Sieben Jahre ist es her, dass Mel Gibson eine Hauptrolle gespielt hat: Inzwischen hat er hart daran gearbeitet, sich als Regisseur der brutalsten Filme, die je in toten Sprachen gedreht wurden (Passion Christi), zu etablieren – und wurde von Sacha Baron Cohen in Brüno als „the Führer“ gewürdigt. Für seine Rückkehr bemüht Gibson die Paraderolle seiner Karriere, von Mad Max bis Der Patriot: Papa auf Rachefeldzug.
In Edge of Darkness spielt er einen Polizisten, der den Tod seiner Aktivistentochter untersucht. Regie führt Martin Campbell (Casino Royale) , der hatte auch schon den zugrunde liegenden gleichnamigen BBC-Mehrteiler 1986 inszeniert. Die politischen Hintergründe (Atomängste, Kalter Krieg) sind nichtssagend modernisiert worden, immerhin amüsieren sich gute Nebendarsteller wie Ray Winstone und Danny Huston beim Ränkespiel. Im Vordergrund steht aber, was der deutsche Titel verspricht – Auftrag Rache. Die sich steigernde Gewalttätigkeit steht dabei in merkwürdigem Gegensatz zu den sentimentalen Erinnerungen an die verstorbene Tochter: wie eine Mischung aus dem Gibson-Vehikel Payback und dem Jenseitsjammerhit Ghost. Gibsons Antwort auf Clint Eastwoods Gran Torino, nur dass die Komik nicht immer freiwillig ist.
Auftrag Rache, ab 12. 3. im Kino