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Animationsfilm: Shrek lässt nach

19.06.2007 | 18:39 |  MARKUS KEUSCHNIGG (Die Presse)

Beim dritten Mal grüner Sumpf-Oger zeigen sich formal wie inhaltlich Schwächen. Den US-Amerikanern hat's dennoch gefallen: Der Film erzielte seit seinem Start im Mai ein Rekordeinspielergebnis.

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Man kommt nicht umhin, wehmütig an die Kapriolen der britischen Komikertruppe Monty Python zu denken, wenn in Shrek der Dritte zu Beginn zwei Kokosnusshälften Hufgeklapper simulieren. Doch der legendäre Schmäh verkümmert im referenzwütigen Animationsfilm zur Fußnote, schon Sekunden später lauert das nächste Zitat.

Es ist beinahe mutig, dass der Synchronsprecher und nunmehrige Regisseur Chris Miller – der wohl nur an anderer Stelle getroffene Entscheidungen in die Tat umsetzen durfte – mit solch einer direkten Gegenüberstellung zweier Humorqualitäten eröffnet: auf der einen Seite die originäre Spaß-Leistung aus Die Ritter der Kokosnuss, auf der anderen Seite deren Ironisierung in einer Bricolage.


„Weit Weit Weg“ in den grünen Pranken

Nach dem (ungeschriebenen) Seriengesetz sollte eine Fortsetzung zumindest die bereits eingeführten Charaktere vertiefend beschreiben: Sumpf-Oger Shrek (im Original: Mike Myers) muss nach dem Ableben von König Harold (gesprochen von Monty Python-Mitglied John Cleese) die Geschicke von dessen Reich „Weit Weit Weg“ in die grünen Pranken nehmen. Da sich der Tollpatsch jedoch vor so viel Verantwortung fürchtet, macht er sich mit Freunden auf die Suche nach dem nächsten in der Thronfolge: der Pechvogel Artie (Justin Timberlake) kann sein Glück kaum fassen.

Währenddessen planen die vereinigten Bösewichter des Königreichs unter der Führung von Prince Charming (passt: Rupert Everett) einen Staatsstreich, den nur die kampfbereite Prinzessinnentruppe samt Shreks geliebter Fiona (Cameron Diaz) abwenden kann. Mit dem Scheiden von Andrew Adamson – der derweil an den Narnia-Chroniken filmt – aus dem Regie-Stuhl verliert die Reihe ihren einzigen Pluspunkt: Die ersten beiden Filme vermochten durch ihre teilweise dynamische Inszenierung und einen allfällig gelungenen Rhythmusschnitt das eklatante Ideenloch zu kaschieren, in Shrek der Dritte zerbröseln dem Regisseur aufgrund grober Inszenierungsschwäche selbst die sicheren Wuchteln zwischen den Fingern. Das digitale Abenteuer hangelt sich unter konstantem Augenzwinkern an einer Veralberung der bekannten Märchenwelten entlang, doch ist diese Opposition nicht nur fad, sondern auch gelogen: Shreks Anarchie führt schnurstracks zur Gründung einer monströsen Kernfamilie.

Den US-Amerikanern hat's gefallen: Der Film erzielte seit seinem Start im Mai ein Rekordeinspielergebnis. Neben dem bereits gesicherten vierten Teil arbeitet das Studio an einer halbstündigen Weihnachtssendung für das Fernsehen und einem Filmableger für die Figur des „Gestiefelten Kater“.

ZU DEN STIMMEN

Im englischen Originalton spricht Mike Myers (Austin Powers) die Hauptrolle, John Cleese ist König Harold, Justin Timberlake spricht Artie, Rupert Everett gibt Prince Charming, Cameron Diaz die Fiona.

In der deutschen Synchronisation sind immerhin Sascha Hehn als Shrek und Esther Schweins als Fiona zu hören.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2007)

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