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Fahrradliebe: Der Junge mit dem Fahrrad

02.02.2012 | 15:27 |  von Christoph Huber (Die Presse - Schaufenster)

Die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dar­denne sind derzeit wohl die meistprämierten Filmemacher in der Oberliga des Festivalzirkus.

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Die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dar­denne sind derzeit wohl die meistprämierten Filmemacher in der Oberliga des Festivalzirkus: Für die dringlichen Sozialdramen Rosetta und Das Kind haben sie bereits zwei Goldene Palmen in Cannes eingeheimst, und auch ihre anderen Filme haben unweigerlich Preise erhalten – wie ihr neuestes Opus, Das Kind mit dem Fahrrad, das 2011 an der Croisette den Großen Preis der Jury (quasi die Silbermedaille) erhielt. Der Erfolg der Dardennes ist kein Wunder. Nach einer kurzen Anlaufphase haben sie einen seither enorm einflussreichen Stil kreiert: Ihre wendige Handkamera-Inszenierung hat oft die mitreißende Qualität klassischer, ökonomischer Hollywood-Action, ihre Geschichten von Außenseitern, die um Erlösung kämpfen, kombinieren glaubhafte Milieuzeichnung und Spiritualität ganz im Stile des besten Neorealismus. Der Titel Der Junge mit dem Fahrrad erinnert wohl nicht zufällig an Vittorio De Sicas Klassiker Fahrraddiebe: Dort halfen Vater und Sohn noch zusammen, bei den Dardennes wird der Bub vom Papa im Stich gelassen – und findet neue Hoffnung bei einer Art neorealistischer Engelsfigur, gespielt von Staraktrice Cécile de France.

TIPP
Der Junge mit dem Fahrrad. Ab 10. Februar im Kino.

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