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Vom Serien- zum Hollywood-Star: Jason Segel in Wien

14.06.2012 | 16:43 |  von Christine Imlinger (Die Presse)

Jason Segel erklärt im Gespräch mit der "Presse", warum er gern nackt dreht, sich auf das Ende von „How I Met Your Mother“ freut und warum ihm Hollywood recht egal ist. Im Juli kommt sein neuer Film ins Kino.

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Er übernachtet nackt im Wald, friert sich eine Zehe ab, täuscht unbeholfen einen Orgasmus vor, wird vom Szenekoch zum jagenden Höhlenmenschen und wird für einen smarten Professor verlassen. Es wäre der Stoff für plumpe Hollywood-Comedy. Ist aber tatsächlich lustig, wenn Jason Segel schreibt und spielt. Der Serienstar, als „Marshall Eriksen“ ist er seit Jahren in „How I Met Your Mother“ auf den Fernsehschirmen omnipräsent, kommt im Juli mit seinem neuen Film „Fast verheiratet“ auf die große Leinwand.

Und wie er leger in Jeans und Strickjacke auf dem barocken Sofa im Wiener Imperial sitzt, plaudert und scherzt, meint man, so sehr unterscheidet er sich nicht von seinen Charakteren, den charmanten Tollpatschen, den liebenswerten Schusseln, die immer wieder scheitern, die Segel stets spielt und die er teils selbst (auch autobiografisch) als Autor entwirft.

„Das Lustigste ist, wenn wir jemandem zusehen, wie er die peinlichsten, erniedrigendsten Situationen erlebt, die uns selbst passieren könnten.“ Zum Beispiel jemandem, der nackt, freudig posend, seine Freundin erwartet, um dann – noch immer nackt – verlassen zu werden. So seine autobiografische Anfangsszene aus „Nie wieder Sex mit der Ex“. „Das bringt mich noch immer zum Lachen.“

Warum er es zum Markenzeichen macht, immer wieder nackt aufzutreten? „Aus irgendeinem Grund lachen die Leute, wenn sie meinen Körper sehen. Im Kino und im echten Leben“, sagt er. Mit seinem Witz, dem Charme des unbeholfenen, liebenswerten Riesen, hat sich Jason Segel im Team um Regisseur und Autor Judd Apatow etabliert, der für viele der großen Hollywood-Komödien der vergangenen Jahre verantwortlich ist. „Mit ,Fast verheiratet‘ wollte ich aber keinen Film nur zum Lachen, wie etwa ,Brautalarm‘ machen. Eher einen Film darüber, wie verzwickt Beziehungen nach einer gewissen Zeit werden, wie den ,Stadtneurotiker‘ oder ,Harry & Sally‘“, sagt Segel, der auch das Buch geschrieben hat.

Drehbuchautor, Filmschauspieler, Serienstar, Musiker (für einige seiner Filme hat er den Soundtrack komponiert, er trat schon mit Maroon 5 auf) – ein Workaholic? „Ich bin meistens ziemlich müde“, scherzt Segel in Wien nach drei Stunden Schlaf mit einem Energydrink in der Hand. Interviews, ein wenig Sightseeing (Er schwärmt vom Riesenrad), Premiere, am Abend fliegt Segel weiter. „Aber ich liebe, was ich mache.“ Besonders das Schreiben. „Wenn ich im Wohnzimmer sitze, eine Geschichte aus dem Nichts erfinde und sie dann auf der Leinwand sehe, das ist sehr erfüllend.“

Und so, sagt er, freue er sich auf die Zeit nach „How I Met Your Mother“. „Ich werde schreiben, ich will neue Sachen ausprobieren und ich werde hoffentlich neue Charaktere spielen, für die ich bisher noch nicht die Chance hatte.“ Die Verträge der Hauptdarsteller laufen noch bis 2013, bis zum Ende der achten Staffel. „Ich weiß nicht, ob es dann weitergeht“, sagt Segel, spricht aber von einem Ablaufdatum der Serie. Davon, dass die Geschichte der fünf Freunde um den New Yorker Ted, der die Frau fürs Leben sucht, bald zu Ende erzählt sei.

Dann darf man wohl mit neuen Filmen aus Segels Feder im Kino rechnen. Auch wenn ihn der Hollywood-Zirkus so gar nicht reizt. Lieber, erzählt er, sitze er zu Hause, das sei „irgendwo im Nirgendwo in den USA, wo genau, ist mein Geheimnis“, am Teich, „wie ein alter Mann“, starre aufs Wasser oder höre Musik von Damien Rice oder Bob Dylan.

Dass sein Liebesleben (er ist seit einigen Monaten mit Schauspielerin Michelle Williams liiert) indes öffentlich debattiert wird, dass (auch vor dem Imperial) Teenager auf ihn warten, beeindruckt ihn wenig. „Das gehört zum Job, ich halte das für einen fairen Deal“, sagt er. „Hollywood? Ich denke nicht darüber nach, lese nicht, was im Internet steht, versuche, ich selbst zu bleiben.“ Der nette Kerl zum Biertrinken und Pferdestehlen, wie die Charaktere, die er in seine Film schreibt.

Zur Person
Autor, Filmschauspieler, Musiker und – am bekanntesten – „Marshall Eriksen“ aus der US-Erfolgsserie „How I Met Your Mother“. Jason Segel wurde 1980 in Los Angeles geboren, mit 19 Jahren gelang ihm der Durchbruch mit der Teenie-Serie „Voll daneben, voll ihm Leben“. Der große Erfolg kam ab 2005 mit HIMYM. Nebenbei hat Segel die Drehbücher für Komödien wie „Nie wieder Sex mit der Ex“, „Männertrip“ oder „Die Muppets“ geschrieben. Sein neuer Film „Fast verheiratet“ kommt am 13. Juli in die heimischen Kinos.

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5 Kommentare
Gast: Mally
15.06.2012 19:58
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you're?

Liebe Frau Imlinger! Habe heute den Bericht in der Presse gelesen - echt peinlich wenn nicht nur so ein schlimmer Rechtschreibfehler darin ist (den Unterschied zwischen 'you're' und 'your' sollte echt jeder wissen!), sondern der Fehler noch dazu der Name einer Serie ist. Es war ganze drei Mal falsch geschrieben. Soetwas sollte in einer Qualitätszeitung wie der Presse echt nicht passieren dürfen.

Gast: Oml
15.06.2012 15:55
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musik

jemand, der Bob Dylan und Damien Rice hört, muss ein cooler Kerl sein :)

Re: musik

Und er hat praktisch eigenhändig die Muppets aus der Versenkung geholt ... ohne ihn hätten wir letztes Jahr nicht den netten Muppets-Film gehabt.

Gast: I bins!
14.06.2012 23:16
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Jason Segel

Netter Film ist auch "Jeff, who lives at home". Witzig, spannend, zum Nachdenken & familientauglich.

Gast: burnoutberni
14.06.2012 21:40
3 0

How I Met YOUR Mother!!!

"Wie ich eure Mutter traf" != "Wie ich ihr seid Mutter traf"

Englisch is a Hund