yorker Broadway und in London auf der Bühne stand und Anerkennung als Film- und Opernregisseur fand. Schell hatte 1962 den Oscar für seine Rolle in "Das Urteil von Nürnberg" erhalten.

Der Sohn des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Noe von Nordberg war der erste deutschsprachige Schauspieler nach dem Zweiten Weltkrieg, dem diese Ehre zuteil wurde.

Maximilian Schell: Vom ''jungen Wilden'' zum ''Fürsten''

Bruder von Maria Schell

Doch bevor er sechsmal für den Oscar nominiert wurde, zahlreiche Auszeichnungen gewann und auf den Bühnen, Leinwänden sowie Fernsehbildschirmen Europas und der USA zu sehen war, sah man in ihm nur eines: den "kleinen Bruder" der großen Schauspielerin Maria Schell.

2002 ließ er sich nach 17 Ehejahren, aus der die einzige Tochter Nastassja hervorging, von der russischen Schauspielerin Natalja Andreitschenko scheiden, seit 2008 war er mit der deutschen Opernsängerin Iva Mihanovic liiert, die er im Jahr 2013 schließlich heiratete.

Maximilian Schell im Kurzporträt

1930: geboren am 8. Dezember als Sohn eines Künstlerpaares in Wien.

1952: Schauspieler und Regisseur in Basel.

1955: Filmdebüt in "Kinder, Mütter und ein General".

1958: Schell an der Seite von Marlon Brando und Montgomery Clift erstmals in Hollywood: "The Young Lions" (Die jungen Löwen).

1962: Oscar für die Rolle des Verteidigers in Stanley Kramers "Das Urteil von Nürnberg" (1961).

1963: In Gustaf Gründgens legendärer Inszenierung am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg spielt Schell den "Hamlet".

1974: Golden Globe für seine Regiearbeit "Der Fußgänger".

1984: Filmdokumentation über Marlene Dietrich.

1986: Heirat mit der russischen Schauspielerin Natalja Andreitschenko. Aus der Ehe geht Tochter Nastassja hervor.

2002: Mit "Meine Schwester Maria" dreht Schell ein sehr persönliches Filmporträt über Maria Schell.

2002: Er gibt die Trennung von seiner Ehefrau bekannt.

2006: Hauptdarsteller in Arthur Millers "Resurrection Blues" in London. Regie: Robert Altman.

2009: "Bambi" für sein Lebenswerk.

2013: Heirat mit der fast 50 Jahre jüngeren Sopranistin Iva Mihanovic.

 

 

(APA/Red.)

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