Rund 1200 Menschen in Nordkorea sind nach Angaben einer Exilantenorganisation verhaftet worden, weil sie sich südkoreanische Filme und Fernsehsendungen angesehen haben.
Wie die nordkoreanische Organisation North Korea Intellectuals Solidarity (NKIS) am Montag in Seoul mitteilte, befinden sich die rund 1200 Häftlinge im Gefängnis der Stadt Kaechon im Nordwesten des Landes. Die Exilantenorganisation beruft sich dabei auf eine Quelle innerhalb des Gefängnisses. Das Regime in Pjöngjang versuche so, den Einfluss ausländischer Popkultur zurückzudrängen.
Fünf Jahre Haft drohen
Der Konsum ausländischer Filme und Musik ist in Nordkorea verboten, Verstöße werden NKIS zufolge mit zwei bis fünf Jahren Haft bestraft. Trotzdem gelangen nach Angaben der Organisation immer mehr CDs und DVDs vor allem aus China in das isolierte Land. Pjöngjang habe im Jänner eine spezielle Polizeieinheit gebildet, um Menschen mit einem "verdorbenen Geist" aufzuspüren.
Vor allem die südkoreanische Popkultur übt auf viele Nordkoreaner eine große Anziehungskraft aus, wie nordkoreanische Exilanten und Medien in Südkorea berichten. Das Regime in Pjöngjang gehe deshalb gegen Frauen vor, die das "verbrecherische Aussehen des Südens" imitierten, meldete vergangenen Monat das in Seoul ansässige Internet-Magazin "Daily NK".
(APA)
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