Kino. Sieben Filme laufen diese Woche an, einer davon hat international Kultstatus erlangt: Im indonesischen Martial-Arts-Film The Raid: Redemption/Serbuan mautkämpft sich eine Polizeieinheit durch das Hauptquartier eines Drogenbarons, ein Abbruchhaus in Jakarta. Buchstäblich halsbrecherisches Action-Dauerfeuer mit beeindruckendem Körpereinsatz: brutal rigoros und formal virtuos. Der sture Minimalismus wird aber nur Genre-Freunde begeistern.
Weniger radikal ist Stephen Soderbergs Magic Mike: Die Geschichte eines 19-Jährigen, der ins männliche Stripper-Milieu abgleitet, lockt mit dem für Hollywood unkonventionellen Sujet, um dann die übliche Absturzgeschichte zu erzählen. Enttäuschend.
Der übernatürliche Thriller Red Lights hat dagegen Momente: eine Uni-Professorin (Sigourney Weaver) demaskiert Parapsychologie-Scharlatane, ein blindes Medium (Robert De Niro) fordert sie heraus. Gute Ansätze, bemühtes „Überraschungsende“.
Die „dokumentarische Erzählung“ This Ain't Californialiefert eine DDR-Rückschau aus Subkulturperspektive: Nach dem Tod des Anführers erinnert sich eine Skater-Gang an die Zeit bis zur Wende. Reinszenierungen treffen auf tolles 80er-Originalmaterial.
Der bayerische Vielarbeiter Marcus H. Rosenmüller legt mit Wer's glaubt, wird selig ein regionales Lustspiel vor: ein Skiparadies vor dem Ruin hofft auf ein Wunder.
Außerdem starten zwei Formel-Komödien: ein Schwangerschaftsratgeber war die Basis für die Hollywood-Episode Was passiert, wenn's passiert ist/What to Expect When You're Expecting (u.a. mit C.Diaz). Und im kanadischen Wohlfühlfilm Starbucks wird ein langjähriger Samenspender wegen eines Irrtums mit einer Sammelklage von 142 Kindern konfrontiert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)
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