Mahershala Ali: Amerikaner, Moslem, Oscar-Gewinner

Serienfans kennen sein Gesicht bereits, alle anderen vermutlich erst seit der Oscarnacht. Denn der Amerikaner Mahershala Ali wurde für das Drama "Moonlight" für den Oscar in der Kategorie Beste Nebenrolle ausgezeichnet.

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Für seine Darstellung eines Drogendealers hat er bereits mehrere Auszeichnungen erhalten.  

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Unter anderem wurde er von der Schauspielergewerkschaft Hollywoods mit einem SAG Award geehrt. Seine Dankesrede war berührend. Was er durch "Moonight" gelernt habe sei, was mit Menschen passiere, wenn man sie schikaniere: "Sie knicken ein", sagte er. Wenn man sich dieser Menschen annehme - wie seine Figur in dem Film sich einem Buben annimmt - und sie so akzeptiere, wie sie sind, würden sie wieder aufblühen. 

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Ali spielt nur in einem Drittel von "Moonlight" mit. Der Film zeigt drei Episoden aus dem dem Leben des Afroamerikaners Chiron und zeigt diesen als Kind, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 

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Insgesamt wurde das Drama von Regisseur Barry Jenkins, der selbst in Armut aufwuchs, für acht Oscars nominiert. 

Für Mahershala Ali könnte "Moonlight" den Durchbruch im Filmgeschäft bedeuten. Bisher war er nämlich mehr bei Fernsehserien beschäftigt. 

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Nach mehreren Gastrollen, etwa in "Crossing Jordan", bekam er einen größeren Part in der Mystery-Serie "4400 - Die Rückkehrer". Darin tauchen 4400 Männer, Frauen und Kinder Teils Jahrzehnte nach ihrem Verschwinden plötzlich wieder auf. Ali gehörte in den ersten drei Staffeln zum fixen Cast und hatte in der finalen vierten Staffel noch Gastauftritte. 

 

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Nach "4400" war der Schauspieler in "Der seltsame Fall des Benjamin Button", "The Place Beyond the Pines" und "Treme", der Serie des "The Wire"-Machers David Simon, zu sehen. 

Aber auch in einem Blockbuster spielte er mit: In dem zweigeteilten Finale der "Tribute von Panem: Hunger Games"-Reihe mit dem Untertitel "Mockingjay" spielte er die kleine, aber wichtige Rolle des Kommandanten Boggs. 

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Nach den "Hunger Games" kamen für Ali die Machtspiele in Washington: In der Netflix-Serie "House of Cards" verkörperte er Remy Danton, einen Lobbyisten und zeitweise engen Mitarbeiter von Präsident Frank Underwood (Kevin Spacey). 

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Trotz Oscar-Preisträger Matthew McConaughey in der Hauptrolle floppte der nächste Film, in dem Ali mitwirkte: "Free State of Jones" handelt von dem Aufstand eines Deserteurs, der im amerikanischen Bürgerkrieg einen freien Staat ausruft. Er basiert auf einer wahren Begebenheit. 

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Mit seiner nächsten Serienrolle beeindruckte Ali im Vorjahr Zuseher und Kritiker: In der Netflix-Produktion "Marvel's Luke Cage" spielte er des Gangster und Nachtclubbesitzer Cornell Stokes, genannt Cottonmouth. 

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Der Spagat zwischen der Brutalität Cottonmouth und dessen sensibler, musischer Seite gelang Ali exzellent. 

Heuer ist der Schauspieler neben "Moonlight" noch in dem Überraschungshit "Hidden Figures: Unerkannte Heldinnen" zu sehen - die Hauptrollen in dem Film über afroamerikanische Mathematikerinnen bei der Nasa spielen aber Frauen. Auch "Hidden Figures" war ein Oscar-Kandidat 2017, ging aber leer aus.

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2017 ist schon jetzt ein erfolgreiches Jahr für Ali - auch privat. Seine Ehefrau, die Künstlerin Amatus Sami-Karim, bekam wenige Tage vor der Oscar-Verleihung das erste gemeinsame Kind. 

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Seinen Geburtsnamen - Mahershalalhashbaz Gilmore - hat er abgelegt bzw. abgekürzt, weil er seine Religion gewechselt hat. Als 25-Jähriger konvertierte der Sohn einer christlichen Pastorin zum Islam. Benannt wurde er übrigens nach Maher-Schalal-Hasch-Bas, dem zweiten Sohnes des Propheten Jesaja. 

Derzeit dreht Ali "Alita: Battle Angel": Der Film von Robert Rodriguez ("Sin City") spielt in der Zukunft und handelt von einer Cyborg. Ebenfalls zum Cast gehört Österreichs zweifacher Oscar-Preisträger Christoph Waltz. 

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