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"Mahler auf der Couch": Gustavs und Almas letzte Ehejahre

11.09.2009 | 11:30 |   (DiePresse.com)

Mit seinem Kinofilm "Mahler auf der Couch" versucht Regisseur Percy Adlon eine "Ehrenrettung": Er will die Grande Dame der Kulturszene als "emanzipiert und unheimlich begabt" zeigen. Derzeit wird in Wien gedreht.

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Passend zum "Mahler-Jahr 2010" verfilmen Regisseur Percy Adlon und sein Sohn Felix die Geschichte der letzten Ehejahre von Gustav und Alma Mahler. Die Hauptrollen in "Mahler auf der Couch" übernehmen Johannes Silberschneider und Barbara Romaner. Karl Markovics schlüpft in die Rolle Sigmund Freuds, den Mahler in seiner Verzweiflung damals aufsuchte. Die Dreharbeiten sind bereits voll im Gange, Donnerstagnachmittag wurde seitlich der Wiener Staatsoper gedreht.

Mahlers Verzweiflung hatte einen guten Grund, musste der Komponist doch entdecken, dass seine "unbezähmbare Muse", eine heiße Liebesaffäre mit dem Architekten Walter Gropius (Friedrich Mücke) hatte. Die "knackige Liebesgeschichte" war es auch, die Percy Adlon ("Bagdad Cafe") an dem Stoff gereizt hat. Der Film soll dementsprechend "kein Gustav-Mahler-Historienfilm, keine Lebensbeschreibung werden - das Ziel ist, dass man den Stoff herholt, dass es eine wichtige, spannende Geschichte ist", so Adlon.

Emanze statt Verführerin

"Alma wurde immer als Genie-fressendes Ungeheuer dargestellt", führte der in Los Angeles lebende Regisseur aus. "Wir wollen so etwas wie eine Ehrenrettung versuchen: Wir erzählen die Geschichte von einer emanzipierten, unheimlich begabten Frau."

Alle Beteiligten lobten die Vorbereitungen auf den Dreh, für die man sich viel Zeit genommen habe. "Es ist langsam etwas herangereift", meinte Johannes Silberschneider. Seine Figur des gehörnten Ehemanns Mahler darf sich vor allem bei der "Eheberatung" mit Freud in der holländischen Stadt Leiden im nächsten Drehblock auf durchaus humorvoll angelegte Gespräche freuen. Karl Markovics als Freud steigt nun, zur Hälfte des Drehs, erst in die Arbeit an dem Film ein. "Ich wollte mich auf ein Abenteuer einlassen", erklärte er seine Motivation, "darum geht es in erster Linie".

Modernes Drehbuch

"Wir sind on schedule und on budget und kriegen tolle Bilder", freute sich Felix Adlon, der gemeinsam mit seinem Vater auch das Drehbuch geschrieben hat. Für die Umsetzung steht ihm ein 2,5-Millionen-Euro-Budget zur Verfügung.

Adlons Drehbuch hat auch den Kameramann Benedict Neuenfels ("Die Fälscher") überzeugt: "Das hat nicht diesen Volkshochschulcharakter von Aufklärung, das hat mich angesprochen." Er finde das Drehbuch "radikal und wahnsinnig modern", daher werde es auch "ein Farbfilm, nicht so ein angegrautes, farbloses Ding".

"Vater der modernen Filmmusik"

Die Musik Mahlers, der am Gipfel seines Ruhms von 1897 bis 1907 Hofoperndirektor in Wien war und im kommenden Jahr 150 Jahre alt geworden wäre, soll nicht symphonisch, sondern nur durch Solisten interpretiert werden, erläutern die Regisseure. "Mahler ist ja der Vater der modernen Filmmusik." Gedreht wurde bisher in Tirol und am Attersee, nach Wien folgen noch Leiden und Berlin. Die Produzenten Burhard Ernst (Cult Film) und Konstantin Seitz (Pelemele Film) hoffen auf die Berlinale als Premierenort für die Koproduktion. Ein Kinostart ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen.

(Ag.)

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