Wer an Will Smith denkt, hat unweigerlich den top gestylten „Man in Black“ vor Augen. Derzeit sorgt er bereits mit der zweiten Fortsetzung des Sensationshits aus dem Jahr 1997 für weltweit volle Kinosäle. Die Rolle des Sprüche klopfenden Alienjägers im dunklen Maßanzug ist derart mit dem Schauspieler verschmolzen, dass man sich als Zuschauer nur schwer jemand anderen als „Agent J“ vorstellen kann.
Auch „Pretty Woman“ (1990) und Julia Roberts gehören untrennbar zusammen. Und „Titanic“ (1997) ohne Leonardo DiCaprio und Kate Winslet? Undenkbar. Doch es hätte auch anders kommen können. Denn so mancher Kassenschlager war ursprünglich mit einer ganz anderen Besetzung geplant.
Will Smith etwa hat den Zuschlag für „Men in Black“ erst bekommen, nachdem David Schwimmer die Rolle ausgeschlagen hatte. Der mittlerweile wieder in der Versenkung verschwundene Star aus der Sitcom „Friends“ war Ende der 1990er-Jahre so angesagt, dass ihm jede Menge Hauptrollen in programmierten Blockbustern angeboten wurden. Die Figur eines Geheimagenten auf der Jagd nach Außerirdischen schien ihm aber zu kommerziell, er wolle „als Schauspieler wachsen“ und sei nicht auf das schnelle Geld aus – sehr zum Glück von Smith, der mit dem Science-Fiction-Streifen seinen internationalen Durchbruch feierte.
Dem wiederum war zwei Jahre später der Part des Neo in „The Matrix“ nicht spannend genug. Er lehnte ab, und Keanu Reeves gelang als der „Auserwählte“ ein fulminantes Comeback, nachdem seine Karriere in den Jahren zuvor ins Stocken geraten war. Smith äußerte im Nachhinein mehrmals sein Bedauern über diese Entscheidung, bekannte aber auch, dass er aus der Figur des Neo wahrscheinlich nicht so viel gemacht hätte wie Reeves.
Bereuen dürfte auch Meg Ryan ihren Entschluss, die Rolle der Vivian in „Pretty Woman“ nicht angenommen zu haben. Zu gewagt sei es, eine Prostituierte zu spielen. Julia Roberts hingegen hatte keine Scheu vor diesem Tabubruch und wurde an der Seite von Richard Gere über Nacht zum Weltstar.
Ihr fehlendes Gespür für vielversprechende Charaktere stellte Ryan ein weiteres Mal unter Beweis, als sie für die Rolle der Catherine Tramell in dem Erotikthriller „Basic Instinct“ (1992) Sharon Stone den Vortritt ließ. Diese nahm dankend an und stieg mit ihren freizügigen Szenen zu Hollywoods begehrtester Frau auf. Ihr aufreizender Beinüberschlag ging in die Filmannalen ein.
Filmgeschichte schrieben 1997 auch Leonardo DiCaprio und Kate Winslet mit „Titanic“. Aber auch wenn den meisten Fans der Untergang des „unsinkbaren Schiffs“ ohne Jack und Rose unvorstellbar scheint, waren DiCaprio und Winslet nur zweite Wahl. Der Part des freigeistigen Lebemanns Jack Dawson wurde nämlich zunächst an Tom Cruise herangetragen. Der wollte sie aber nicht und ermöglichte somit DiCaprio die Rolle seines Lebens. Auch Winslet wurde nicht als Erstes gefragt. Die Wunschkandidatin des Studios für die Rolle des unglücklichen Mädchens aus der High Society war Gwyneth Paltrow, die sich dafür aber nicht begeistern konnte. Im Rückblick dürfte sie sich grün und blau geärgert haben, katapultierte der Film doch Winslet in die A-Liga der Hollywood-Schauspielerinnen, in der sie sich bis heute halten konnte.
Welche Folgen die richtige Rollenauswahl auch abgesehen von der Karriere haben kann, zeigte vor sieben Jahren Brad Pitt bei „Mr. und Mrs. Smith“. Ursprünglich war für die Action-Komödie Nicole Kidman als seine gefrustete Frau vorgesehen. Nachdem Pitt seine Beteiligung kurzerhand abgesagt hatte, zog sich auch Kidman aus dem Projekt zurück, und die Produzenten verpflichteten stattdessen Angelina Jolie. Als Pitt davon erfuhr, änderte er seine Meinung und stieg wieder ein. Ein Schachzug, der sich gelohnt hat. Die beiden lernten sich bei den Dreharbeiten kennen und lieben und sind bis heute das Glamour-Paar der Traumfabrik – vor und hinter der Kamera.
So hätte er beispielsweise in „Interview mit einem Vampir“ (statt Tom Cruise), „Legenden der Leidenschaft“ (Brad Pitt), „Signs“ (Mel Gibson), „Speed“ (Keanu Reeves), „Die Gebrüder Grimm“ (Matt Damon) und „Mars Attacks“ (Michael J. Fox) mitspielen können. Wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual.
Rollentausch: Die besten Beinahe-Besetzungen




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