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François Truffaut wäre 80: Kurzes, volles Leben

06.02.2012 | 12:33 |   (DiePresse.com)

Google ehrt den französischen Regisseur mit einem Doodle. Truffaut war einer der erfolgreichsten "Auteurs" der Nouvelle Vague und wurde nur 52 Jahre alt.

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Heute, am 6. Februar 2012, wäre der französische Regisseur François Truffaut 80 Jahre alt geworden. Erst! Das mag man kaum glauben, denn Truffaut starb immerhin vor mehr als 20 Jahren, 1984. Damals war der berühmte und erfolgreiche Regisseur der französischen Nouvelle Vague gerade 52 Jahre alt, sein umfangreiches wie berühmtes Werk ließe auf eine weit längere Lebenszeit schließen. Von 1957 bis 1983 brachte er fast jedes Jahr einen Film heraus, insgesamt führte er bei rund zwei Dutzend Filmen Regie und war an vielen anderen beteiligt. Die Suchmaschine Google ehrt den Regisseur mit einer thematisch gestalteten Startseite: Ein gemaltes Schwarz-Weiß-Bild zeigt eine einsame Gestalt, die aufs Meer blickt. Ein typisches Bild für die Nouvelle Vague, jene filmische Stilrichtung, die in den Sechzigern weltweit für Furore sorgte.

Seine Karriere begann Truffaut, am 6. Februar 1932 in Paris geboren, als Kinokritiker bei der Filmzeitschrift "Cahiers du Cinema". Der Gründer der Zeitschrift, André Bazin war nicht nur Mentor der neueren französischen Filmkritik, sondern auch Vaterfigur für Truffaut. Als uneheliches Kind geboren, verbrachte er den Großteil seiner Kindheit in Obhut seiner Großmutter. Erst Ende der Sechziger erfuhr Truffaut, wer sein richtiger Vater war.

"Eine gewisse Tendenz im französischen Film"

In "Cahiers du Cinema" 1954 formulierte Truffaut auch die theoretische Grundlage der Nouvelle Vague. Er verortete "Eine gewisse Tendenz im französischen Film" (Une certaine tendance du cinéma français): Eine Kampfschrift gegen mächtige Drehbuchautoren, die entscheiden, was "filmbar" ist und was nicht, und ein Aufruf für Filmemacher, die persönliche Verantwortung für ihr Werk zu übernehmen und selbst Autorenfilmer (Auteurs) sein. Seine Vorstellungen setzte Truffaut auch praktisch um, als Regisseur in seinem ersten Spielfilm "Sie küssten und sie schlugen ihn" von 1959. Dafür wurde er mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet.

Mit Filmen wie "Schießen Sie auf den Pianisten" und der sensiblen Dreiecks-Geschichte "Jules und Jim" wurde Truffaut zwischenzeitlich zum erfolgreichsten Cinéasten der Nouvelle Vague. Für "Die amerikanische Nacht" gewann er 1974 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Die Verfilmung von Ray Bradburys "Fahrenheit 451" mit Oskar Werner war der einzige englischsprachiger Film von ihm.

Freundschaft und Bruch mit Godard

Mit den Protagonisten der Nouvelle Vague, mit Jacques Rivette und Alain Resnais, Claude Chabrol, Eric Rohmer und Jean-Luc Godard war Truffaut befreundet. Insbesondere die Beziehung zu Godard war aber eine unruhige: 1968 kam es zum Bruch aufgrund unterschiedlicher politischer und künstlerischer Ansichten.

Privat war Truffaut bis Mitte der Sechziger mit Madeleine Morgenstern zusammen, mit der er zwei Töchter hatte. Von Ende der Siebziger bis zum Ende seines Lebens lebte er mit der Schauspielerin Fanny Ardant, die ein Jahr vor seinem Tod ein Mädchen auf die Welt brachte.

Am 21. Oktober 1984 erlag der Regisseur 52-Jährig im Amerikanischen Krankenhaus Paris in Neuilly-sur-Seine einem Hirntumor. Sein Grab auf dem Cimetière de Montmartre ist heute Pilgerort für Filmfans aus aller Welt.

Schwerpunkt auf Arte

Der Kultursender Arte widmet dem Regisseur einen Schwerpunkt: "Auf Liebe und Tod" (6. 2, 20.15 Uhr) anschließend "Schießen Sie nicht auf den Pianisten!" (22.05 Uhr); "Geraubte Küsse" (13.2., 22.10 Uhr), "Tisch und Bett" (20.2., 20.15 Uhr), "Liebe auf der Flucht" (20.2., 21.50 Uhr).

 

(her)

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1 Kommentare
Ln__
06.02.2012 15:17
3 0

Kubrick und Truffaut

und danach kommt lange nichts