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"Let's make money": Rocky Horror Picture Show of Economics

02.11.2008 | 18:26 |  GERHARD HOFER (Die Presse)

Erwin Wagenhofer drehte mit „Let's Make Money“ eine atemberaubende Anklage gegen Kapitalismus und Finanzwirtschaft. Der Film stellt richtige Fragen, gibt allerdings manch peinliche Antwort.

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Danke für einen Film zur rechten Zeit“, sagt Alexander Syllaba. Ihm gehört das Cinema Paradiso am St. Pöltner Rathausplatz. Soeben endete die Niederösterreich-Premiere des Films „Let's Make Money“. Jetzt stellt sich Regisseur Erwin Wagenhofer den Fragen des Publikums.

Jetzt sind die leeren Augen der indischen Näherin vergessen, die Kinder und Frauen, die in Burkina Faso auf den Baumwollfeldern darben. Jetzt geht es dem Publikum um „die da oben“. „Wer wird zur Verantwortung gezogen“, fragt eine Frau. Und sie meint Politiker, Banker, Finanzmanager.

Der Film will zeigen, was mit unserem Geld passiert, wenn wir es auf die Bank tragen und hohe Renditen erwarten. Der Film stellt gute Fragen: Kann unser Geld arbeiten? Kann Wachstum unendlich sein?

„Irgendwann hat ein kluger Mensch den Begriff ,Emerging Markets‘ erfunden“, hört man in dem Film Finanzmanager Mark Mobius sagen. Das klinge gleich viel netter als Dritte Welt. Mobius ist tatsächlich ein Superstar in der Finanzwelt. Er investierte in Indien oder China, als noch keiner daran dachte. Der kahlköpfige Endsechziger residiert in einem Wolkenkratzer in Singapur und hat nur drei Probleme. Er ist eitel, hässlich und gewissenlos. Und damit erfüllt er genau jene Parameter, die Wagenhofer benötigt, um den Kapitalismus so richtig vorzuführen. „Die beste Zeit zu kaufen ist, wenn das Blut auf den Straßen klebt“, sagt Mobius.

 

Mirko Kovats wird vorgeführt

Wagenhofer sucht sich seine Protagonisten penibel aus. Dann begleitet er sie so lange, bis er die richtigen Sätze serviert bekommt. „Hier schreit keiner nach der Gewerkschaft. Hier ist Selbsthilfe angesagt.“ Das Statement stammt vom österreichischen Industriellen Mirko Kovats, der sein Werk in Indien inspiziert. Als er erfährt, dass ein indischer Hilfsarbeiter 200 Euro im Monate verdient, meint er: „Man kann es sich nicht leisten, großzügig zu sein.“

Das sind die Momente, in denen der Film tatsächlich wirtschaftliche Aussagekraft hat. Nämlich: Wenn bei einem Manager die Selbstherrlichkeit und der Geltungsdrang größer sind als der Verstand, sollte man sein Geld woanders investieren.

„Kovats war eitel genug, um mitzumachen“, erzählt Wagenhofer etwas höhnisch. Kovats war allerdings nur dritte Wahl. Lieber hätte Wagenhofer den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, vorgeführt. „Es war auch Androsch im Gespräch“, erzählt er. Aber die beiden dürften wohl den Namen „Wagenhofer“ gegoogelt haben. Auf Google hätte Kovats erfahren, dass Wagenhofer mit „We Feed the World“ den erfolgreichsten Dokumentarfilm Österreichs geschaffen hat. Seinen Einblick in die Welt der Nahrungsmittelindustrie.

In seinen Dokumentarfilmen dokumentiert Wagenhofer vor allem eines: seine vorgefasste Meinung. „Ich schreib' zuerst das Drehbuch. Da steht etwa: Ein österreichischer Industrieller besucht sein Werk in Indien“, gewährt er Einblick in seine Arbeitsweise. Wagenhofer kennt das Ergebnis, bevor die Kamera läuft.

 

Exzellente Manipulation

Mit der Kamera blickt er der Armut in die Augen und dem Reichtum ans Handgelenk, das eine protzige Designeruhr ziert. Er filmt die Maßschuhe der Manager und die nackten Füße der Frauen im indischen Steinbruch. Er lässt die Geier über den Baumwollbauern in Burkina Faso kreisen und die Tauben über dem Finanzzentrum Londons. Wagenhofers Bildsprache ist exzellent und manipuliert auch exzellent.

Ihn interessiert nicht der indische Ingenieur, der bei Kovats 2000 Euro im Monat verdient und so seine Familie aus dem Elend des Slums befreit. Ihn interessieren nicht die 100 Millionen Inder, die es dank Globalisierung zu bescheidenem Wohlstand gebracht haben. Sie stehen nicht im Drehbuch. Und das ist auch in Ordnung so: Elend kann nicht aufgerechnet werden. Die Welt ist keine Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Aber die Welt ist auch nicht so einfach, wie sie Wagenhofer darstellt. Wenn er den deutschen SPD-Politiker Hermann Scheel sagen lässt: „Privatisieren kommt vom lateinischen Wort ,privare‘ und das heißt ,berauben‘“, dann übersetzt der Träger des Alternativen Nobelpreises nur seinen Teil der Wahrheit. „Privare“ bedeutet ebenso „befreien“. Für Scheel, der vehement für eine Koalition der SPD mit den Linken eintrat, heißt Privatisierung allerdings „die Gesellschaft enteignen“.

Und so verliert der Film dann an Glaubwürdigkeit, wenn er versucht, Antworten zu geben. Mitunter wird er sogar peinlich. Wenn Verschwörungstheoretiker und Autor John Perkins behauptet, der Irak-Krieg sei von den USA vom Zaun gebrochen worden, weil Saddam Hussein Öl nicht mehr in Dollar, sondern in anderen Währungen verkaufen wollte, muss die Kamera schnell über das Gräberfeld in Arlington schwenken, um von so viel Schwachsinn abzulenken.

Wenn Wagenhofer dann auch noch selbst diese krausen Theorien in Interviews als seine Meinung auftischt, ist es nicht mehr peinlich, sondern unerträglich. Unerträglich dumm.

Das Problem von „Let's Make Money“ beginnt, wo Ausbeutung und Armut von Verschwörungstheorien und Populismus übertönt werden. Das führt dazu, dass der Film den Betrachter mit einem guten Gewissen entlässt. Schließlich sind es „die da oben“, die schuld sind. Das Elend der Welt wird zwar gezeigt, aber gleichzeitig wieder ausgeblendet. So verkommt der Streifen zu einer Rocky Horror Picture Show. Da passt es, dass die Premierenfeier von der Bank Austria gesponsert wird.

Und Wagenhofer? Er redet noch immer über Wirtschaft. Er ist nicht Regisseur, sondern mimt den Wirtschaftsexperten. „Wie wird das mit der Finanzkrise weitergehen?“, wird er gefragt. „Wenn ich sag', was ich mir denke, dann schaut's traurig aus“, sagt Wagenhofer. Genau das ist sein Problem.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2008)

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21 Kommentare
Gast: mr.billion
29.04.2010 06:33
0 0

Jetzt wo die Wirtschaft

am Boden ist und sich ein Desaster in der eu zone anbahnt weil sich szenen aus dem film bewahrheiten bekommt der film doch ne ganz andere Bedeutung :)

Gast: sugo
11.11.2008 18:05
0 0

der kommentator sollte sich selbst ordentlich informieren bevor er diesen kommentar schreibt.

tatsache ist, dass 200 euro für indien ein relativ hohes gehalt sind.ich selber habe gegenden besucht, wo leute im schnitt zwischen 15 und 30 euro pro monat verdienten.soviel zum thema hintergrundwissen.dies ändert jedoch nichts an der dokumentation an sich und der tatsache, dass bei der ausbeutung der menschen ein gewisses system dahintersteckt.ohne auf jedes argument im detail eingehen zu wollen:ich habe den film selber gesehen, man hat nicht den eindruck, dass permanent verschwörungstheorien bemüht werden.wagenhofer lässt die interviewpartner einfach reden und der zuschauer kann sich dabei sein eigenes bild über die glaubwürdigkeit der informationen bilden.einige fakten gehörten schon vor der "let's make money" zum allgemeingut, hier insbesondere: die vorherrschaft amerikas und das damit verbundene interesse, den dollar als leitwährung zu etablieren, sowie die tatsache, dass die usa nie zimperlich waren, herrscher,die nicht in ihrem sinne handelten einfach auzuschalten (zb in chile)

Gast: MZ
10.11.2008 13:30
0 0

Vereinfachung ist nicht gleich Verfälschen

Natürlich werden im Film manche Zusammenhänge einfach dargestellt. Aber ähnlich einfach macht es sich hier der Kommentator. Denn die Globalisierung schafft in Ländern wie Indien keinen Wohlstand - das ist absurd. Die meisten Einwohner werden nie etwas von diesem Wohlstand merken. Fair wäre es nur, wenn überall auf der Welt auch die gleichen politischen Rahmenbedingungen wären - die Wirtschaft alleine als Spielleiter ist relativ gefährlich. Des weiteren ist es bekannt, dass Länder wie Amerika die Spielregeln bestimmen kann und Länder wie Burkina Faso einfach mitmachen MÜSSEN. Das ist nichts neues - und fair ist es deswegen noch lange nicht.
Mirko Kovats ist ein beinharter Wirtschafter - da braucht man nicht auf das richtige Kommentar warten, die Einstellung von ihm hat nichts mit Fairness oder Gerechtigkeit zu tun.
Gleiche Spielregeln - auch politisch - in allen Ländern. Dann ist die Globalisierung ok.John Perkins lächerlich zu machen ist sehr einfach - vor allem, falls er Recht hat

Gast: phenom
03.11.2008 23:40
0 0

penny press


der journalistische vorwärtsfürchter g. hofer lehnt sich da aber massiv aus dem fenster . gibt ansichten zum besten, die in der oberhöfleiner schülerzeitung den beifall seines senilen geschichtsprofessors erwecken möge, mitnichten aber den seines lateinprofessors .

wie hier platte unwissenheit mit ingrimm in herbe kritik verwandelt werden will, ist mehr als bemüht .

wenn blanke verbalinjurien nicht mehr ihr auslangen finden, muss der seine wirkung nie verfehlende verschwörungs köder ausgelegt werden .

traurig : in einer zeitung deren horizont so weit ist, werfen auch journalistische zwerge ihre langen schatten .

eine solche perspektivische verengung von faktischem ist skrupellos - oder vielleicht einfach : dumm ?

... und das beste an g. : er hat noch einen "Cuvée Paulus 2000" von Paul Lehrner im keller .
schreib doch über weine aus horitschon oder in der schülerzeitung . lass uns bloss in ruhe !

ambra
03.11.2008 23:05
0 0

... und WAS unternehmen wir jetzt?

Bin sehr verwundert, dass jemand von der PRESSE der naiven Meinung sein kann, dass es in Kriegen nicht immer um Macht und damit um Geld oder wirtschaftliche Vorteile oder eben Bodenschätze geht. Das haben doch wohl auch Nicht-Studierte schon längst durchschaut, wie ich eine bin. Saddam Hussein's Fall bekommt durch die getätigten Aussagen ja eine ganz andere Dimension! Vielleicht war der Mensch grenzgenial in gewisser Hinsicht?

Die Frage, die sich meiner Meinung nach jetzt stellt, ist die: Was machen wir nun mit dem Wissen, lassen wir uns die Machenschaften der wenigen wirklich Reichen und Mächtigen länger gefallen? Wer unternimmt etwas dagegen, wer KANN überhaupt etwas für den kleinen Mann/die kleine Frau tun? Wie können wir die Welt gerechter machen, wo wir doch wissen, dass eigentlich genug für uns alle da ist? Unsere Politiker sicher nicht, also WER?

Gast: Claudia
03.11.2008 22:49
0 0

... und WAS unternehmen wir jetzt?

Bin sehr verwundert, dass jemand von der PRESSE der naiven Meinung sein kann, dass es in Kriegen nicht immer um Macht und damit um Geld oder wirtschaftliche Vorteile oder eben Bodenschätze geht. Das haben doch wohl auch Nicht-Studierte schon längst durchschaut, wie ich eine bin. Saddam Hussein's Fall bekommt durch die getätigten Aussagen ja eine ganz andere Dimension! Vielleicht war der Mensch grenzgenial in gewisser Hinsicht?

Die Frage, die sich meiner Meinung nach jetzt stellt, ist die: Was machen wir nun mit dem Wissen, lassen wir uns die Machenschaften der wenigen wirklich Reichen und Mächtigen länger gefallen? Wer unternimmt etwas dagegen, wer KANN überhaupt etwas für den kleinen Mann/die kleine Frau tun? Wie können wir die Welt gerechter machen, wo wir doch wissen, dass eigentlich genug für uns alle da ist? Unsere Politiker sicher nicht, also WER?

Gast: Claudia
03.11.2008 22:48
0 0

... und WAS unternehmen wir jetzt?

Bin sehr verwundert, dass jemand von der PRESSE der naiven Meinung sein kann, dass es in Kriegen nicht immer um Macht und damit um Geld oder wirtschaftliche Vorteile oder eben Bodenschätze geht. Das haben doch wohl auch Nicht-Studierte schon längst durchschaut, wie ich eine bin. Saddam Hussein's Fall bekommt durch die getätigten Aussagen ja eine ganz andere Dimension! Vielleicht war der Mensch grenzgenial in gewisser Hinsicht?

Die Frage, die sich meiner Meinung nach jetzt stellt, ist die: Was machen wir nun mit dem Wissen, lassen wir uns die Machenschaften der wenigen wirklich Reichen und Mächtigen länger gefallen? Wer unternimmt etwas dagegen, wer KANN überhaupt etwas für den kleinen Mann/die kleine Frau tun? Wie können wir die Welt gerechter machen, wo wir doch wissen, dass eigentlich genug für uns alle da ist? Unsere Politiker sicher nicht, also WER?

Antworten Gast: tuwas
13.11.2008 21:15
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Re: ... und WAS unternehmen wir jetzt?

Sie - und wir alle sollten etwas tun:
1. Selber politisch denken, wählen und auch aktiv werden - warum wählen in Österreich noch immer viele Frauen was ihnen ihre Männer vorgeben?

2. Als KonsumentIn bewusst einkaufen - Fair trade Produkte, Geld (wenn überhaupt vorhanden) nur in nachhaltigen Fonds anlegen u.v.m.

3. Kommunizieren - im Bekanntenkreis, im Internet und Zivilcourage entwickeln - Negatives aufzeigen und nicht gefallen lassen!

Merlin
03.11.2008 21:26
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Fixstarter

Für seine linke Ideologiefestigkeit wird er einen sicheren Listenplatz bei den Grünen angeboten bekommen. Und als nächsten Film sollte er was Apokalyptisches mit Vogelgrippe und "Klimakatastrophe" drehen.

Gast: depri-manipulierter
03.11.2008 12:49
0 0

vernebelung, verwirrung, chaos

habe den film gestern gesehen und mich über 2 umstände massiv geärgert:

- die mafiösen machenschaften der gierigen, klar
- die manipulativen halbwahrheiten des regisseurs

wagenhofer tut der sache nichts gutes. das, was er hier ablieferte ist nichts als eine vorurteils-zementierung und verdummung, anstatt DRINGEND nötige "aufklärung" zu betreiben.

bsp: wenn er die sale-n-lease-back transaktionen der gem. wien kritisiert ("enteignung der gemeinschaft"), dann sollte er auch anführen, dass diese transaktionen von den politikern beschlossen und unterschrieben wurden und ergänzen, dass schuldenpolitik zu zeiten von maastreicht genau solche transaktionen bedingt.

spanische immobilien-albträume wurden wohl ebenso von politikern genehmigt.

wenn also immer von nachhaltigkeit/langfristigkeit die rede ist, dann gehört auch gesagt, dass ein leben auf pump NIEMALS nachhaltig ist, weder auf privater noch auf staatlicher seite - weil man sich damit den finanzhaien ausliefert!

Antworten Gast: xxx
08.11.2008 14:01
0 0

Re: vernebelung, verwirrung, chaos

Es wird nur vergessen, dass ein leben ohne "Pump" nicht mehr möglich ist, selbst wenn man keinen Cent Schulden hat. In allen Produkten, die wir täglich kaufen sind über die Produktion schon ca. 30% Zinsen enthalten. Ergo: Man IST den Finanzhaien täglich ausgeliefert!

badat
03.11.2008 10:07
0 0

Na ja....

Die Vermutung, der Irakkrieg hätte etwas mit Erdöl zu tun fällt nicht wirklich in die Kategorie "abstruse Verschwörungstheorie". Einem Staat zu unterstellen, einen Krieg aus wirtschaftlichen Motiven zu führen, ist einfach nur eine realistische Sichtweise der Weltpolitik.

Antworten Boris
03.11.2008 21:26
0 0

Letztklassiger bewertet Erstklassiges.

Exakt - der Kritiker des Films hat nicht nur in dieser Hinsicht den Film nicht verstanden sondern es gebricht dem Kritiker auch massiv an Wissen. So kann er einfach nicht begreifen das die gezeigten Strukturen tatsächlich so funktionieren wie sie sich selbst darstellen.

Die Kritik ist der Presse nicht würdig - offensichtlich inkompetenter Letztklassiger bewertet Erstklassiges.


Gast: Christian Edlinger
03.11.2008 10:04
0 0

Verschwörungstheorie Irak?

"So etwas wie eine freie Presse gibt es nicht. Sie wissen es, und ich weiß es",

sagte John Swaiton, in den

60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts Herausgeber der angesehenen 'New York Times' in seiner Abschiedsrede.

Er fuhr fort:

"Nicht einer unter Ihnen würde sich trauen, seine ehrliche Meinung zu sagen.

Die eigentlich Aufgabe des Journalisten besteht darin, die Wahrheit zu zerstören, faustdicke Lügen zu erzählen, die Dinge zu verdrehen und sich selbst, sein Land und seine Rasse für sein tägliches Brot zu verkaufen. Wir sind Werkzeuge und Marionetten der Reichen,die hinter den Kulissen die Fäden in der Hand halten. Sie spielen die Melodie,nach der wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unser Leben befinden sich in den Händen dieser Leute.

Wir sind nichts weiter als intellektuelle Prostituierte."

Schönen Tag auch noch!

Antworten phuter
03.11.2008 12:51
0 0

Genau so ist es...

Und weil Blogs und Internet beginnen dies zu ändern, wird schon Eifrig an Zensur gearbeitet. Ob Kinderporno, Terrorismus oder Urheberrecht - die fadenscheinigen Begründungen für Vorratsdatenspeicherung sind schon da, und Australien beginnt schon eine Firewall des Schweigens zu errichten wie im Land der Mitte.
Ich denke, man kommt diesen Leuten nicht mehr mit der Wahlurne bei. Man muss sich neue Methoden der Demokratischen Kontrolle einfallen lassen... vielleicht einfach nicht mehr zahlen, und warten bis die Handlanger aus Politik und Beamtentum pleite gehen.

phuter
03.11.2008 08:44
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Vorab, danke für die Zensur.

Wenn Ihre Zensoren nicht Sinnerfassend lesen können, ist das bedauerlich. Aber was solls - drück ich mich halt einfacher aus.
Film ist immer auch inszenierte Wahrheit. Eine Dokumentation ist hier keine Ausnahme. Wenn Wagenhofer ein komplexes System erklären will, so muss er zwangsläufig ein Konzept haben, bevor er beginnt.
Daraus einen Vorwurf zu konstruieren ist gewagt. Der Kommentar schiesst aber den Vogel ab, als er den Erklärungsversuch für den Irakkrieg als "Verschwörungstheorie" abtut.
Es sind interessanterweise oft die "Verschwörungstheorien" die sich dann als die Wahreit herausstellen und die offziellen Ursachen, welche als Lüge demaskiert werden können. Nur ein paar Beispiele:
Der Überfall auf den Sender Gleiwitz
Der Tonkien Zwischenfall - der zum Vietnamkrieg führte
Der "Überraschungsangriff" auf Pearl Harbour
Liste beliebig fortsetzbar...

Wir leben in einer Zeit, in der die "Mächtigen" so verfault und verantwortungslos sind wie am Ende des Feudalismus.


Gast: kurt windhuber
03.11.2008 02:56
0 0

bergab

Vielleicht ist es ja mal linke Propaganda, aber damit wäre sie immerhin eine Ausnahme von der vollkommenen medien, wirtschafts und polit-Kontrolle durch neoliberale Einrichtungen. OECD, Weltbank, IWF, WTO, Bertelsmann Stiftungen und alle Parlamentspartein sowie österreichische Medien stellen sich in den Dienst einer Ideologie welche gescheitert ist. Mich erinnern diese Manager und Medienmacher an ranghohe SED Mitglieder 1989. Noch brav Jubiäen halten während das System kollabiert.

Zacharias
02.11.2008 23:26
0 0

Vielleicht will er den Film ja einfach nur gut verkaufen können...

scnr.

Gast: Lili
02.11.2008 22:18
0 0

manchmal lohnt es sich zu recherchieren

Herrn Wagenhofers Aussage über den Grund des Irakkrieges soll "unterträglich dumm" sein, weil er nicht die verbreitete "offizielle" Version glaubt, dass die USA die Iraker nur vom bösen Diktator befreien wollte?

A. Greenspan in seiner Biographie "Mein Leben für die Wirtschaft" 2007: "Es macht mich traurig, dass es politisch unziemlich ist, etwas zuzugeben, was alle wissen: Der Irakkrieg ging vor allem ums ÖL"


Gast: hp
02.11.2008 22:18
0 0

punktgenau

Diese Kritik trifft es im Unterschied zum unreflektierten Beitrag im Blog von Herrn Fleischhacker auf den Punkt.

Gast: grubenhund
02.11.2008 21:59
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look at your neighbours to the east: privatisation is a horror picture

Moore, Wagenhofer oder ihre Ableger sind keineswegs kritiklos hinzunehmen. Aber noch weniger, daß ein Privat(isierungs-)-Liebhaber sich die eigene Wahrheit hinbiegt, indem er etwa den Privatisierungswahn mit einer Befreiungstheologie substituiert.
Privare wird auch im Lateinisch-Wörterbuch mit berauben übersetzt und hat in lebenden lateinischen Sprachen durchwegs den Sinn von "etwas wegnehmen" - entziehen, vorenthalten, aberkennen - und in der reflexiven Form - verzichten, sich etwas versagen, sich Entbehrungen auferlegen - nur bei bestem Willen mit "sich von etwas befreien" zu tun.
Kein Film kann je die Wirklichkeit ausstechen.