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Haneke: "Der beste lebende Regisseur"

28.05.2012 | 18:34 |  CHRISTOPH HUBER (Die Presse)

Der österreichische Regisseur Michael Haneke triumphierte mit dem gefeierten Todesdrama "Amour" zum zweiten Mal in Cannes. Ein historischer Erfolg. Mit dem Kammerspiel überzeugte Haneke auch bisherige Skeptiker.

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Sonntagabend schrieb der Österreicher Michael Haneke in Cannes Festivalgeschichte. Für sein französisches Todesdrama „Amour“ erhielt er zum zweiten Mal die Goldene Palme des renommiertesten Filmfestivals: 2009 hatte Haneke für das Historienepos „Das weiße Band – eine deutsche Kindergeschichte“, den Cannes-Hauptpreis zugesprochen bekommen. So schnell hintereinander hat noch nie ein Filmemacher die Palme gewonnen: Das gelang bisher überhaupt nur dem bosnischen Serben Emir Kusturica (1985, 1995), dem Dänen Bille August (1988, 1992), den belgischen Brüdern Jean-Pierre und Luc Dardenne (1999, 2005) sowie – allerdings mit je einer geteilten Palme – dem Japaner Shohei Imamura (1983, 1997) und US-Regiestar Francis Ford Coppola (1974, 1979). So siegte auch schon der Schwede Alf Sjöberg zweimal in Cannes (1946, 1951) – das war aber, bevor das Festival 1955 seine Goldene Palme einführte.

Ein Regensturm fegte am Tag der Preisvergabe über Cannes – wie am Sonntag eine Woche vorher, als Hanekes „Amour“ Premiere feierte: Für den österreichischen Vorzeigeregisseur offenbar ein gutes Zeichen. Die bis dahin vom Wettbewerb enttäuschte Presse reagierte mit Hymnen auf Hanekes Film über ein pensioniertes Musiklehrerehepaar, gespielt von den Altstars Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva. Nachdem die Frau einen Schlaganfall erlitten hat, und da sie körperlich und geistig zusehends verfällt, wird die Beziehung der beiden auf die letzte Probe gestellt. Haneke schildert die Entwicklung so unerbittlich wie taktvoll. „Eine Liebesgeschichte für die Ewigkeit“, donnerte etwa das Branchenblatt „Variety“.

 

Haneke als „der beste lebende Regisseur“

Mit dem sorgfältig reduzierten Kammerspiel überzeugte Haneke auch bisherige Skeptiker– nicht zuletzt den italienischen Jurypräsidenten Nanni Moretti, der Haneke den Hauptpreis übergab. Der Österreicher betrat die Bühne mit seinen französischen Hauptdarstellern Riva und Trintignant, denen er besonders dankte. Moretti hatte bei der Preisvergabe den „fundamentalen Beitrag“ der Schauspieler unterstrichen und offenbarte in der Jury-Pressekonferenz, dass man „Amour“ gern mehr Preise gegeben hätte, was aber das Reglement verbietet. Trintignant revanchierte sich, indem er Haneke als „den besten lebenden Regisseur“ lobte.

Schon bei der Palmen-Entgegennahme hatte Haneke vor allem seiner Frau Susanne gedankt, die ihn seit über 30 Jahren unterstütze. In der Pressekonferenz der Preisträger führte er die persönliche Natur des Projekts „Amour“ weiter aus: „Die Geschichte, die ich erzähle, beruht auf einem Versprechen, das meine Frau und ich einander gegeben haben: sich in einer Situation wie im Film nicht zu trennen. Wir sehen so etwas die ganze Zeit, und es ist ein weitverbreitetes Problem. Ich habe es in meiner eignen Familie erlebt, und das hat mich letztlich, dazu getrieben, den Film ,Amour‘ zu machen.“

Bundeskanzler Werner Faymann gratulierte Haneke zur „historischen Leistung“, Kulturministerin Claudia Schmied würdigte prompt die „verdiente Auszeichnung“ für „Nonkonformisten“ Haneke sowie die zweite Wettbewerbsteilnahme eines Österreichers: Ulrich Seidl ging aber leer aus. Pikanterweise hatte sich Haneke über Schmieds Absenz bei seiner Premiere beklagt, wo doch die Repräsentanten von Frankreich oder Deutschland gekommen seien. Nach dem erneuten Sieg war Haneke aber nur mehr begeistert. „Ich bin sehr glücklich“, erklärte er im Interview mit Canal+, „und es gibt nichts, was ich sonst dazu sagen könnte.“

Goldene Palme: „Amour“ von Michael Haneke (Österreich)

Großer Preis der Jury: „Reality“ von Matteo Garrone (Italien)

Beste Regie: Carlos Reygadas (Mexiko) für „Post Tenebras Lux“

Bester Darsteller:Mads Mikkelsen (Dänemark) für „The Hunt“ („Jagten“) von Thomas Vinterberg

Beste Darstellerinnen: Cristina Flutur und Cosmina Stratan (Rumänien) für „Over the Hills“ („Dupadealuri“)

Bestes Drehbuch: Cristian Mungiu (Rumänien) für „Over the Hills“

Preis der Jury: „The Angel's Share“ von Ken Loach (England)

Fipresci-Preis der Filmkritik: „In the Fog“ („V tumane“) von Sergei Loznitsa (Weißrussland)

„Goldene Kamera“ für das beste Debüt: „Beasts of the Southern Wild“ von Benh Zeitlin (USA)

Hauptpreis „Un certain regard“(Zweitwettbewerb): „Después de Lucía“ von Michel Franco (Mexiko)

Spezialpreis der Jury „Un certain regard“:„Le grand soir“ von Benoît Delépine und Gustave de Kervern (Belgien)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2012)

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63 Kommentare
 
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Gast: Cineast
29.05.2012 16:54
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Absurd.

Haneke ist ín ´Amour´ zweifellos milder geworden, ´menschlicher´. Aber ihn als ´besten lebenden Regisseur´ zu bezeichnen ist grotesk und absurd - und gezielte Propaganda, Stichwort: Filmförderung. Es GIBT Kriterien für künstlerische Qualität - und auch der Erfolg beim Publikum IST ein Maßstab. Das Publikum immer dann als ´unreif´, ´dumm´, ´ohne Verständnis für künstlerische Qualität´ zu bezeichen, wenn es gewisse Filme meidet (darunter die meisten österreichischen Produktionen) ist genau das, was - beim Publikum erfolglose - Filmemacher demselben vorwerfen. Dabei gieren alle - ALLE - nach möglichst hohen Zuschauerzahlen. Alles andere ist verlogen. Und es ist sehr viel schwieriger zig-Millionen Menschen ins Kino zu locken - vor allem regelmäßig - als goldene Palmen zu gewinnen.

Ein paar Namen gefällig? Hier schnell mal eine - sehr begrenzte - Auswahl: Cameron, Lynch, Burton, Ritchie, Kaurismäki, Almodovar, Ridley Scott, die Coen Brüder, Besson, Polanski, Inarritu, Tarantino, Spielberg, die Pixar-Leute, Bigelow, Scorsese, Ang Lee, die meisten Regisseure der beim Publikum erfolgreichsten Filme der letzten Jahre.... und, und, und, und.... Haneke soll ´besser´ sein als auch nur einer der (wenigen von noch vielen anderen) Genannten? Absolut lächerlich, sorry! Daran ändern zwei Palmen gar nichts.

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Re: Absurd.

Die Größe dieser Leistung besteht in dem Mut, das wichtige und unpopuläre Thema anzugehen.
Was bei Verleihungen gesagt wird, ist so eine Sache. Ich denke Haneke ist über die Anerkennung überglücklich.
Basta.

Was ist denn die große Leistung von Cameron?
Die Geschichten sind im Grunde alle alt. Nur halt diesmal anders aufgegossen (Avatar). Das war im 19. Jahrhundert große Kunst, solche Visionen zu haben. Ja ja, mit Technik und Riesenbudget macht man auch die größte Kunst. Deshalb "mussten" sie ihm ja auch Preise geben. Verdient ist etwas anderes ...

Und diese sinnlose Steigerung von Gewalt? Was soll das denn? Wen bringt es denn weiter, wenn dauernd gelogen, getrickst und gemurkst wird? Mit immer ärgeren Effekten ...
Mit dem Massenpublikum zu argumentieren ist schwach, die Mehrheit geht immer den einfachsten und bequemsten Weg; diese zu bedienen (mit Beratern aller Art an der Seite) ist überhaupt keine große Kunst!

Sieht man besonders deutlich am Song-Contest.

Auch eine Meinung.

Haben Sie bei Ihren Zuschauerrekorden auch bedacht, dass Filme Ihrer geliebten Hollywood-Regisseure ein höheres Werbebudget haben als bei Haneke der ganze Film?

Finden Sie Kommerz-Klum, wie Lady Gaga auch künstlerisch wertvoller als Stücke von Mozart, Bach, Beethoven - nur weil es momentan mehr Leute hören? -- dann tun Sie mir nämlich leid.

Das Werbebudget beeinflusst vielleicht die Zuschauerzahlen,

jedoch in weitaus geringerem Ausmaß als man glauben mag - sonst gäbe es keine Multi-Millionen-Blockbuster die floppen.

Letztendlich entscheidet der Kinobesucher am Ende der Vorstellung, obs ihm gefallen hat und in dieser Hinsicht herrscht Chancengleichheit zwischen Mainstream und Arthouse.

Haneke ist IMHO (und da kann man durchaus anderer Meinung sein) ein klassischer Oscar-(bzw Palmen-) bait.

Er macht Filme für die Juries, weniger für das Publikum. Handwerklich gut gemacht, interessante Bildersprache, pseudointellektuell-nihilistische Inhalte.

Re: Absurd.

Die Presse setzt die Überschrift unter Anführungszeichen, was klar macht, dass es sich um ein Zitat handelt.
Das Zitat kommt von Trintignant, der schon mit vielen sehr guten Regiesseuren gearbeitet hatte.

Also ehrenvoll für Haneke und zugleich nicht überzubewerten. Denn es ist die Privatmeinung eines Schauspielers im Überschwang.
Die Presse zitiert das auch ganz richtig.

Re: Absurd.

Die Headlines sind in der österreichischen Presse verständlicherweise auf unsere Medienwelt zugeschnitten. Wenn Sie schon den Versuchs machen Sachlichkeit zu vermitteln dann schon richtig.

Trintignant selbst sagt in einigen Interviews: "Hanenke ist für ihn in seiner gesamten Schauspielkarriere der beste Regisseur gewesen." Ich habe die Antworten auf französisch verstanden.

Was dann Österreichs Glossenschreiber nicht nur in der Presse, daraus machen ist halt eine andere Sache.

Aus meiner persönlichen Sicht war dieser Film von der Entstehung bis zur Fertigstellung eine respektvolle Leistung Hanekes.

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Re: Absurd.

Genau.
No country for old men.

Ein paar Fakten...

Daß Michael Haneke "überhaupt gar nix" mit Österreich zu tun hat", stimmt so nicht ganz. So wurde sein aktuell preisgekrönter Film "Amour" zu 70% von Frankreich, zu 30% von Deutschland, aber eben auch zu 10% seitens der österreichischen Filmförderung finanziert. Hanekes ebenfalls ausgezeichneter Streifen "Das weiße Band" führte "immerhin" dazu, daß die heimische Filmförderung nicht weiter gekürzt wurde. Aber aufgestockt wurde sie seit 2007 auch keineswegs!

Bei der Preisverleihung an Haneke waren Vertreter der französischen und deutschen Kultusministerien zugegen. Unsere Fachministerin Schmied hatte dazu leider keine Zeit. Was freilich insofern verwundert, als Politiker generell sofort herbei eilen, wenn sich für sie eine Gelegenheit ergibt, sich im Glanze anderer zu sonnen! Aber vermutlich war sie noch mit dem Korrigieren der landesweiten Test-Schularbeiten beschäftigt.

Antworten Gast: einschub
29.05.2012 14:55
1 0

Re: Ein paar Fakten...

interessante rechnung!

Gast: gast:1
29.05.2012 10:40
4 0

ist GeschmacksSache

ob man einen Film nun gut oder schlecht findet.

Fakt ist aber, dass der Mann, was sein filmisches Schaffen betrifft, nix mit Österreich zu tun hat.

Er dreht mit französischen Schauspielern französische Filme. Er ist bloß in Österreich geboren, Erfolg hatte er (wie schon so viele Landsleute vor ihm) im Ausland.

Antworten Gast: casi
29.05.2012 19:25
0 0

Re: ist GeschmacksSache

...wäre sehr schlimm wenn gut oder schlecht eine sache des geschmacks wären.

denn: dem esel ist die eselin das liebste!


Antworten Gast: Agave
29.05.2012 12:52
2 2

Re: ist GeschmacksSache

Qualität und Geschmack haben nichts miteinander zu tun.

Qualität ist objektiv, Geschmack ist subjektiv.

So muss einem ein qualitativ guter Film nicht unbedingt gefallen - umgekehrt kann einem ein qualitativ schlechter Film aus persönlichen Gründen trotzdem gefallen.

Das gilt für alle Formen der Kunst.

Re: Re: ist GeschmacksSache

Ein regelrechter Publikumshit wird auch dieser Hanke-Film nicht werden. Eher so etwas wie das richtige Film-Futter für elitäre ARTE-Zuschauer. Oder ORF-Konsumenten zu mitternächtlicher Stunde. Die meisten Leute finden die täglich erlebte Realität schon traurig genug, als daß sie auch noch im Kinosaal oder vor dem TV-Kastl zusätzlich Trübsal blasen möchten! Womit ich aber gar nix Abfälliges über "Amour" sagen will. Auch in der Kulinarik gibt´s schließlich spezielle "Fastenspeisen"....

1 0

Re: Re: Re: ist GeschmacksSache

Schade, dass das Ansehen solcher Filme "elitär" ist ... die interessantesten Filme werden immer erst gegen Mitternacht gezeigt, während mit volksverblödenden, zugekauften Soaps u.Ä. die Hauptsendetermine zugestopft werden. Der Film muss kein Publikumshit sein, aber es könnte Herrn/Frau Österreicher doch interessieren, wenn ein Preisträger dieses Kalibers aus unserem Land kommt - ich würde mir das entscheidende Tor ja auch ansehen, wenn Österreich Europameister wird (würde), obwohl ich sonst nicht viel für Fussball übrig habe :-))
....und ehrlich: wieviel "Millionenshow" können Sie noch verkraften?

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ist GeschmacksSache

Sehr richtig, das Programm wird uns ja diktiert.
Wenn man nicht aufpasst, stumpft man ab und sieht einfach was läuft.
Daraus lässt sich keine Bedeutung oder Erfolg ermessen.

Ich halte von daher auch die Quoten eigentlich für nichtssagend.

Das Fernsehen im Internet und natürlich auch mit TV-Geräten ist daher die Zukunft.
Der Werbung und Ausspionierung wird man nicht entgehen, dem Programmdiktat aber ganz sicher.

Antworten Gast: vito c
29.05.2012 12:02
0 1

falsch

geschmackssache ist, ob ihnen persönlich der oder ein film gefällt oder nicht.
kunst und kultur können sehr wohl sachlich bewertet werden, und ob ein film denn über das persönliche gefallen hinaus gut oder schlecht ist, dass ist an sich argumentierbar.

und igrnedwie les ich da auch sowas wie kritik raus. aber wen kritisieren sie? haneke weil sie ihn nicht für einen österreicher halten, oder österreich als land indem sich ein derartiger kunstschaffender scheinbar nicht so wohl fühlt, dass er auchhier arbeiten will?

ich finde nicht, dass haneke so nix mit dem österr. film zu tun hat, wie sie meinen. funny games wurdein österreich gedreht. und haneke ist prof an der filmakademie. oder war es zumindest.

Antworten Gast: Klarstellung
29.05.2012 11:45
0 0

geboren wurde er in Düsseldorf,

aufgewachsen ist er in Wiener Neustadt, soweit ich mich erinnern kann.

Gast: gast:1
29.05.2012 06:25
8 0

wenn Europa

jetzt noch lernt flockig-leichte Unterhaltung fürs Kino zu produzieren wär schon was gewonnen.

Dass wir in Europa Meister im kopflastigen, Denker-Kino sind, ist eh nix Neues...

Ich fänds schöner, wenn Europa auch in Sachen leichter Unterhaltung kompetenter wäre...

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Re: wenn Europa

Ich fand die Trautmann Folgen grandios. Für mich die beste Umsetzung von Hinterberger Büchern.

Nicht, dass alle anderen schlecht waren, aber wirklich ganz gut waren sie nicht.

Die begnadete Besetzung der Figuren mit ihrer einzigartigen Sprache - Steinhauer brilliert als schleimiger Abgeordneter, Konarek als King "Brösler", Böck ist Insp. Trautmann, Petters der Nazl-Onkel, Sasse ist Bock der Waffenhändler etc. - ergibt zusammen mit der ausgezeichneten Regie und Kamera eine Atmosphäre, einen Witz, also einfach nur herrliche Unterhaltung für alle, die Wien kennen und lieben. Und natürlich guten Film.

Natürlich ist auch das wieder eine Frage des Geschmacks, aber die Qualität war für mich ohne Zweifel sehr gut.

Übrigens wurde der Erfolg von den Redakteuren damals angezweifelt, Hinterberger und Sicheritz bestanden auf dem Experiment.

Gast: Bitte, die Kirche im Dorf lassen .....
28.05.2012 21:00
2 1

Das ist nun aber maßlos übertrieben, der Chinese Wong Kar-wei ist viel besser

und so ziemlich alle ostasiatischen Regisseure.
Aber Österreich braucht etwas zum Bauchbinseln.
Sogar vietnamesische Filme, wie z.B. "Der Duft der Papaya" sind um längen besser als die Filme Hanekes

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Re: Das ist nun aber maßlos übertrieben, der Chinese Wong Kar-wei ist viel besser

Gewiss, wong kar wei ist ein grosser regisseur, so wie haneke... Warum die beiden gegeneinader ausspielen?

Re: Das ist nun aber maßlos übertrieben, der Chinese Wong Kar-wei ist viel besser

Abgesehen davon, dass ich diese Einteilung ziemlich schwierig finde - was macht "einen besten Regisseur" aus? Ist sie als private Meinung eines Schauspielers, der mit vielen guten Regisseuren gearbeitet hatte, ok - um die wurde von der Presse zitiert:

"Trintignant revanchierte sich, indem er Haneke als „den besten lebenden Regisseur“ lobte."

Wenn Sie diese Aussage allgemeingültig betrachten wollen, müssen Sie schon Kriterien dazu nehmen, Kriterien, die von anderen auch anerkannt werden...

Re: Re: Das ist nun aber maßlos übertrieben, der Chinese Wong Kar-wei ist viel besser

Ganz generell gesagt: Mir ist noch kein Schauspieler untergekommen, der NICHT seiner Begeisterung über den Regisseur, von dem er engagiert wurde, geradezu euphemistisch Ausdruck verlieh! Man braucht sich nur die diversen "Making of..." TV-Sendungen zu neuen Filmen ansehen, dann weiß man eh, wie so etwas läuft.

Vergleiche zwischen europäischen und asiatischen Regisseuren finde ich förmlich an den Haaren herbei gezogen. Daß absolut Fremdartige an asiatischen Filmen ist schon deshalb interessant, weil es für uns völlig neue Einblicke in diese exotischen Kulturen vermittelt. Umgekehrt wird es vermutlich ganz ähnlich sein. Das Herausstechendste an asiatischen Streifen ist für mich eine in unseren Augen oft unglaubliche Härte, ja Brutalität, mit denen die darin thematisierten Probleme gelöst werden. Für Asiaten ist das aber ganz normal. Genau so normal, wie es ihnen nichts ausmacht, ja sogar als echte Delikatesse empfinden, bestimmte Tiere noch im Lebendzustand zu essen.

So wird halt verdreht und gewendet wie es benötigt wird.

Haneke: "Der beste lebende Regisseur". Wer hat das gesagt, oder wo steht das. Ich sah und hörte das Interview.

Das stimmt eben nicht. Trintignant revanchierte sich, indem er Haneke als „den besten lebenden Regisseur“ lobte.

Es bedarf bei dieser künstlerischen und finanztechnischen Leistung nicht Haneke durch derartiges verdrehen und wenden aufzuwerten.

Es ist und bleibt für sich eine respektvolle Lesitung.


Antworten Gast: Bedeutung der Worte...
29.05.2012 06:22
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Re: So wird halt verdreht und gewendet wie es benötigt wird.

du kannst die Leistung nur "respektabel" finden oder "respektvoll" sein.

Meines Erachtens beschreibt "respektvoll" eine Empfindung -> bezieht sich somit auf Menschen.

"Respektabel" hingegen ist ein Eigenschaftswort und kann daher auf Dinge und Sachverhalte angewandt werden.

0 0

Bedeutung der Worte?

Ein respektvoller Umgang miteinander ist unter Arbeitskollegen genauso wünschenswert wie ein respektabler Umgang mit der Sprache in einem Forum.

Beide Wörter sind Eigenschaftswörter.

Respektabel bedeutet manchmal auch ausreichend gut.

 
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