20.05.2013 07:29 Merkliste 0

Haneke in Cannes: Fehlen der Politik ist "etwas peinlich"

22.05.2012 | 14:42 |   (DiePresse.com)

Obwohl zwei Filme von Österreichern im Wettbewerb sind, ist die Kulturministerin nicht an die Croisette gereist. Inzwischen ist auch Brad Pitt eingetroffen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Zwei Filme von österreichischen Regisseuren sind im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes vertreten, doch Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) reiste deswegen nicht an die Croisette. "Es ist doch eher ungewöhnlich, dass ein so kleines Land wie Österreich zwei Filme im Wettbewerb von Cannes hat", sagte Starregisseur Michael Haneke. "In meiner Premiere (von "Amour", Anm.) waren sowohl der deutsche Kulturminister als auch die französische Ministerin, nur die österreichische Ministerin war nicht da. Das finde ich doch etwas peinlich." Ihm persönlich sei die Anwesenheit von Schmied nicht so wichtig. "Es ist nur schade für den österreichischen Film", so Haneke.

Haneke Favorit für die Goldene Palme

"Amour" wird als haushoher Favorit für die Goldene Palme gehandelt, Haneke gibt sich eher bescheiden: "Da geben alle ihre Sprüche an die Presse und gratulieren, aber es passiert nicht viel - das ist leider so." Er wolle dazu aber eigentlich nichts mehr sagen. "Ich habe früher versucht, mich in die Filmpolitik einzumischen, aber jetzt kümmere ich mich lieber um meine Filme. Das reicht." Haneke hatte 2009 für "Das weiße Band" bereits die Goldene Palme gewonnen.

"Natürlich ist Cannes das wichtigste Schaufenster für den internationalen Film", erklärte der Filmemacher. "Und wenn man in den Wettbewerb kommt, ist die Aufmerksamkeit noch um einiges größer. Das ist die beste Publicity, die man haben kann, das hier und der Oscar. Wenn man diese Fenster zur Öffentlichkeit nutzen darf, macht man das auch gerne." Die Aufregung um den heuer rein männlich besetzten Wettbewerb in Cannes findet Haneke dagegen "relativ albern". Wenn etwa die Regisseurinnen Agnes Varda oder Claire Denis einen neuen Film hätten, "dann würden die auch sicher hier gezeigt werden".

Prad Pitt als Gangster

Auch am Dienstag war wieder Prominenz aus Hollywood an die Côte d'Azur gereist: Brad Pitt kam nach Cannes, wo er sein neues Werk "Killing Them Softly" vorstellte. In dem Gangsterstück "Killing Them Softly" spielt der 48-Jährige einen Killer. Der Film von Andrew Dominik ("Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford") läuft beim Festival im Wettbewerb.

Pitt reiste ohne seine Verlobte Angelina Jolie an. "Sie ist nicht hier", sagte der 48-Jährige. "Sie bereitet sich auf einen Film vor, der schon bald gedreht wird." Zu ihren Hochzeitsplänen verriet Pitt nichts. "Wir haben noch kein festes Datum, wirklich nicht!" die 36-jährige Jolie und Pitt sind seit April verlobt.

Filmfestival Cannes 2012: Haneke, Seidl und ihre 20 Konkurrenten

Alle 23 Bilder der Galerie »

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

11 Kommentare

Verwirrt's doch die armen Politiker nicht so...

Da haben sie sich gerade erst gewundert, dass im Schwindelegger seinem Ethiklehrbuch als Beispiel „Urlaub an der Côte d’Azur auf Steuerzahlerkosten = Böse“ steht. Dann halten sie sich d'ran, und schon passt's wieder nicht. Jetzt tut dem Werner der Kopf weh...

Gast: uburoi
22.05.2012 17:27
0 0

das fehlen von was?

haben die täglich schwammerl?

1 1

blas dich net auf,

keinem geht die minister schmied ab, die zerstört gerade unser schulsystem; hat also besseres zu tun, als pseudo-eliten zu gratulieren.

first world problems

Haneke sollte sich über die Abwesenheit von heimischen Politikern freuen und sie nicht beklagen


Im Mittelpunkt sollten die Künstler und ihre Werke stehen und Politiker würden hier doch nur stören. Zudem hat er die öffentliche Filmförderung für sein Werk ohnehin bereits kassiert, weshalb seine Forderung umso unverständlicher ist. Glaubt er vielleicht, dass die Anwesenheit von heimischen Politikern sein Werk aufwerten würde?

Re: Haneke sollte sich über die Abwesenheit von heimischen Politikern freuen und sie nicht beklagen

Nein, aber desto erfolgreicher und Qualitativ hochwertiger Filme werden desto höher steigen Ihre Förderungen:)

0 1

Re: Haneke sollte sich über die Abwesenheit von heimischen Politikern freuen und sie nicht beklagen

Die meisten Künstler werden extrem spießig sobald sie Erfolg haben. Da können sie nicht genug von staatlichen Ehrungen bekommen.

Narzissmus

Abgesehen davon, dass es kein Renommee ist einen österr. Politiker dort zu treffen, steht die Selbstverliebtheit der Kino/Theater-Artisten in keinem Verhältnis zu deren Bedeutung in der allgemeinen sozialen Realität. Hier pushen sich Filmleute und Medienleute in eine absurde Bedeutsamkeit.

0 0

Re: Narzissmus

Na ja, zu Fußballspielen gehen die Politiker ja auch. Filme anschauen und Fußballschauen ist doch das Niveau der aktuellen Politikergeneration.

0 0

Und die Frau Ex-Vorstandsdirektor einer

Pleitebank fehlt ihm?

Gast: b754
22.05.2012 15:12
2 0

wenn sie gefahren wären dann hätten sich schwarzblau wieder aufgeregt


Sogar Brad Pitt und die österreichische Ministerin

nicht, na sowas auch! Vielleicht hat sie gehört, daß Frau Jolie auch nicht kommt? Langsam nehmen sich diese Filmfuzzies aber ganz schön wichtig und das bei solchem Kinosterben;-) Es ist genau wie bei Modeschauen: Eine geschlossene Gesellschaft, da braucht sich Frau Minister wirklich nicht bemühen.