24.05.2012 19:18 | Meine Presse Merkliste 0

"Inglorious Basterds": Tarantino, Trash & Triumph

19.08.2009 | 18:33 |  CHRISTOPH HUBER (Die Presse)

Quentin Tarantinos infantil-intellektuelle Weltkriegsfantasie ist irgendwie genial, irgendwie idiotisch - und sehr geschwätzig. Als Unterhaltung bietet Inglourious Basterds schräge Fantasy und amoralisches Amüsement.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Operation Kino. Das ist der Titel des vierten Kapitels von Quentin Tarantinos Weltkriegsepos Inglourious Basterds und – im Film selbst – der Name einer Mission, die den Verlauf der Geschichte ändern soll: ein Attentat auf die Führungsriege des NS-Regimes, Hitler inklusive, bei einer Filmpremiere in Paris.

Aber die eigentliche Operation Kino, das ist natürlich Inglourious Basterds selbst: Tarantino, der notorische Filmbesessene, treibt hier seine notorische Filmbesessenheit noch ein Stück weiter – das Böse wird einfach vom Kino besiegt. (Das merkwürdige Bekenntnis zur Cinephilie ist rührend buchstäblich: Einer der zwei Bombenpläne gegen Hitler wird sogar durch die Entzündung leicht entflammbarer alter Nitratfilme herbeigeführt, mit einer erklärenden Abschweifung des Erzählers zum Thema.) Als Idee ist es irgendwie genial und irgendwie idiotisch, wie vieles an diesem widersprüchlichen Entertainment – das die Begabung und Vorlieben seines Schöpfers schlagend demonstriert, im Guten wie im Schlechten.

Als Unterhaltung bietet Inglourious Basterds schräge Fantasy und amoralisches Amüsement – also die Quintessenz von Hollywood, obwohl Tarantino gewohnt genüsslich mit einigen Faustregeln der Traumfabrik bricht: So wird in der Originalversion mehr Deutsch und Französisch gesprochen als Englisch, was viele sprachspielerische Kabinettstücke ermöglicht (die Synchronfassung ruiniert einige unweigerlich wieder, weil auch das Englische auf Deutsch übersetzt ist). Die Dialoge, Tarantinos Markenzeichen, sind zwar wieder bis zum Exzess überdehnt, aber teilweise natürlich brillant. Der Enthusiasmus der Schauspieler ist ansteckend. Ohne dass besonders Aufhebens darum gemacht wird, gibt es formal radikale Experimente: Etwa, dass dieser zweieinhalb Stunden lange Film aus erstaunlich wenigen Szenen besteht, der Großteil davon klaustrophobische, doppelbödige Wortwechsel in Innenräumen – nicht eben, was man mit den „dirty war movies“ wie Das dreckige Dutzend und seinen Nachfolgern assoziiert, die hier deutlich Pate standen.

Ein Euro-Nachzügler dieser Kriegsfilmwelle (Enzo G. Castellaris Reißer Inglorious Bastards von 1978) wird von Tarantinos Titel verballhornt, mit typischer orthografischer Unbekümmertheit (hier liegt Hitlers Privatresidenz in „Burstich Garden“) – aber ein Genre ist diesem Regisseur nie genug: Als pralles postmodernes Pastiche und als Übung in übertriebenem Filmwissen ist das Resultat so faszinierend wie anstrengend. Die Geschwätzigkeit, die man Tarantinos ausgedehnten Dialogen vorwirft, hat längst sein ganzes Kino erfasst: Noch die hintersten Bildwinkel und beiläufigsten Zwischentöne sind mit Verweisen vollgestopft – auch dann, wenn sie herzlich wenig bringen. Der Teenager in Tarantino ist hier genauso wenig zu übersehen wie bei seinem notorischen Hang zum brutalen Cartoon und dem Grundkonzept des Films. Aber ein Teil von Tarantinos Kunst ist es, seine kindischen und fachidiotischen Fantasien unweigerlich bis zur Zweischneidigkeit zu übersteigern.

 

Brillante Bosheit: Christoph Waltz

So beginnt dieser kuriose Kriegsfilm als Märchen und Italowestern: „Es war einmal im Nazi-besetzten Frankreich...“ heißt das erste der fünf Kapitel frei nach Sergio Leone, dessen Westernklassiker Spiel mir das Lied vom Tod als Modell dient, um – in Echtzeit – den wirklichen Star vorzustellen: einen SS-Oberst namens Hans Landa, brillant verkörpert vom (dafür in Cannes verdient ausgezeichneten) Österreicher Christoph Waltz. Sein bodenständiges Gegenüber schlägt er mit augenzwinkernder Bonhomie und elegantem Geschwätz in seinen Bann, bevor er seine ganze Bosheit offenbart. Und nebenbei die Konventionalität, die Inglourious Basterds allem Einfallsreichtum (und großmäuligen Versicherungen aller Beteiligten) zum Trotz doch auch bedient. Landa ist die amüsanteste Kreation des Films – und doch nur die charismatische Variante eines Hollywood-Klischees: der glamouröse Nazi.

Ein langes und (wörtlich) doppelbödiges Gespräch, dann abrupte Gewalt: Die Eröffnungsszene spielt das Inszenierungsprinzip des Films virtuos durch, jedes weitere Kapitel variiert es anders (und weniger gelungen – in der Fabulierfreude geht die Dichte verloren). Als Heldin entpuppt sich eine französische Jüdin (Mélanie Laurent), die Landas Massaker überlebt hat und jenes Kino betreibt, in das Hitler (Martin Wuttke) und Goebbels (Sylvester Groth) zur Premiere eines Propagandafilms kommen. Da wollen auch die Basterds des Titels zuschlagen, die – eines von vielen Irreführungsmanövern – hier (samt dem nominellen Star Brad Pitt als Anführer) nur Nebenfiguren sind: eine jüdische Spezialeinheit, die mit „Apache-Taktiken“ wie Skalpieren die Nazis terrorisiert.

 

Debatte über extreme Rachefantasie

Tarantinos Erfüllung einer extremen jüdischen Wunsch- und Rachefantasie hat in Amerika eine interessante Debatte ausgelöst: Der renommierte US-israelische Journalist Jeffrey Goldberg hat beschrieben, wie er erst begeistert davon war, dann ein schlechtes Gewissen bekam. Härter war die Abrechnung des jüdischen Autors Daniel Mendelssohn in „Newsweek“, der Tarantino vorwarf, im Wesentlichen die Juden zu Nazis zu machen – Mendelssohn selbst macht in seinem sonst lesenswerten Argument allerdings keinen Unterschied zwischen Rache und -fantasie, zwischen Akt und Wunsch.

Was angesichts von Tarantinos Operation Kino wiederum etwas kurz greift: Inglourious Basterds ist weniger Historienfilm als Alternativwelt-Science-Fiction und in seiner fröhlichen Unverfrorenheit ergiebiger als zahllose der rezenten „respektablen“ Filme über den Holocaust, auch da, wo er scheitert. Es ist so befreiend wie irritierend, wenn Tarantino unbekümmert so viel Gegensätzliches in einen Topf wirft, dass man sich den Brechungseffekten nicht entziehen kann: zugleich intellektuelles Konzeptkino und infantile Klamotte, absonderliche Triumphfantasie und abartiger Trash. Ob das so eine ruhmreiche Leistung ist, wie Tarantino & Co. behaupten, sei dahingestellt, aber herausgekommen ist jedenfalls ein beeindruckender Bastard von einem Film.

ZUR PERSON

Quentin Tarantino (*1963 in Knoxville, Tennessee) wurde für seine ersten Spielfilme „Reservoir Dogs“ (1992) und „Pulp Fiction“ (1994) als Wunderkind gefeiert. Sein cooler Stil, formal originell und voll mit Filmzitaten, machte ihn zum enorm einflussreichen Regiestar. Weitere Spielfilme: „Jackie Brown“ (1997), der Zweiteiler „Kill Bill“ (2003/4) und „Death Proof“ (2007). „Inglourious Basterds“ kommt am Freitag in die Kinos.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2009)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

36 Kommentare
 
1 2
Gast: Anette
19.09.2009 20:03
0 0

ganu bestimmt nicht noch mal

ich, als eingeschworener Brad Pitt Fan wollte mir das nicht entgehen lassen, und wäre fast nach der Hälfte aus dem Kino, was ich noch nie gemacht habe. Seit wann darf man die entsetzliche Gewalt während des Naziregimes verherrlichen??? Oder auch nur so derb verzerren? Das ist nicht witzig und braucht auch nicht überzogen zu werden! Abgesehen davon war Brad's schauspielerische Leistung lausig! Ein unglaublich schlechter Film! Ich werde keinen Film mehr von Tarantino anschauen, der eine war schon zu viel! SCHLECHTES KINO!

Antworten Gast: Jo
24.08.2010 16:51
0 0

Re: ganu bestimmt nicht noch mal

Wenn du das nicht verstehst, musst du wohl weiterhin Standard-Hollywood-Produktionen gucken.

Gast: Einfacher Soldat
26.08.2009 13:37
0 0

Hollywood

Hab ihn gestern gesehen - ganz ohne jegliche Erwartungen und er hat mir sehr gut gefallen.

Was manche hier wohl nicht ganz verstehen: Es ist ein FIlm, ein Hollywoodfilm der ständig auf andere FIlmgenre und Epochen anspielt, genau so wie auf für Tarantino typische Klischees und Fantasien die sich mancher ganz geheim im Hinterkopf ausmalt, aber nie wagen würde jemandem zu präsentieren.

Ja, er ist pervers, brutal, provokant, trashig und total überzogen und das soll er auch sein und ja, es macht SPASS!

Um an so etwas Spass zu haben sollte man seinen intellektuellen Anspruch und moralische Bedenken mal lieber schön zu Hause lassen, das ist ein dummer Denkfehler von Leuten, die bei so einem Film damit ankommen, die sind da definitiv auf der falschen Party..

Und man braucht eben dieses spezielle Verständnis für Tarantinoschen Humor und den klassischen Tarantino-Spannungsbogen der immer wieder aufgebaut wird.
Also: Humor einschalten, Kritiksucht abschalten - dann hat man viel Spass dabei

Und wie heisst es so schön - Kann man über Hitler lachen? Nein!!! Man moss !!



Antworten Gast: schlÄchter
26.08.2009 18:00
0 0

Re: Hollywood

sg soldat!
sehe es ähnlich. hane es auch unten schon gepostet: der film-insb. die brutale baseball-hinrichtungsszene am kriegsgefangenen wehrmachtssoldaten oder die schießerei im keller bei der die sympathsiochen feiernden soldaten miterschossen werden - sind durchaus zum nachdenken geeignet. die "inglorous basters" oder die deutsche verräterin kommen dabei doch alles andere als sympathisch/bewundersnwert zur geltung - im gegenteil.

ebenso steht dem primitivling raine der kluge und überlegene landa gegenüber - übrigens sowieso ist letzterer jene person die den film in wahrheit prägt. nur die jüdische widerständlerin, deren paln ja klappt, handelt auf gleicher "überlegneer" ebene.

guter film, voll mit gewohnten tarantino-filmzitaten, super soundtrack, tolle darsteller (bes. waltz) kluge handlung - nur hitler war viel zu überzeichnet dargestellt. habe bruno ganz im untergang überzeugender empfunden - und musste dort über den wutausbruch wirklich - wenn auch schockiert ob seiner genialität - lachen. tarantinos hitler war dagegen einfach zu oberflächlich dargestellt. aber vergleiche hinken meist - wie auch der meine.

ja- siehaben völlig recht:über hitler soll/muss man inder tat auch lachen können und es tatsächlich tun.

schönen abend noch
mfg
s.

Gast: Condor
25.08.2009 12:54
0 0

Müll

Was für ein erbärmlicher Film. Wie erbärmlich muß ein deutscher oder österreichischer Schauspieler sein sich derart bei einem US Psychopaten wie Tarantino anzubiedern nur um eine Rolle zu bekommen. Sich jede Jacke anzieht die einem gereicht wird. Mit Aussanhme von Till Schweiger der hier wenigstens Standhaftigkeit bewiesen hat und nur den "JUDEN" spielen wollte und das auch nur deshalb, um gute Punkte in dem ebenso verkommenen von Juden dominierten Hollywood zu machen. Wie klein und heuchlerisch doch manche Leute sind.
Der Film taugt nicht einmal als Satire. Ohne Hirn, ohne Geist in Dialogen, nur pervers und brutalst durch die Szenen weg zeigt er uns hier nur den kranken Geist Hollywoods und deren Geldgeber und das Gesicht Amerikas wie es immer war. Tarantinos Rechnung geht leider auf. Nun, da er so viel für die JUDEN getan hat, wird jeder jüdische Produzent ihm in Hollywood alles verzeihen und ihm jeden weiteren Film finanzieren den sein gestörtes von Drogen vollgesogenes Gehirn auszudenken vermag. Ein römischer Zirkus unterster Schublade.
In Deutschland wo diese perversen zur reinen Belustigung und zur Schaustellung gestellten Szenen der Tötung von deutschen Wehrmachtsangehörigen die alle samt lt. US Vorstellung ja NAZIS waren, obwohl wir ja alle wissen , daß sich zur Uniform unter Hitler keiner freiwillig meldete, dieser Film dennoch überhaupt besprochen wird und vom Publikum, nämlich jenen jungen Deutschen die hier zusehen sollen, wie Ihre Ur - Großväter oder Großväte

Antworten Gast: Bo
24.08.2010 16:54
0 0

Re: Müll

Heulsuse.

Gast: Minou
25.08.2009 09:58
0 0

Emotionen

Ich fand den Film äußerst gelungen, obwohl ich ihn mir ursprünglich nicht ansehen wollte.

Tatsächlich ist er reichlich brutal - das ist dann die Zeit, wo ich eventuell nicht ganz genau hinschaue.

ABER die Dialoge, das Diabolische und die Spannung, die in einem äußerst langen aber nicht langatmigen Film gezeigt werden, ist wirklich sensationell. Auch diese Verlogenheit ist so toll dargestellt, dass einem der Atem immer wieder stockt.

Die Darsteller allen voran C. Waltz aber ebenso "der Bauer", "die Französin" und viele weitere sind (bis auf D. Kruger - entsetzlich!) absolut grandios gewesen.

Ich denke, dass ein Alternativszenario des 2. WK durchaus Berechtigung hat. Erst recht wenn es so wie hier teils recht kritisch umgesetzt ist.


Gast: Markus Hohnholz
24.08.2009 17:08
1 0

Armes Deutschland

Dieser Film ist eine absolute Geschichtsvergewaltigung und ein Schlag ins Gesicht unserer Väter und Großväter.
Mit welcher Rechtfertigung werden hier Gräueltaten an der deutschen Wehrmacht verharmlost und als Heldentaten dargestellt? Siegerjustiz nach 65 Jahren?
Und dieser Film der eine ganze Nation, nämlich uns, namentlich und vor der gesamten Weltöffentlichkeit in den Schmutz zieht wird von diversen deutschen Filmförderfonds noch mit ca. 7 Mio Euro gefördert. Armes Hollywood! Armes Deutschland!

Antworten Gast: schlÄchter
26.08.2009 17:52
0 0

Re: Armes Deutschland

sg herr hohnholz!

nunmal langsam: es handelt sich hier um einen film, der alleine schon durchs überraschende ende nicht historische wahrheit in anspruch nimmt: ähnlich sergio leones western, die sicher pate gestanden haben und reichlich zitiert werden.
greuel gab es im wkII genug, die szene mit der brutalen "baseballschläger-hinrichtung" ist durchaus realistisch: partisanen- aber auch partisanenbekämpfungsmethoden waren an grausamkeit gegenüber (kriegs-)gefangenen oder geiseln kaum zu überbieten.
die amerikanischen "inglorious basterds" kommen hier doch wirklich alles andere als sympathisch rüber ?

ebenso das gemetzel an den feiernden, an sich sehr sympathischen deurtschen durchschnittssoldaten in der kellerbar - auch hier sind die soldaten nicht bloß anonymes nazi-schlachtvieh!

überhaupt stehen die ganzen akteure - mit ausnahme der jüdischen widerständlerin, deren plan ja aufgeht - auf gleicher -blutrünstiger ebene und büßen dafür bzw. nur die anführer überleben (raine und landa!)

dem garusamen primitivling raine (bitt) wird der gebildete/kuge - im grunde überlegene landa (raines plan ginge ohne seine unterstützung nicht auf!) gegengestellt.

nein, als nachkomme deutscher/öst. wk-soldaten fühle ich meine vorfahren nicht in den schmutz gezogen.

es war ein recht unterhaltsamer action-film, der auch zum nachdenken anregt und handwerklich perfekt umgesetzt war.
nehmen sies locker - es ist ein film!

freue mich auf die nächsten "tarantino"!

mfg
s.

Antworten Gast: Gast
25.08.2009 10:24
0 0

Re: Armes Deutschland

Da hat wohl jemand selbst noch nicht mit der deutschen Vergangenheit abgeschlossen, was?

Antworten Antworten Gast: Markus Hohnholz
25.08.2009 19:50
0 0

Re: Re: Armes Deutschland

Ich schon, ich hab den Film ja nicht gemacht. Stell Dir einmal die umgekehrte Variante vor, was die Amis machen würden? Soldaten gibt es auch heute, in allen Ländern, allerdings werden diese respektiert. Der Film verstößt normalerweise gegen § 131 StGB

Gast: michael gärtner
23.08.2009 22:15
1 0

nie wieder tarantino, nie mehr, nie mehr

dieser film ist bodenlos schlecht in seiner konzeption und der regieführung. tarantino hat sich für mich disqualifiziert. nicht alles bekloppte ist gleich kunst. die schauspielerische leistung der truppe in allen ehren, aber dieser film war eine absolute katastrophe. offenbar hat sich tarantino mit einer crew aus jasagern umgeben, denn so ungezügelt hat nab seine perversionen bislang nicht zu sehen bekommen. schade um die mühe der filmschaffenden, schade um das geld für die eintrittskarte

Gast: Gerhard Strzizek
23.08.2009 13:03
0 0

Inglorious Basterds: Tarantino, Trash&Triumph

Der gute Christoph Huber hat mit diesem Artikel seinem Ruf als Dampf-Plauderer wieder alle Ehre gemacht!
Meine Hochachtung!
GS

Gast: kw
23.08.2009 03:18
1 0

das war's

Bin gerade aus dem Kino gekommen und versuche meine Freunde und mich selbst vom gemeinsamen Gruppenkotzen abzuhalten.
Gewalt in einem "Kriegsfilm" ist ja berechtigt, nur sollte diese etwas aussagen. Hier zum Beispiel nur "3 Kings". In diesem Machwerk verstehe ich allerdings nicht warum die einschlagenden Kugeln / Baseballschläger / Messer SO real verfilmt werden mussten. Wäre es ein Videospiel, wäre die Gewaltdiskussion erstens sofort losgebrochen und zeitens mehr als berechtigt bzw. das Spiel auf dem Index gelandet.
Wahrscheinlich verstehe ich die "Kunst" in diesem "Film" nicht. Will uns Tarantino sagen, dass die Genfer Konvention in der Realität nicht zählt? Wer brutaler ist gewinnt? Der Böse kommt nicht immer unbeschadet durch? Rache wird bestraft?
Was auch immer - mir ist schleierhaft warum dazu diese Bilder nötig waren. Kill Bill hätte mich warnen sollen.

Was definitiv gut ist:
Der Spannungsaufbau ist gelungen.
Die Rolle vom Judenjäger wird exzellent durch Waltz verköpert, der mit den Opfern (das Publikum??) spielt wie die Katze mit der Maus.

Für mich bedeutet der Film nur eines: nie wieder Tarantino - egal wie gut die Schauspieler sein mögen.

Antworten Gast: inglourious basterd
31.08.2009 21:21
0 0

Re: das war's

mein grossvater war auch nazi aber ich habs trotzdem genossen endlich zu sehen wie sie abgeschlachtet wurde!

abrechnung nennt sich das

hu hu jetzt bin ich genauso krank wie tarantino

Gast: Balduin Hugo
21.08.2009 14:28
0 0

beginn ok - zum ende hin mager

Ich habe mir den Film gestern im Original angesehen und war zu Beginn positiv überrascht. Es wird wert auf Dialoge gelegt und auch wenn öfter mal zu lange mit der Kamera draufgehalten wird, es ist teilweise lustig und spannend. Später jedoch (ab der Kellerszene) wird es immer wirklichkeitsfremder und ergießt sich in einem erbärmlichen Gewaltexzess im Kino. Gewalt ist ok - manches jedoch ist einfach unerträglich und wird als "das ist halt so im Krieg" abgetan.
Die Schauspieler: Brad Pitt: erst später eingefügt? jedenfalls eine unnötige Rolle, die er als Gegenspieler Landa¿s nicht ausfüllen kann.
Christop Waltz: erbaulich, eine gute Besetzung der die deutsche Selbstherrlichkeit und österreichische Vorteilssucht gut verkörpert,
Mélanie Laurent: eine eher farblose Rolle, der sie versucht Farbe zu geben - phasenweise leider schwach. Die übrigen bösen Buben auf beiden Seiten ziemlich schwach mit einer kleinen Rolle für Till Schwaiger, die er erstaunlich gekonnt in Szene setzt.
Insgesamt also ein Film den man nicht im Kino sehen muss. Der Unterschied zu anderen Tarantino Filmen?-> Während bei Reservoir Dogs bei der Ohrabschneideszene dezent weggeblendet wird, um dann das Ergebnis zu zeigen, wird nunmehr stur draufgehalten.
Das ist so ähnlich wie wenn zwei Frischverliebte nackt zur ersten Verabredung gehen - die Spannung ist weg und man lässt sich nicht auf Gedankenspiele ein.

Gast: ed wood
21.08.2009 12:25
0 0

was ist der unterschied zwischen diesem exploitationfilm und einem porno?

keiner:
beide genres brauchen nur eine rahmenhandlung um zur sache zu kommen.
hier gewalt dort sex. dazu benötigt man nur noch eine handlung in der es sich vortrefflich als zuschauer hineinversetzen läßt. wär möchte nicht nazis schlachten?
das wirklich obszöne ist diese "geschichtsverwendung", für den eigentlichen sinn des film als bloßes gewaltspektalel.
einfach schwach.

Gast: Dresdner
21.08.2009 09:47
0 0

Ich würd auch gerne so ähnliche Filme drehen ...


... zB über amerikanische Bomberpiloten, die hinter den Linien abgestürzt sind ... ist das erlaubt oder wie ist das mit der freiheit bei uns?

ichmeine
21.08.2009 08:04
0 0

Mit Kill Bill (und da soll es sogar eine Forsetzung geben) hörte ich auf, mir

Tarantino-Filme anzuschauen. Seit damals habe ich den leisen Verdacht, die Filmemacherei eignet sich nicht so richtig als Therapieform für ihn.

Gast: R2D2
20.08.2009 22:22
0 0

Mir reicht schon der Trailer.

Das kann nur der letzte Dreck sein, was da produziert wurde. Tarantino ist in meinen Augen sowieso ein Fall für die geschlossene Anstalt. Ein völlig kranker Typ der sich hinter der sogenannten Kunst versteckt. Wäre er nicht Regisseur, dann hätte man diese Figur schon längst eingesperrt. Weil wenn ein gewöhnlich Sterblicher solche Gedankengänge hätte wie er, dann würde man nicht mehr frei herumlaufen. Berechtigt!
Dass für diesen Tarantino-Dreck das „Nazi-Thema“ herhalten muss, ist nicht überraschend. Wo sind die Opfer und deren Angehörigen? Ich würde mich wehren, wenn ich ein Betroffener der Na.zis wäre. Das „Nazi-Thema“ wird ausgeschlachtet ohne Ende. Es geht nur noch darum, irgendwie damit Kohle zu machen. Was kommt da noch so? Vielleicht ein Fünfteiler über H-itlers Schäferhund?
Dieser Film kann nur etwas für Schwachsinnige sein.
Aber jeder wie er glaubt!

Antworten Gast: Gast
21.08.2009 04:40
0 0

Re: Mir reicht schon der Trailer.

na dann sind wir alle froh dass sie kein schwachsinniger sind.
solche kommentare sind ja wirklich immer die besten...

Antworten Antworten Gast: R2D2
21.08.2009 09:39
0 0

Re: Re: Mir reicht schon der Trailer.

Ja - da können Sie wirklich froh sein ;-)

Gast: GEFE
20.08.2009 08:20
0 0

Rachephantasie

Bei solchen Filmen bekomme ich auch Rachegelüste. Würde gerne mal so manchen Filmkritiker, Regisseur und Schauspieler skalpieren.

Antworten Gast:
20.08.2009 10:06
0 0

gääähn

Antworten Antworten Gast: R2009
20.08.2009 22:58
0 0

Re:

Um diese Zeit schon müde?
Oder langweilt Sie Kritik, die nicht ihrem linken Weltbild entspricht?
Falls Sie jetzt richtig aufwachen sollten und glauben, wenn jemand die Linken kritisiert, dass er ein Rechter sein muss, dann darf ich Sie enttäuschen. Ich bin weder ein Linker noch ein Rechter.

Gast: Leser
20.08.2009 07:04
0 0

Wie viel bekommt die Presse für die Bewerbung des Schwachsinns?

Obwohl mir irgendwelche hirnlosen Gemetzelfilme mit Pseudonazihintergrund gleichgültig sind fällt mir die Dauerwerbung für den Schwachsinn schon ungut auf!
Lächerlich ist dabei der Gutmenschenjubel für einen dummen "Äktschnfilm".
Das Alternativweltthema wurde schon von Dick wesentlich intelligenter behandelt - allerdings muß man dazu lesen........

 
1 2