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Bushido-Biografie: Böser Bub in biederem Film

04.02.2010 | 18:54 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

"Die Zeiten ändern dich", die Verfilmung des Lebens von Deutschlands erfolgreichstem Rapper Bushido, gerät unter Regisseur Uli Edel zum platten Familiendrama mit pathetischem Ende à la Disney.

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Respekt war schon immer eine Sache, die für mich wichtig war.“ Wenn Bushido diese Phrase ungelenk aus dem Off liest, klammert sich der Zuseher noch an die Hoffnung, dass die Plattitüden zumindest ein wenig freiwillige Komik transportieren. Doch schon wenige Dialoge später weiß man Bescheid: Die Zeiten ändern dich, die Verfilmung des Lebens von Deutschlands erfolgreichstem Rapper, ist frei von jeglicher Selbstironie und versucht, sich und den Protagonisten selbst ernst zu nehmen.

Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel machen den Streifen (ihre vierte Zusammenarbeit nach Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, Letzte Ausfahrt Brooklyn und Der Baader Meinhof Komplex) damit allerdings zu einer Farce. Immerhin, bei den jugendlichen Fans des medial inszenierten bösen Buben wird zustimmendes Kopfnicken nicht ausbleiben – und man wird sich wohl auch kaum daran stören, dass der sich selbst spielende Bushido wohl jede andere Berufsbezeichnung eher verdient als die eines Schauspielers.

 

Jargon des edlen Kleinkriminellen

Schließlich dient der als Anis Ferchichi geborene Bushido als Role Model des benachteiligten Migranten, sein Lebensweg als „German dream“ des Aufstiegs vom Problemkind zum Superstar. Pathetische Schlagworte wie „Respekt“, die im Hip-Hop stellvertretend für den Habitus des edlen Kleinkriminellen stehen, werden demnach gebetsmühlenartig wiedergekäut, als Code für das edle Bewusstsein der Verlierer und Ausgegrenzten der Gesellschaft. Das beginnt bei Rückblenden auf Kindheitserinnerungen, den Vater, der die Mutter brutal schlägt, und geht weiter in Prügeleien mit rivalisierenden Gangs und Drogenbanden.(c) Constantin

(c) Constantin

Vor Gericht hält er eine Brandrede, warum es legitim sei, jemanden zu verprügeln, der ein Loch in den Reifen seines Autos gestochen hat: Das ist, als würde jemand einer Frau vor den Augen ihres Mannes an den Hintern greifen. Das widerspreche ja der Unantastbarkeit der menschlichen Würde, oder? Logisch, dass die Richterin ihm mit hintergründigem Lächeln recht gibt. Rechtsstaat? Wozu, hier herrscht eine andere Ordnung. Wie auch im Geschäftsleben. Weil er aus dem Knebelvertrag mit seiner Plattenfirma (das Hip-Hop-Label Aggro Berlin wird zu Hardcore Berlin verfremdet) nicht herauskommt, holt er sich Hilfe von Arafat (Moritz Bleibtreu), einem zwielichtigen Gangsterboss. Der marschiert mit seiner Entourage im Büro der Plattenfirma auf – schon ist alles geritzt. Respekt!

Jener Arafat ist es auch, der dem Rapper zu seinem inneren Frieden verhilft. „Frei bist du erst, wenn kein Hass mehr in deiner Seele ist“, erklärt er ihm – und sorgt dafür, dass sich Bushido mit seinem sterbenskranken Vater, mit dem er gebrochen hat, wieder versöhnt. Immerhin, wenigstens lassen Eichinger und Edel dabei keine Barockengel ein Halleluja singen.(c) Constantin

(c) Constantin

Aber keine Angst, der pathetische Todesstoß kommt noch. Am Ende nämlich. Da trällert Karel Gott vor Tausenden Hip-Hop-Fans vor dem Brandenburger Tor die „Biene Maja“, während Bushidos Mutter den verstoßenen Vater wieder in die Arme nimmt. Und Bushido schließt mit der Exfreundin und dem verfeindeten Exkollegen im Publikum per Blickkontakt auch noch seinen Frieden. Besser hätte es Disney auch nicht gekonnt. Und die wichtigste Botschaft, die die jugendlichen Hip-Hop-Fans nach dem Film in ihren Köpfen tragen: Seid lieb zu euren Eltern!

AUF EINEN BLICK

„Die Zeiten ändern dich“. Inspiriert von der Biografie „Bushido“. Produziert von Bernd Eichinger, Regie von Uli Edel. Mit Bushido, Karoline Schuch, Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Katja Flint, Uwe Ochsenknecht und Karel Gott. Ab heute, Freitag, in den Kinos.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2010)

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14 Kommentare
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Mit Ali G kam wohl die Parodie vor dem Original ins Kino.

Ich kann diese Mihigru Rapper Typen auf den Tod nicht ausstehen.

Gast: Gast
05.02.2010 11:16
0 0

Den Kaksak kennt...

..doch ausserhalb der Berlin Ghettos eh keiner...

Gast: sie
05.02.2010 10:57
0 0

hervorragender film

super film , muss ich sagen.er hätte auch noch eine stunde länger gehen können.der film war sehr interessant und fesselnd.bushido war sehr gut....

und geweint hab ich auch!

Antworten Gast: Gast
05.02.2010 14:04
0 0

Re: hervorragender film

Pfffffh BBRUHAAAAHHAHAHHAHHA!

Gast: Sally
05.02.2010 00:08
0 0

Ein neuer Tiefpunkt

Ein weiterer strenger Hinweis, wie tief wir gesunken sind. Ein Schwein im Smoking zeigt den Preisverleihern den Stinkefinger, die einzige ehrliche Regung dieses verlogenen Halbhirns.

Dekkard
04.02.2010 23:30
2 0

Toll!

Das einzige Beispiel an gut durchgesetzter Integration, ist ein Kerl der im Kino seine Story nachspielen darf - und dabei Frauen schlägt (siehe Trailer)...

Zum kotzen. Hier läuft echt etwas falsch. Vor allem im Sinne von Vorbildern: ein Kerl der durch Kriminalität und "Musik" bekannt wurde, bekommt die Lorbeeren. Dieser Typ war schon mal in den Medien in Österreich: wegen Körperverletzung. Wen wunderts?

Dekkard
04.02.2010 23:25
0 0

Toll!


Gast: hardcore hamburg hh
04.02.2010 21:35
0 0

knallsack

alles scheisse hier -ich muß hier raus!

Antworten Gast: hip hop ist scheisse
04.02.2010 22:04
0 0

Re: knallsack

du hast recht! raus hier!

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
04.02.2010 20:38
5 0

das peinliche...

... und traurige ist ja, unsere strassen sind voll von diesen losern, die sich sämtlich im alter zwischen 5 und 50 jahren vorkommen, als wären sie superheroes aus irgendwelchen schwachsinnigen direct-to-video-action-schundfilmen. und dann wundern sie sich, warum sie keine arbeit bekommen. no na!
österreich hat ja so seine eigenen bushidos, wie man auf youtube leicht sehen kann, mit hundertausenen views. manche werden oder wurden von der spö gesponsort, obwohl sie offen für gewalt an der hiesigen bevölkerung aufrufen. irre wie verkommen das alles schon ist.

Antworten Gast: sido
04.02.2010 23:15
0 3

Re: das peinliche...

das dissen gehört im hip hop dazu, das ist ein stilmittel. kein hip hopper kommt auf die idee, wirklich gewalt auszuüben. also krieg dich wieder ein!

ps: die nennen sich auch selbst kanaken. ein zeichen, dass sie ihre texte nicht wirklich ernst meinen. oder?

Antworten Antworten Gast: little_brother_is_watching_you_too!
05.02.2010 15:55
0 0

Re: Re: das peinliche...

aha ... gewaltverherrlichung als stilmittel! na ein glück, dass die hochintelligenten und garantiert nicht unter minderwertigkeitskomplexen leidenden fans das auch wissen.

Antworten Antworten embudoo
05.02.2010 07:54
2 0

Re: Re: das peinliche...

nein, eher ein zeichen dafür wie primitiv diese "rapper" sind!

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast2
06.02.2010 18:38
0 0

Re: Re: Re: das peinliche...

Als wären die Kommentare hier nicht weniger primitiver.