Tatsumi

07.06.2012 | 14:01 |  von Christoph Huber (Die Presse - Schaufenster)

Das Comic-Genie Yoshihiro Tatsumi.

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Der Begriff Manga, lose übersetzbar als „zwanglose Bilder“, ist längst in den westlichen Sprachschatz eingegangen. Das Wort „Gekiga“ (für „dramatische Bilder“) kennt man hingegen kaum. Das Comic-Genie Yoshihiro Tatsumi prägte ihn 1957, um einen erwachseneren Zugang zu Bildgeschichten zu betonen, ein bisschen wie die seriöser klingende „graphic novel“ im englischen Sprachgebrauch.

Im Kontrast zu den populären, kinderkompatiblen Mangas wollte Tatsumi Sozialkritik, schwarzen Humor, Gewalt und Erotik in seine Geschichten bringen – und er wurde zu einem der einflussreichsten und auch international renommiertesten Comic-Künstler seiner Nation. So überrascht nun ausgerechnet Eric Khoo, ein im Festivalzirkus bekannter Regisseur von sozial unterfütterten Kunstfilmen aus Singapur, mit seiner berückenden Animationsarbeit Tatsumi:

Der Film vermischt Szenen aus Tatsumis großartiger 800-Seiten-Autobiografie in Comicform (die eben als „Gegen den Strom“ auf deutsch erschienen ist) mit Episoden nach einigen von Tatsumis typischen Bilderkurzgeschichten: eine hinreißende Doppelstudie über die Entwicklung des Künstlers in Verbindung mit der Entwicklung Japans über die Dekaden.

Tatsumi. Animationsfilm von Eric Khoo. Ab 8. Juni.

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