Spätestens durch die zwerchfellerschütternd trockene Darstellung des technisch genialen, aber sozial inkompetenten Computerexperten Moss in der exzellenten britischen TV-Serie „The IT Crowd“ ist der Komiker Richard Aoyade einem breiteren Publikum bekannt geworden. Nun überrascht er im Kino mit einem erstaunlich sicheren Regiedebüt.
Submarine erzählt von einem altklugen Teenagerjungen in einem alisischen Küstendorf, dessen erste Liebe (zu einer Pyromanin mit Prinz-Eisenherz-Frisur) immer wieder von der Sorge um die Beziehung seiner Eltern überschattet wird: Denn Mamas Liebhaber aus Jugendjahren, mittlerweile ein Sexguru, ist nebenan eingezogen, während Papa (großartig teilnahmslos: Noah Taylor) alles mit Gleichmut erträgt. Mit stilisierten Bildern, die an Wes Anderson erinnern, cleveren Einschüben von Gags und Traumszenen sowie der selbstbewusst kommentierenden Erzählstimme seines jugendlichen Helden präsentiert sich Submarine als der Film, der im Kopf des Protagonisten abläuft: Wie bei allen guten filmischen Entwicklungsromanen geht es um den Unterschied zwischen der eigentlichen Normalität der Erlebnisse und dem subjektiven Gefühl, dass sie einzigartig sind.
Submarine von Richard Ayoade: Ab 10. Februar im Kino.
Submarine
09.02.2012 | 15:33 | von Christoph Huber (Die Presse - Schaufenster)
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