Der Schauspieler David Carradine, legendär vor allem als Star der TV-Serie "Kung Fu" sowie für seinen Auftritt in Quentin Tarantinos Zweiteiler Kill Bill, ist tot in seinem Hotelzimmer in Bangkok aufgefunden worden.
Der 72-Jährige starb Mittwochabend oder Donnerstagmorgen, Details wollte die US-Botschaft in Thailand aus Rücksicht auf die Familie des Toten nicht bekannt geben. Die Zeitung „The Nation“ berief sich auf Polizeiquellen: Der Schauspieler habe sich erhängt, der Kommentar von Carradines persönlichem Manager: „Schockierend. David war voller Leben, immer arbeitswütig.“
David Carradine wurde am 8. Dezember 1936 in Hollywood in eine Schauspielerdynastie geboren: Vater John Carradine war ein legendärer Charakterdarsteller, mehrere von Davids Geschwistern wurden auch Akteure (bekannt: der jüngere Bruder Keith), ebenso zwei der Töchter aus David Carradines insgesamt fünf Ehen. Carradine hatte Musik studiert, bevor er auf der Bühne seine Berufung fand, 1963 bekam er seine ersten TV-Rollen, 1964 folgte der erste Kinoauftritt.
Im Fernsehen spielte Carradine auch seine Kultrolle: Den Wushu praktizierenden Shaolin-Mönch Kwai Chang Caine aus „Kung Fu“; auf das Kampfkunstimage griff Quentin Tarantino bewusst zurück, als er Carradine 2003 zum Comeback als Titelheld der Kill Bill-Filme verhalf. Abseits solcher Assoziationen war Carradines unverwechselbares, kantiges Gesicht in über 100 Filmen und Serien zu sehen. Der charismatische Charakterkopf spielte für Meisterregisseure wie Martin Scorsese (Die Faust der Rebellen, 1972) oder Ingmar Bergman (Das Schlangenei, 1977), seine Darstellung des Folksängers Woody Guthrie in Dieses Land ist mein Land trug ihm 1976 eine von vier Golden-Globe-Nominierungen ein.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2009)

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