Als die "Academy of Academy of Motion Picture Arts and Sciences" im Mai 1927 auf Initiative des MGM-Bosses Louis B. Mayer gegründet wurde, hatte sie gerade einmal 36 Mitglieder. Ein Jahr später wurde der Filmpreis zum ersten Mal vergeben. Inzwischen gehörten der Jury bereits 362 Menschen an. Und die "Academy" wuchs weiter: Heuer werden mehr als 5800 Mitglieder darüber entscheiden, welcher Film den begehrtesten Preis der Branche mit nach Hause nimmt.
Die "Academy" stimmt aber nicht nur ab, ihr gehören die Preise auch formell: Seit 1950 dürfen weder die Gewinner noch ihre Erben den Preis verkaufen, ohne ihn zuvor der "Academy" für den symbolischen Preis von einem Dollar zum Rückkauf anzubieten. Oscars, die vor 1950 vergeben wurden und nicht dieser Klausel unterliegen, wurden schon für sechsstellige Dollar-Beträge versteigert.
Fortschritt, nicht Wettbewerb
Gegründet wurde die "Academy" eigentlich nicht, um den Award zu vergeben. Vielmehr ist ihr eigentlicher Zweck, den Fortschritt in der Filmwirtschaft zu fördern. Sie unterstützt Forschungen im kulturellen, pädagogischen und technologischen Bereich. Und einmal im Jahr schickt jedes Mitglied einen Stimmzettel ab, auf dem vermerkt ist, welche Filme und Schauspieler ihrer Meinung herausragend waren.
Zu Beginn gehörten der Academy Vertreter fünf Branchen an: Schauspieler, Regisseure, Autoren, Techniker und Produzenten. Mit dem technischen Fortschritt wuchs auch die "Academy"; inzwischen sind 14 Branchen vertreten, darunter auch Musiker und Mitarbeiter aus dem PR-Bereich.
Männer, Schauspieler dominieren
Mit 1260 Mitgliedern stellen die Schauspieler den weitaus größten Anteil an Stimmberechtigten. Das mag auch erklären, warum das Rennen um den Filmpreis häufig Streifen mit starker schauspieler Leistungmachen.
Zum Mitglied kann man nur durch einen Einladung des sogenannten "Board of Governors" werden. Fix dabei sind die Nominierten und Gewinner des Filmpreises. Aber auch Menschen, die sich für die Branche einsetzen, dürfen auf eine Einladung hoffen. Die Mitgliedschaft gilt auf Lebenszeit, was ein hohes Durchschnittsalter zur Folge hat.
Überhaupt gehören der Jury viel mehr Männer als Frauen an - was immer wieder kritisiert wurde. Zwar bemüht sich die "Academy" um mehr Frauen und mehr junge Mitglieder, eine deutliche Veränderung gab es bislang aber nicht.
Wer abstimmt? Streng geheim
Wer der Jury nun tatsächlich angehört, daraus macht die Academy ein großes Geheimnis - außerden Präsidenten werden keine Namen bekannt gegeben. Seit 2005 führt der Produzent Sid Ganis, der "Big Daddy" und "Mr Deeds" produzierte, den Vorsitz. Man darf aber davon ausgehen, dass illustre Personen aus Hollywood in der Jury vertreten sind.
(her)

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