Der neue Streifen von "Borat"-Regisseur Larry Charles löst in Italien Proteste aus. Ultraorthodoxe katholische Verbände haben dort einen Feldzug gegen den US-Film "Religulous" begonnen. Sie rissen Werbeplakate des stark religionskritischen Films weg oder beschrifteten sie mit dem Slogan "Kein Atheismus". Auf dem Werbeplakat des Films sind drei Affen mit den Symbolen der drei monotheistischen Religionen zu sehen. Dem Streifen geht es darum zu zeigen, dass alle Probleme der Welt von der Religion abhängen. Darauf spielt auch der Titel "Religulous" an - er ist zusammengesetzt aus "religious" (religiös) und "ridiculous" (lächerlich).
Hauptfigur ist der Komiker Bill Maher, der in seiner Heimat mit der TV-Show "Politically Incorrect" bekannt geworden ist. "Ich wollte einen lustigen Dokumentarfilm machen. Es gibt nichts lächerlicheres als die alten mythologischen Geschichten, die heute noch in Form der Religion überleben. Dieser Film ist extrem lustig, es sei denn, man ist religiös, in diesem Fall könnte man diesen Film nicht schätzen", erklärte er. Auch Regisseur Larry Charles ließ sich von den Protesten in Italien nicht beeindrucken. "Ich danke den Nachfolgern der Inquisition für ihre Werbung für den Film", sagte Charles.
Atheisten empört
Der Präsident des Verbands der italienischen Atheisten, Raffaele Carcano, ist hingegen empört - von dem Feldzug der Ultraorthodoxen. "Die Kampagne der Ultra-Katholiken ist eine schwerwiegende Verletzung der Meinungsfreiheit. Es scheint normal, dass man nicht von Atheismus sprechen darf, weil man nicht mit der katholischen Kirche in Konkurrenz treten darf, die immer mehr an Konsens verliert", sagte Carcano.
Der Streifen kommt kommende Woche in die italienischen Kinos. Starttermin für Österreich ist der 2. April.
(APA/Red. )
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