24.05.2012 19:06 | Meine Presse Merkliste 0

"Terminator: Die Erlösung" - Die Zukunft heilt

04.06.2009 | 15:23 |  von Sarah Vianney (Die Presse - Schaufenster)

Die ätherische Bryce Dallas Howard spielt in "Terminator: die Erlösung". Im Interview erklärt sie, wie ihr die Apokalypse geholfen hat.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bryce Dallas Howard ist eine absolute Rarität. Feuerrote Haare, grün-blaue ausdrucksvolle Augen, exzentrische Eigenarten, die Woody Allen stolz machen würden. Howard trinkt nicht, verbringt ihre Zeit damit, lederloses Schuhwerk zu finden, ihren kleinen Sohn zu versorgen und als kleine Entspannung nebenbei einen Roman über Quantenphysik zu schreiben. Zumindest helfen diese Aktivitäten der 28-jährigen gebürtigen Kalifornierin, aus der Sonne zu bleiben, die sie in jedem Fall meidet.

Als Tochter einer Autorin und des erfolgreichen Regisseurs Ron Howard („Illuminati“, „Apollo 13“) könnte man meinen, dass der Pfad ins Rampenlicht und die Filmwelt prädestiniert war – und dass Bryce der Einstieg wesentlich vereinfacht wurde. „Rund um mich nahmen viele an, dass ich in die Fußstapfen meiner Eltern treten würde. Oder zumindest meinen Lebensunterhalt in irgendeiner Form in der Filmwelt verdienen würde. Meine persönliche Form von Rebellion war es, zu behaupten, dass ich Anthropologie oder Jus studieren werde! Und ich habe es auch wirklich versucht, weil mich all diese Annahmen rund um mich wirklich nervten. Aber mein Fantasieleben war immer viel stärker als mein
reales Leben, und das war ein ziemlich starkes Zeichen dafür, dass ich für ein künstlerisches Leben gebaut bin. Aber ich selbst konnte das erst so mit 17, 18 zugeben.“

Bryce Dallas Howard beantwortet jede Frage völlig offen, erzählt von ihrer Kindheit abseits der glamourösen Filmwelt ihrer Eltern, von ihren Problemen mit ihrem Körper am „Terminator“-Set so kurz nach der Geburt ihres Sohnes Theodore, von ihren eigenen Unsicherheiten und ihrer Tendenz zum Strebertum. Und trotzdem weiß man fast nichts über dieses Jungtalent. Möglicherweise liegt das an ihrem Ansatz zur Schauspielerei: „Eine Lektion, die ich gelernt habe, ist, dass wir lange wirklich zufriedenstellende Karrieren haben können. Bis zum Tag, an dem wir sterben. Aber das bedeutet auch, dass es Momente geben wird, in denen wir uns als Versager fühlen oder enttäuscht sind und nicht an unsere Arbeit glauben. Ich habe gelernt, dass du einfach nicht aufgeben darfst. Das bedeutet, dass du weitermachst, noch mehr Druck dahintersetzt. Und vielleicht kommst du gerade dank dieses Gefühls des Versagens deinem ultimativen Ziel näher. Die Position, in der ich mich beruflich befinde, ist unglaublich angsteinflößend für mich – aber das ist eine gute Sache!“

Gelernt ist gelernt. Keine Alkoholskandale, keine spannenden Liebesgeschichten, nicht einmal ein kleiner Baby-Shoppingtrip in ein Dritte-Welt-Land. Talent, nicht Familienkontakte oder Partyexzesse, hat Howard eine Rolle in einem der großen Sommerblockbuster, „Terminator Salvation“, eingebracht – trotz geringer Filmerfahrung. Denn bevor sie in M. Night Shyamalans Gruselfilm „The Village“ ihre erste Filmrolle annahm, hat Bryce Dallas Howard ihr erlerntes Handwerk in der New Yorker Theaterwelt ausgeübt. „Für mich als Künstlerin ist es wichtig, dass ich an Filmen mitarbeite, die man einfach nicht ignorieren kann. Die Reaktion des Publikums ist mir, ehrlich gesagt, völlig gleichgültig. Solange die Werke selbst deutlich sichtbar sind.“

Und sichtbar, das ist „Terminator Salvation“, die vierte Folge der Terminator-Serie, mit Sicherheit. Bryce spielt da die hochschwangere Kate Connor, Ehefrau des ewig verfolgten Widerstandskämpfers John Connor (Christian Bale). Wesentlich düsterer als seine Vorgänger, ist dieser Terminator die apokalyptische Vison einer von Robotern überrannten Welt in der nahen Zukunft.

Das Gute an der Apokalypse. Trotzdem hatte der pessimistische Actionfilm sein Gutes für Howard: „Der Dreh war für mich persönlich kathartisch. Meine Faszination für die Apokalypse hatte nach der Geburt meines Sohnes einen leicht paranoiden Ton angenommen. Plötzlich war ich so angsterfüllt, was die Zukunft angeht. Und aus irgendeinem Grund hat mir dieser Film durch all das hindurchgeholfen. Denn obwohl es eine wirklich schlimme Situation ist, kämpfen diese Leute weiter, sie geben nicht auf.

Und Kate Connor, die Frau, die ich spiele, ist schwanger, sie trägt also wortwörtlich die Hoffnung für eine bessere Zukunft in sich. Ich bin sehr froh, dass ich mich durch diese Ängste arbeiten konnte, und mein Therapeut ist derselben Meinung.“
Es half auch, dass Bryce Dallas (übrigens so benannt nach der texanischen Stadt, in der sie gezeugt wurde) immer schon Science-Fiction-Fan war – und besonders der Terminator-Serie. Einziger Wermutstropfen für sie: dass sie ihre Geschicklichkeit mit Maschinengewehren im Film nicht unter Beweis stellen durfte.

In ihrer eigenen Zukunft stehen für Howard die Zeichen nicht auf Apokalypse: Sie ist geradezu geschaffen für eine wandelbare Karriere ohne lästiges Klatschblattgeraschel in ihrem Privatleben. Selbst die Hochzeit mit ihrem langjährigen Partner, dem Schauspieler Seth Gabel, schaffte es in keines der einschlägigen Blätter. Und Howards nächstes großes Projekt? Das wird „Iron Man 3“. Na eben. Wir haben die Zukunft gesehen, und sie sieht gut aus.

TIPP
Terminator: Die Erlösung ab 5. 6. im Kino

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen