Fünf Filme kommen ins Kino, schon länger gewartet wird auf Ridley Scotts Prometheus – Dunkle Zeichen, eine Art Vorgeschichte zu seinem Science-Fiction-Klassiker „Alien“. In den meisten anderen Territorien ist der Film längst gestartet, insofern darf man gelassen ausplaudern, dass hier nicht nur die ganz großen Fragen gestellt werden, etwa: Woher kommen wir? Was sind wir? Sondern vor allem, dass es darauf weniger Antworten gibt als vage Ausflüchte, die allenfalls Erich-von-Däniken-Jünger befriedigen mögen. Kurzum: Die Raumschiff-reise zu unseren angeblichen Schöpfern ist wie ein perverses New-Age-Remake des Originalfilms: viel prätentiöses Geschwafel in meist unzusammenhängenden Szenen, von denen nur eine Handvoll effektiven Horror bietet. Der einzige Aspekt des Films, mit dem sich Scott nachvollziehbar Mühe gegeben hat, ist das schicke Düsterdesign.
Damit passt „Prometheus“ immerhin irgendwie zur Reprise der Woche: Zum 50. Todestag von Herman Hesse kommt Siddharta wieder ins Kino, die 1972 entstandene Verfilmung von Conrad Rooks. Spirituelle Sinnsuche in Indien, in kunstvolle Kompositionen übersetzt, noch leicht gegenkulturell angehaucht.
Entschieden in die Gegenrichtung steuert dafür Lady Vegas/Lay the Favorite von Stephen Frears: Die Komödie über ein Provinzmädel (Rebecca Hall), das in Las Vegas in einem Wettbüro (Betreiber: Bruce Willis) anheuert, vertraut ganz auf die seinem Schauplatz angemessene Buntheit und Oberflächlichkeit.
Auch nicht eben tiefgründig, dafür doch etwas überlang gibt sich Julie Delpys französische Komödie Familientreffen mit Hindernissen/Le Skylab über eine Sippenzusammenkunft im Jahre 1979.
Außerdem startet die norwegische Kinderfilm-Fortsetzung Knerten traut sich.
Alien-Vorgeschichte und Hermann-Hesse-Reprise
09.08.2012 | 16:21 | Von Christoph Huber (Die Presse - Schaufenster)
Neben „Prometheus“ starten vier Filme, darunter die Komödie „Lady Vegas“.
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