Kurz vor dem Filmstart von Tim Burtons 3D-Version von "Alice im Wunderland" starten europäische Filmketten einen Machtkampf mit dem Filmriesen Walt Disney. Anfang März soll der Film mit Johnny Depp in der Rolle des Hutmachers fast zeitgleich in den USA und in Europa starten. Für Unmut unter den Kinobetreibern sorgt Disneys Plan, die DVD-Veröffentlichung vorzuziehen: Angeblich will der Unterhaltungsriese die DVD nicht wie üblich 17 Wochen sondern schon 13 Wochen nach dem Kinostart in den Verkauf bringen. Damit will das Unternehmen die Aufmerksamkeit des dann erst kurz zurückliegenden Kinostarts ausnutzen, um den schwächelnden DVD-Verkauf anzukurbeln.
Europäische Filmketten wehren sich gegen die rasche Zweitvermarktung des 3D-Films. Disney verletze ein Übereinkommen zwischen den Studios und den Kinos, dass mindestens vier Monate zwischen Start und DVD-Verkauf liegen müssten.
"Werden dadurch Geld verlieren"
Die vier größten Kinoketten-Betreiber in den Niederlanden drohen gar damit, den Film zu boykottieren, berichtet der "Guardian". "Wir werden dadurch Geld verlieren", sagt Youry Bredewold, Sprecher von Hollands Kinokette Pathe demnach. "Wir erwarten, dass er einer der populärsten Filme des Jahres werden könnte. Aber wir haben uns dafür entschieden, eine Botschaft an die gesamte Branche zu richten: Wenn ihr unsere Bedingungen nicht akzeptiert, werden wir eure Filme nicht mehr zeigen."
Disney sieht in seiner Politik kein Problem. Man sei lediglich bemüht, beiden Seiten ein "gesundes Geschäft" zu ermöglichen, sagte ein Sprecher.
Tim Burtons 3D-Fantasy-Märchen
Tim Burtons Variation von Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" statet am 4. März in den heimischen Kinos. Das starbesetze Fantasy-Märchen mit Depp, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway und Mia Wasikowska als Alice soll einer der Blockbuster des Jahres werden.