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Avatar Aang, Herrscher über alle vier Elemente

23.08.2010 | 19:02 |  CHRISTOPH HUBER (Die Presse)

In "Die Legende von Aang" adaptiert M. Night Shyamalan eine populäre Zeichentrickserie: Er will große Oper, verharrt aber in naivem Mystizismus. Es leiden Zutaten wie der Humor (den gibt es nur unfreiwillig).

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Die Welt ist aus dem Gleichgewicht! Einst herrschte Ausgewogenheit zwischen den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft, jedes war mit einer Nation verknüpft. Nun hat das Feuervolk die Macht an sich gerissen: Denn vor 100 Jahren verschwand der Avatar, der für die Erhaltung des Gleichgewichts gesorgt hatte, weil er als Einziger alle vier Elemente "biegen" konnte. "The Last Airbender" heißt der Film im Original, er basiert auf der populären TV-Zeichentrickserie "Avatar – Herr der Elemente". Weil allerdings James Camerons "Avatar" dazwischengekommen ist, brauchte man einen anderen Titel. Auf Deutsch lautet er, für Uneingeweihte nichtssagend, "Die Legende von Aang": Aang ist die Reinkarnation des Avatars, ein kleiner Bub, der Großes zu vollbringen hat. An ihm liegt es, den unterdrückten Völkern im Kampf gegen die Schergen des bösen Feuerlords beizustehen. Das klingt nach einer typischen Fantasy-Franchise: Der Film folgt der ersten Staffel der Serie, noch zwei Teile wären geplant, sind mangels Kassenerfolg fraglich. Auch das ist Hollywood-Alltag.

Verblüffung ausgelöst hat nur, dass nicht irgendein Fließbandhandwerker inszenierte, sondern M. Night Shyamalan, der seit seinem Überraschungshit "The Sixth Sense" zunehmend esoterische, wenn auch persönliche Filme machte. Die letzten waren Flops, durch einen Mainstream-Erfolg würde Shyamalan bei den Studios wohl wieder als bankfähig gelten. In Aang kann er zudem seinen Hang zu Mystizismus und Naivität ausleben, als Bruce-Lee-Bewunderer wird es ihn auch gefreut haben, Kampfszenen zu drehen: Doch erschöpft sich das "Biegen" im Einnehmen von Martial-Arts-Posen, die naturkräftige Wirkung besorgen Spezialeffekte, was entschieden weniger Eindruck schindet. Figuren und Geschichte sind zwar simpel gestrickt, doch ist die Vorlage so gerafft, dass wohl nur Freunde des Originals etwas damit anfangen können – so sie noch wollen.

Denn es leiden Zutaten wie der Humor (den gibt es in Shyamalans Inszenierung stets nur unfreiwillig), während die öfters kitschige, in zwei Dimensionen aber ganz schmucke Fantasywelt von wirtschaftlichen Überlegungen bedroht ist: Das Studio sah sich zu einer 3-D-Nachbearbeitung veranlasst, die so horribel ausfiel, dass die US-Kritiken den Film kurzerhand zum augenschmerzenden Desaster erklärten. Doch das ist ebenso wenig auszumachen wie die "eigene, opernhafte Filmsprache", die Shyamalan mysteriöserweise seinem Opus attestiert. Die Welt ist halt aus dem Gleichgewicht!

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2010)

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2 Kommentare
Gast: Clemens H.
24.08.2010 17:37
0 0

Herr Huber...

...wenn sie schon für eine
Zeitung wie die Presse schreiben dürfen,
würde ich mich (bevor ich einen Artikel
veröffentliche) einen wenig mehr über das
Thema informieren. DENN: Was für einen Sinn ergibt denn bitte das "BIEGEN aller vier Elemente" ?? (so bezeichnen is es nämlich in ihrem Artikel). Das heißt BÄNDIGEN aller vier Elemente.
Demnach gibt es Feuerbändiger wie
Luftbändiger (und nicht Feuerbieger)...
Nennen sie mich I tüpfelchen reiter. Nur sowas
sollte einer Zeitung wie der Presse nicht
passieren.. Also Herr Christoph Huber: "Biegen"
sie in Zukunft ihre Artikel bevor diese veröffentlicht werden...

mfg Clemens H.
bei rückfragen Email an Thewedgie@sms.at

Rainer M.
24.08.2010 10:36
0 0

Gerade wegen..

.. der Tiefe sind Anime so erfolgreich in allen Altersgruppen, außerdem werden Anime nicht nur für Kinder gemacht sondern auch für Erwachsene... das Wissen bzw. besser gesagt das Unwissen des Autors erschüttert mich sehr