Eine prallvolle Filmsommmerwoche: gleich sieben Neustarts, darunter Ted, der erste (Real-)Kinofilm des erfolgreichen Animationsserienschöpfers Seth MacFarlane („Family Guy“). Titelheld ist ein digital animierter Plüschbär mit Schandmaul und ohne Hemmungen, der mit dem besten Freund (Mark Wahlberg) ewig ein Bubenleben führen möcht'. Bis dessen Freundin die Trennung verlangt – von Ted! Die Geschichte verläuft nach Hollywoods aktueller „Bromance“-Formel, wie bei MacFarlanes Serien zündet das erratische, unanständige Gag-Dauerfeuer nicht immer, aber oft genug.
Die Animationsschmiede Pixar dagegen versucht sich mit Merida – Legende der Highlands/Brave am ersten designierten Mädchenfilm: Die Teenagerprinzessin eines Highlander-Clans soll verheiratet werden und rebelliert. Technisch ausgefeilt, inhaltlich nur Stückwerk: statt (femininer) Individualität regiert doch die Disney-Formel.
Johnny Depp spielt in Rum Diary zum zweiten Mal nach Fear and Loathing in Las Vegas den legendären Gonzo-Journalisten Hunter S. Thompson (unter Pseudonym): Die Adaption eines Thompson-Frühwerks schwankt unsicher zwischen (nur ein wenig) Wahnsinn im Stil des Vorgängers und eher bemühter Entwicklungsgeschichte.
Die französische Komödie Der Vorname/Le prénom lässt ein Abendessen unter Freunden entgleisen: eine etwas überlange Light-Version von Gott des Gemetzels.
Auch aus Frankreich kommt der postmoderne Krimi Who Killed Marilyn?/Poupoupidou – der Mord an einem wasserstoffblonden Provinzmodel führt zu Ermittlungen in verschneiter Landschaft: eine etwas überlange Light-Version von Fargo.
Außerdem starten das spanische Familiendrama La Mosquitera und die engagierte, doch platte Palästina-Konflikt-Parabel Das Schwein von Gaza/Le cochon de Gaza.
Pixars Mädchenfilm und Plüschbär-Bubenkomik
02.08.2012 | 17:12 | (Die Presse - Schaufenster)
Neben „Ted“ und „Merida“ starten fünf Filme, u. a. „Rum Diary“ mit Johnny Depp.
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