Thomas Schubert: "Die Nacktszene lässt mich kalt"

29.10.2011 | 18:04 |  von Sabine Hottowy (Die Presse)

Der Wiener hat mit 17 Jahren seine erste Charakterrolle bekommen, durch Zufall. Jetzt ist er 18, bereitet sich auf die Matura vor. Den Oscars sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen.

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Durch Zufall ist der damals 17-jährige Thomas Schubert bei einem Casting für Karl Markovics Regiedebüt „Atmen“ aufgetaucht – und hat die Hauptrolle bekommen. Der Film wurde zu mehr als 60 Filmfestivals eingeladen. Im Jänner hofft man, in die Auswahl für den Auslands-Oscar zu kommen. Beim Filmfestival Sarajevo wurde Schubert von Angelina Jolie als bester Schauspieler geehrt.

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Kannst du es leiden, interviewt zu werden?

Thomas Schubert: Anfangs gar nicht, mittlerweile geht es besser.

Hast du zu dem Filmteam noch Kontakt?

Ja, vor allem zu Karin Lischka und Karl Markovics, auch zu den Leuten von Thimfilm, mit denen ich auf Promotour war. Man hört sich regelmäßig, wenn es Neuigkeiten gibt. Treffen ist schwierig, alles ist ein bisschen busy.

 

Wie ist Karl Markovics persönlich?

Er ist leiwand. Ein netter Kerl, der sich wahnsinnig um mich kümmert.

 

Bist du bei ihm in eine Sohnrolle geschlüpft?

Sohn? Nein, kann man nicht sagen. Schüler und Mentor.

 

Er ist dein Mentor – was bedeutet er dir?

Ja, viel auf jeden Fall. Er ist der, der mich Schauspielen gelehrt hat, der mich in das Business, ins Filmemachen hineingebracht hat.

 

Hat er dir spezielle Kniffe gezeigt?

Ich weiß nicht, ob er mir wirklich so viel beibringen wollte, es war ihm wichtig, dass ich authentisch bleibe. Basics, wie die richtige Atmung und Mimik, dazu hat er mir schon Tipps gegeben, aber detaillierte Techniken hat er mir keine gezeigt.

 

Möchtest du das jetzt nachholen?

Ich hab derzeit eigentlich noch nicht wirklich viel zu tun, einstweilen geht beim Schauspielen gar nichts. Vor zwei Wochen hatte ich drei Drehtage bei „Schnell ermittelt“, das war schön.

Ist eine Schauspielausbildung notwendig?

Bin noch am Überlegen. Ich bekomme von allen möglichen Leuten Tipps. Manche sagen, es ist nicht nötig, die verbauen einen nur. Die anderen sagen wieder, dass man sich in einer Ausbildung bestimmte Teile raussuchen soll, die man dann für sich selbst annimmt. Wieder andere sagen, es geht überhaupt nicht ohne. Aber ich beschäftige mich noch gar nicht damit, jetzt mache ich mal die Schule fertig.

Glaubst du an den Auslands-Oscar? Wünscht du ihn dir?

Eigentlich habe ich gemischte Gefühle. Das ist mein allererster Film und dafür schon ein Oscar? Vielleicht bleibt das mein größter Erfolg. Für den Film, für Karl würde ich mich natürlich freuen.

Die Rolle hast du eher zufällig bekommen?

Ja. Für den Film wurden einige Laiendarsteller gesucht. Ein Freund von mir hatte einen Flyer zu einem Streetcasting in der Schule hängen. Das ist so ein Typ, der alles einmal ausprobiert. Er wollte eben zu diesem Casting. Das war an einem Samstag. Ich hab ihn angerufen, um was mit ihm zu machen, dann hab ich ihn einfach begleitet. Die Dame an der Rezeption wollte wissen, ob wir zwei Stammdatenblätter brauchen. Wenn ich schon da bin...

War dein Freund eifersüchtig?

Es hat ihn nachher schon beschäftigt.

Wie war das in der Schule?

Verschieden, anfangs konnte sich noch keiner ein Bild machen. Nach der Sache in Sarajevo mit Angelina Jolie hat es sich wie ein Lauffeuer verbreitet.

Auf das Bussi waren sie schon eifersüchtig?

Da waren sie eifersüchtig, ansonsten freuen sich eigentlich alle für mich.

Und wie ist's mit den Damen? Zeigt der Film Wirkung?

Hm, also mir fällt nichts auf. Vor allem, weil ich schon eine Freundin habe.

 

Muss sie dich bewachen?

Nein. Na ja, mich grüßen in der Schule schon mehr Mädchen...

Vielleicht, weil sie dich nackt kennen?

Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie mich nackt gesehen haben, weil die ganze Oberstufe und die Lehrer mit mir ins Gartenbaukino gegangen sind. Wir hatten nach dem Film dann auch ein kleines Publikumsgespräch. Ich denke, ich hab das ganz cool rübergebracht. Die Nacktszene lässt mich eigentlich ziemlich kalt.

1993
wurde Thomas Schubert in Wien geboren, derzeit macht er seinen AHS-Abschluss in Donaustadt.

2011
spielte Thomas Schubert in Karl Markovics Regiedebüt „Atmen“ die Hauptrolle des 19-jährigen Freigängers Roman Kogler. „Atmen“ wurde zu mehr als 60internationalen Filmfestivals eingeladen und wird im Jänner vielleicht in die engere Auswahl für den Auslands-Oscar kommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2011)

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2 Kommentare
Gast: Klaus
31.10.2011 06:42
0

wieviel?

Wieviel Prozent oder in absoluten Zahlen, wieviele Euro, sind in dem Film aus Österreich bzw. österreichischen Steuergeldern (Filmförderung) damit man ihn "österreichischer Film" nennen darf?

DANACH kommen die Politiker ins Blitzlichtgewitter dazugekrochen, diese Heuchler.

Sympathischer Bursch!

Hoffentlich bleibt er so und der Erfolg steigt ihm nicht zu Kopf. Ich wünsche ihn weiterhin alles Gute im harten Schauspielerberuf, sofern er sich entschließt, diesen Weg einzuschlagen.

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