Wenn man die Inhaltsangabe von Drag Me to Hell liest, könnte man glauben, Regisseur Sam Raimi hätte sich von den Schlagzeilen zur Wirtschaftskrise inspirieren lassen: Alison Lohman spielt eine Kreditsachbearbeiterin, die in ihrer Bank aufsteigen will – und daher einer unheimlichen Alten (kultig: Lorna Raver) ein Darlehen für ihr Haus verweigert.
Die Enteignete belegt daraufhin die blonde Bankerin mit einem Fluch, der sie binnen weniger Tage in die Hölle schicken soll. Tatsächlich haben Raimi und sein Bruder Ivan den Stoff aber schon vor über einer Dekade geschrieben, lange bevor der Filmemacher mit der Spider-Man-Serie einen Blockbuster-Werterfolg erzielte und als reiner Spezialist für Horrorkomödien galt.
Mit Drag Me to Hell vollzieht Raimi nun eine grundehrliche, wenn auch in den Schockeffekten weniger krasse Rückkehr zur bewährten Mixtur aus Schrecken und schwarzer Komödie. Das Zeitgemäße entspringt der Zeitlosigkeit des Konzepts: eine Art antikapitalistische Variation auf die klassischen „EC Comics“, die grausame Geschichten mit bösen moralischen Pointen am Ende erzählten. Und der Schlussgag bei Raimi, so viel sei verraten, ist schlicht unbezahlbar.
Drag Me to Hell, ab 11. 6
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