Kennen Sie die Doku „Park Fiction“ über die autonome Hamburger Szene? Oder haben Sie schon einmal etwas von „tricky women“, dem einzigen ausschließlich weiblichen Animationsfilm-Festival, gehört? Um solchen Randerscheinungen der Filmszene, die in der kommerziellen Vermarktung nie eine Chance gehabt hätten, eine Nische zu bieten, hat Agnes Peschta im vergangenen Mai einen DVD-Verleih im Museumsquartier eröffnet.
Und mehr als eine Nische ist es tatsächlich nicht. Trotz des geringen Raumangebots im Quartier 21 bietet das „fs21“ („fs“ als Andenken an die Zeit, in der die ORF-Sender noch FS1 und FS2 hießen) eine beeindruckende Produktpalette: Von Raritäten wie den oben genannten Dokus und Kunstfilmen bis zu US-Blockbustern wie „Fight Club“ reicht das Angebot. Generell dürfte der Verleih aber das einzige Geschäft sein, das sein Angebot nicht erweitern, sondern einschränken will: Die US-Filme sollen nach und nach aus dem Programm genommen werden, wenn mehr europäische und österreichische Produktionen verfügbar sind. „Bei denen ist die rechtliche Lage aber oft unklar“, erklärt die 29-jährige Peschta, warum sie nicht von Anfang an nur heimische Filme anbietet.
DVD-Player zum Verleih
Als zusätzliche Motivation, an lauen Frühlings- und Sommerabenden eine DVD auszuleihen, bietet fs21 (gegen drei Euro und eine Kaution) auch gleich tragbare DVD-Player an. Damit sollen sich die Kunden dann auf einen Enzi oder in eines der zahlreichen Cafés des MQ zurückziehen und dort ganz entspannt genießen können.
Weil fs21 als Verein organisiert ist, gilt es zunächst eine Jahresmitgliedschaft für fünf Euro zu erwerben, bevor man sich ins Filmvergnügen stürzen kann. Einzelne DVDs kosten 2,80 Euro pro Tag – oder nur zwei, wenn man sie noch am selben Tag zurückgibt.
fs21 Videothek im MQ
Geöffnet: Di - So, 15 - 20 Uhr
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2008)
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