"Star Trek": George Takei wird 80

Als Mr. Sulu in der Kultserie "Raumschiff Enterprise" wurde George Takei weltberühmt. Der Mime und Aktivist war der erste prominente Mann, der 2008 das neue kalifornische Recht zu Homo-Ehe nutzte.

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George Takei als Hikaru Sulu und Walter Koenig als Pavel Chekov in der 60er-Jahre-Serie "Raumschiff Enterprise" – (c) imago/United Archives (imago stock&people)

Als Lieutenant Hikaru Sulu steuerte er jahrelang das Raumschiff Enterprise. Mit 80 Jahren setzt sich "Star Trek"-Star George Takei nicht zur Ruhe. Als Aktivist und Autor macht der Schauspieler weiter von sich reden. Am 20. April feiert er Geburtstag.

Als "Star Trek"-Star George Takei vor wenigen Wochen ankündigte, er werde in die Politik gehen, erhielt der Schauspieler in den sozialen Medien reichlich Zuspruch. "Großartige Nachricht", freute sich Hollywood-Star Mark Ruffalo (49) auf Twitter. Fans sprachen dem ultraliberalen Takei prompt ihre Unterstützung zu. Der als scharfer Donald-Trump-Kritiker bekannte Schauspieler hatte der Webseite "The Daily Buzz" erzählt, er wolle 2018 in Kalifornien für den US-Kongress kandidieren. Er könne nicht länger nur als Bürger zusehen, was gerade in seinem Land passiere, so Takei.

Doch es war nur ein Scherz. "Froher 1. April", postete Takei wenig später auf Twitter. Dazu ein Foto, auf dem er grinsend das Wort "Erwischt!" in die Kamera hält. Der offen schwule Schauspieler setzt sich für die Rechte von Homosexuellen ein. Auf Facebook hat er über neun Millionen Anhänger, auf Twitter mehr als zwei Millionen Nutzer.

Anhänger und Verfechter von Gleichheit und Würde

"Einige kennen mich als Mr. Sulu von Star Trek, aber ich hoffe, alle kennen mich als Anhänger und Verfechter von Gleichheit und Würde für alle Menschen, stellt sich Takei auf Twitter vor. Dazu ein Abbild von ihm als Cartoon-Figur, die mit einem "Dump Trump"-Schild gegen Trump wettert. Bei Barack Obamas Abschiedsrede im Jänner sei ihm bewusst geworden, wie "sehr, sehr tief wir sinken" werden, schrieb Takei damals, und weiter: "Lebewohl, O Captain mein Captain! Möge der Himmel uns schützen."

Durch die Serie "Raumschiff Enterprise" mit Captain Kirk (William Shatner) als Anführer wurde Takei in der Rolle des Steuermanns Lieutenant Hikaru Sulu weltberühmt. Als "Star Trek" lief die Weltraumsaga vor über 50 Jahren erstmals über die US-Bildschirme. Seither gab es mehr als 700 Episoden und rund ein Dutzend Kinofilme.

1986 mit "Walk of Fame"-Stern geehrt

Takei war 1986 der erste Schauspieler japanischer Abstammung, der auf Hollywoods "Walk of Fame" mit einem Stern geehrt wurde. Mit 68 Jahren bekannte er sich öffentlich zu seinem Schwulsein, mit 71 Jahren heiratete er seinen langjährigen Lebenspartner Brad Altman. Takei war der erste prominente Mann, der 2008 das neue kalifornische Recht zu Homo-Ehe nutzte.

Mit 78 Jahren gab Mr. Sulu sein Broadwaydebüt. In dem Musical "Allegiance" erzählte er auch einen Teil seines Lebens. Es geht es um eine japanischstämmige Familie in den USA, die nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg aus ihrem Haus in Kalifornien in ein Internierungs-Lager gesperrt wird.

Takei wurde 1937 in Los Angeles geboren, der Vater war ein Einwanderer aus Japan. Als er fünf Jahre alt war, wurde seine Familie interniert. Drei Jahre lang lebten sie in einem Lager. "Wir waren Gefangene in unserem eigenen Land", umgeben von Stacheldraht und bewaffneten Wärtern, schrieb Takei kürzlich in einer von ihm ins Leben gerufenen Online-Petition zum Schutz von Muslimen in den USA. Damals seien im Namen der "Sicherheit" die Menschenrechte von über 120.000 unschuldigen Bürgern verletzt worden, mahnt Takei in der Petition. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor Ende 1941 waren Tausende Menschen japanischer Herkunft in den USA interniert worden.

Wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag gab der Schauspieler bekannt, dass er dieses düstere Kapitel der US-Geschichte in einer Graphic Novel schildern wolle. "Wir leben in unsicheren Zeiten. Wenn Geschichten, wie meine, einen positiven Wandel anregen können, möchte ich dies mit so vielen Menschen wie möglich teilen", schrieb der Aktivist Ende März in einer Mitteilung des Verlags. Das Buch soll im Jahr 2018 auf den Markt kommen.

(Von Barbara Munker, dpa)

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