Filmstarts der Woche: Kaputte Menschen und tote Tiere

Happy Deathday (Ab 16. November)

Muss man einen Tag immer und immer wieder erleben, ist das selbst dann unerträglich, wenn es sich um den eigenen Geburtstag handelt. Für die junge Studentin Tree (Jessica Rothe) wird genau dieser Alptraum zur Realität - aber nicht nur das - aus ihrem Geburtstag wird auch zusätzlich ein "Deathday": Wenn sie morgens erwacht, kann sie sich darauf gefasst machen, dass sie erneut von einem maskierten Unbekannten ermordet wird. Immer und immer wieder.

Länge: 97 min

Link: Happy Deathday

(c) UPI

Amelie rennt (Ab 16. November)

Amelie (Mia Kasalo) ist 13 Jahre alt und schwere Asthmatikerin. Nach einem besonders heftigen Anfall entscheiden sich Amelies Eltern dazu, Berlin Richtung Süden zu verlassen, um ihre Tochter in einer besonderen Klinik in Südtirol unterzubringen. Amelie aber hat wenig Lust, sich in die Obhut der Ärzte zu begeben; und so flieht sie in die Berge wo sie bald auf einen Burschen namens Bart (Samuel Girardi) trifft. Der 15-Jährige aus dem Dorf nimmt Amelie mit auf einen Gipfeltrip. 

Länge: 97 min

Link: Amelie rennt

(c) Einhorn Film

Justice League (Ab 16. November)

Es ist ein Zusammentreffen der Superhelden: Wonder Woman, Batman und Superman sind nur einige der Stars in diesem neuen Actionspektakel. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen - vor der Kamera sind unter anderem Gal Gadot, Ben Affleck, Jeremy Irons und Henry Cavill mit dabei. Und um was geht es in "The Justice League"? Batman und Wonder Woman wollen ein bisher nie gewesenes Bündnis von Helden schaffen - doch möglicherweise ist es schon zu spät, um den Planeten vor einem übermächtigen Angriff zu schützen.

Länge: 120 min

Link: Justice League

(c) Courtesy of Warner Bros. Picture

The Recall (Ab 16. November)

Fünf Freunde fahren zum Ausspannen in eine Waldhütte. Vor Ort wartet jedoch alles andere als Erholung auf sie. Schließlich warnt sie alsbald ein Jäger (Wesley Snipes) vor einer Gefahr, ohne Details preiszugeben. Die entdecken die Freunde bald selbst: Ein UFO samt Außerirdischen landet und bedroht die Gruppe und den mysteriöser Jäger.

Reinhold Bilgeris Tochter Laura ist hier in ihrer ersten großen Hollywoodrolle zu sehen.

Länge: 90 min

Link: The Recall

(c) Einhorn Film

The Square (Ab 17. November)

Der Museumskurator Christian (Claes Bang) plant eine interaktive Installation zu den Themen Solidarität und Mitgefühl: "The Square" soll ein vier mal vier Meter großer Platz der Fürsorge werden. Aber schon bei der Vorbereitung läuft einiges schief. Erst wird Christian bestohlen, dann sorgt die engagierte Werbeagentur mit einem Schockvideo auf der Internetseite des Museums für einen Eklat.

Diese bitterböse Satire auf den Kunstbetrieb ist bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden.

Länge: 142 min

Link: The Square

(c) Filmladen

The Big Sick (Ab 17. November)

Emily (Zoe Kazan) kommt nach seinem Auftritt in einem Comedyclub mit Kumail ins Gespräch, ein US-Amerikaner mit pakistanischen Eltern, der leicht orientierungslos durchs Leben driftet. Die beiden landen in der ersten Nacht im Bett, schnell wird eine Beziehung daraus, doch Kumail bringt es nicht übers Herz, seinen Eltern von Zoe zu erzählen - die versuchen stattdessen weiter, ihn mit pakistanischen Singletöchtern zu verkuppeln. 

Kumail Nanjiani (bekannt aus der Startup-Comedy "Silicon Valley") erzählt hier zusammen mit seiner wirklichen Ehefrau und Drehbuchautorin Emily Gordon die eigene Geschichte als Multikulti-Komödie nach.

(c) Photo by Nicole Rivelli

Tiere (Ab 17. November)

Ein Crash mit einem Schaf lässt die Welt von Anna (Birgit Minichmayr) und Nick (Philipp Hochmair) aus den Fugen geraten. Das Paar, dessen Ehe ziemlich in die Krise geraten ist, war mit dem Auto auf dem Weg in die Schweizer Alpen. Aber irgendwie scheint sich die Realität nach dem Unfall plötzlich verschoben zu haben. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vermischen sich, Katzen sprechen Französisch und Identitäten verdoppeln sich. Ein bizarres Verwirrspiel, bei dem die eigene Wahrnehmung permanent auf die Probe gestellt wird.

Länge: 95 min

Link: Tiere

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(c) Polyfilm

Plötzlich Santa (Ab 17. November)

Tischler Andersen ist großer Weihnachtsfan und möchte seine Familie am Heiligen Abend mit weißem Rauschebart und rotem Mantel überraschen. Allerdings passiert dem Tollpatsch ein Unglück, bei dem alle Geschenke kaputtgehen. Glücklicherweise trifft Andersen aber auf den echten Weihnachtsmann, der ihm einen Tausch vorschlägt. Da dessen Familie noch nie einen echten Tischler gesehen habe, bittet er ihn, seinen Kindern einen Besuch abzustatten. Im Gegenzug übernimmt der offizielle Weihnachtsmann die Bescherung bei Familie Andersen. Der Deal steht, und es beginnt ein ungewöhnlicher und unvergesslicher Weihnachtsabend.

Länge: 70 min

Link: Plötzlich Santa

(c) Polyfilm

Guardians of the Earth (Ab 17. November)

"Guardians of the Earth" zeichnet die dramatische Entwicklung hin zum Pariser Klimaschutzabkommen nach, das nach 21 Jahren gescheiterter UN-Klimaverhandlungen schließlich 2015 unterzeichnet wurde. Der Dokumentarfilm zeigt das globale Ringen aus Sicht von fünf Hauptfiguren, wie der Chefin der UNFCCC-Klimaabteilung oder den Chefunterhändlern der Öl-Exportländer. So wird der Verhandlungsprozess hinter den Kulissen transparent und das Ringen zwischen Solidarität und Eigeninteressen evident.

Länge: 85 min

Link: Guardians of the Earth

(c) filmdelight

Bad Moms 2 (Ab 9. November)

Im Herbst vor einem Jahr kam ein Film in die österreichischen Kinos, in dem es drei überarbeitete und überforderte Mütter mal so richtig krachen lassen. Angeführt wurde das Trio Infernal von Mila Kunis, an ihrer Seite spielten Kristen Bell und Kathryn Hahn. Eben diese Darstellerinnen kehren nun für eine Fortsetzung zurück auf die Kinoleinwand.

In "Bad Moms 2" geht es um den immensen Stress, den sich so manche Mutter in der Vorweihnachtszeit zumutet. Amy, Kiki und Carla, so die Namen der Protagonistinnen, wollen da in diesem Jahr nicht mitmachen. Die "schlechten Mütter" planen eine Überraschung der besonderen Art.

Länge: 106 min

Link: Bad Moms 2

(c) Courtesy of STX Entertainment (Hilary Bronwyn Gayle)

Mord im Orient Express (Ab 10. November)

Im Luxuszug "Orient-Express", der zwischen Istanbul und Calais verkehrt, sitzt der belgische Privatdetektiv Hercule Poirot auf dem Rückweg von einem Auftrag. Schon bald wird ein Passagier, der Kunsthändler Ratchett, mit Messerstichen getötet - Poirot macht sich erneut an die Arbeit. Er erkennt, dass nur einer der exzentrischen Mitreisenden der Täter oder die Täterin sein kann.

Das Werk ist die Neufilmung des Romanklassikers von Krimikönigin Agatha Christie aus dem Jahr 1934. Shakespeare-Darsteller Sir Kenneth Branagh, der selbst den legendären Ermittler spielt, hat dazu ein Starensemble versammelt: Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz, Willem Dafoe, Judi Dench uvm.

Länge: 109 min

Link: Mord im Orient Express

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(c) 20th Century Fox

Hexe Lilli rettet Weihnachten (Ab 10. November)

Hexe Lilli, das Mädchen mit dem feuerroten Haar, muss sich um das Kinderfest schlechthin kümmern: um Weihnachten. Zuvor hatte sich Lilli inmitten der Adventzeit aus dem Mittelalter einen Knecht Ruprecht (Jürgen Vogel) herbeigezaubert. Dieser, so Lillis Hoffnung, soll ihrem kleinen Bruder Leon eine Lektion erteilen. Der herbeigesehnte Ruprecht aber richtet in Lillis Stadt einiges an Ärger an: So lässt er etwa einen von Lillis Lehrern verschwinden. Das diesjährige Weihnachtsfest jedenfalls ist tatsächlich in Gefahr. Dem kleinen Drachen Hektor leiht erneut Komiker Michael Mittermeier seine Stimme.

Länge: 100 min

Link: Hexe Lilli rettet Weihnachten

(c) Constantin Film

Simpel (Ab 10. November)

Die Brüder Ben (Frederik Lau) und Simpel (David Kross) sind unzertrennlich. Seit er denken kann, kümmert sich Ben aufopferungsvoll um seinen behinderten Bruder, der wegen Geburtskomplikationen geistig auf dem Stand eines Kleinkindes geblieben ist. Als ihre Mutter stirbt, soll Simpel in ein Heim eingewiesen werden. Die einzige Person, die das verhindern kann, ist der Vater, zu dem die beiden seit langem keinen Kontakt mehr haben. Es beginnt eine abenteuerliche Odyssee in die Großstadt Hamburg, die die beiden auf eine harte Probe stellt. Regisseur Markus Goller ("Friendship") ist mit "Simpel" eine berührende Tragikomödie mit viel Empathie gelungen.

Länge: 113 min

Link: Simpel

(c) Constantin Film

Suburbicon (Ab 10. November)

Mit "Suburbicon" legt George Clooney seine sechste Regiearbeit vor, für die sich der Hollywood-Liebling eines älteren Drehbuchs der Coen-Brüder ("The Big Lebowski") bedient. Daraus hat er einen Film gemacht, der in das nur scheinbar paradiesische Vorstadtamerika der 1950er-Jahre entführt.

In der Gemeinde Suburbicon passieren seltsame und grausame Dinge. Mittendrin: ein leicht fülliger Matt Damon und Julianne Moore in einer Doppelrolle. Und bald eskalieren die Gewalt und der Humor zu einer bitterbösen Satire.

Länge: 105 min

Link: Suburbicon

(c) Constantin Film

Licht (Ab 10. November)

Im Wien des Jahres 1777 wird die blinde Pianistin Maria Theresia Paradis (Maria Dragus) von ihren Eltern zum "Wunderheiler" Franz Anton Mesmer (Devid Striesow) gebracht. Mesmer ist ebenso berühmt wie umstritten und lebt in einem offenen Haus mit seinen Patienten. In dieser neuen Umgebung fühlt die blinde Künstlerin erstmals so etwas wie Freiheit und erlangt tatsächlich ihre Sehkraft bis zu einem gewissen Grade wieder. Allerdings verliert die Pianistin im gleichen Atemzug ihre außergewöhnliche Begabung als Pianistin. Und das treibt die Eltern auf die Barrikaden, die Mesmer als Scharlatan brandmarken. Der österreichischen Regisseurin Barbara Albert gelingt mit ihrem ersten Historienfilm erneut ein berührendes Frauenporträt, das zugleich ein detailliertes Zeitbild darstellt.

Länge: 97 min

Link: Licht

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(c) Christian Schulz/Geyrhalterfilm (© Christian Schulz)

Chavela (Ab 10. November)

Chavela Vargas, Muse von Künstlern wie Pedro Almodovar, ist eine in jeder Hinsicht große Frau mit expressiver, dramatischer Stimme und einem Machismo, wie er in Mexiko sonst nur von Männern gepflegt wird. Den vielen offenen Fragen in Vargas Vita gehen Daresha Kyi und Catherine Gund nun in ihrem Dokumentarfilm nach, der aus teils unveröffentlichtem Material und Interviews mit Chavela sowie Weggefährten, Kolleginnen und Partnerinnen besteht. Am Ende steht ein affirmatives Porträt einer charismatischen Persönlichkeit, die zeitlebens offen lesbisch lebte und 2012 im Alter von 93 Jahren starb. Dabei werden auch Fragen beantwortet, ob sich die Sängerin tatsächlich nachts ins Schlafzimmer von Ava Gardner schlich oder ein Jahr mit Frida Kahlo eine leidenschaftliche Romanze hatte.

Länge: 93 min

Link: Chavela

(c) Polyfilm

Don't blink - Robert Frank (Ab 10. November)

Der schweizerisch-amerikanische Fotograf und Regisseur Robert Frank ist vor allem bekannt für seinen Epoche machenden Bildband "The Americans". Das legendäre Werk, eine Bildreportage mit Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem amerikanischen Alltagsleben, wurde 1958 veröffentlicht. Als Filmemacher hat Frank mit Werken wie "Pull My Daisy" von 1959 auf sich aufmerksam gemacht. Auch mit Größen der Popwelt wie den Rolling Stones hat Robert Frank zusammengearbeitet. Nun traf sich die Filmemacherin Laura Israel mit dem heute 92-jährigen Künstler, um mit ihm sowohl über sein Werk als auch sein Leben zu sprechen. Unterlegt ist die Dokumentation mit Musik von Bob Dylan, Tom Waits oder New Order.

Länge: 82 min

Link: Don't blink - Robert Frank

(c) Filmgarten