Darstellerpreise: Schwarz und siegreich - afroamerikanische Oscar-Preisträger

Zwei schwarze Schauspieler unter den vier Siegern in den Darstellerpreisen - das gibt es selten. Zwei Jahre in Folge fehlten schwarze Nominierte in den Darstellersparten völlig - das sorgte unter Hashtag "#OscarsSoWhite" für Diskussionen.

Heuer entfallen sechs der 20 Schauspielnominierungen schwarze Darsteller: Denzel Washington, Viola Davis, Mahershala Ali, Ruth Negga, Naomie Harris und
Octavia Spencer sind nominiert.

Sie könnten in den kleinen Kreis der schwarzen Oscar-Sieger aufgenommen werden - der besteht erst aus 15 Schauspielern - im folgenden stellt "Die Presse" diese kurz vor. 

Im Bild: Die Sieger der heurigen Verleihung: Mahershala Ali, Emma Stone, Viola Davis und Casey Affleck

(c) REUTERS (LUCAS JACKSON)

1940: Hattie McDaniel

Für die beste weibliche Nebenrolle als
Haushälterin im Melodrama "Vom Winde verweht" bekam Hattie McDaniel als erste Afroamerikanerin den Oscar. Sie musste damals wegen der Rassentrennung an einem anderen Tisch - wie ihre Co-Stars - sitzen. 

 

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1964: Sidney Portier

Für seine Hauptrolle in der Komödie "Lilien auf dem Felde" bekam er den Oscar für den besten Nebendarsteller - und war damit der erste männliche schwarze Darsteller, der mit einem regulären Oscar ausgezeichnet wurde. Denn 1948 war James Basket mit dem Ehrenoscar für die Darstellung von Onkel Remus in Disneys "Onkel Remus Wunderland" bedacht worden.

2002 erhielt Sidney Portier den Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

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1983: Louis Gossett, Jr.

Für seine Nebenrolle als Sergeant Emil Foley in dem Drama "Ein Offizier und Gentleman" bekam Louis Gossett, Jr. einen Oscar. 

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1990: Denzel Washington

Denzel Washington wurde als bester Nebendarsteller für seine Darstellung des Soldaten Private Trip im Bürgerkriegsdrama "Glory" ausgezeichnet. Es sollte nicht sein einziger Oscar bleiben. 

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1991: Whoopi Goldberg

Whoopi Woldberg bekam als Geisterbeschwörerin Oda Mae Brown in der Tragikkomödie "Ghost, Nachricht von Sam" einen Nebenrollen-Oscar. 

Sie war die erste Afroamerikanerin, die zwei Mal nominiert war - vor "Ghost" hatte sie 1986 in dem Drama "Die Farbe Lila" Siegeschancen. 

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1997: Cuba Gooding, Jr.

In der Komödie "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" verkörperte Cuba Gooding, Jr. einen Football-Spieler und bekam dafür einen Oscar für die beste Darstellung in einer Nebenrolle. Er war erst 29 Jahre alt bei seinem Sieg - und ist damit der jüngste der afroamerikanischen Preisträger. 

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2002: Denzel Washington

Seinen zweiten Oscar - diesmal in der Hauptrollen-Kategorie - bekam Denzel Washington mit seiner Darstellung eines korrupten Polizisten in "Training Day".

 

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2002: Halle Berry

Halle Berry ist die bisher einzige schwarze Oscar-Preisträgerin in der Hauptdarstellerinnen-Sparte. Er wurde ihr für das Drama "Monster's Ball" zuerkannt.

Mit Berry und Washington siegten im Jahr 2005 zum ersten Mal zwei Afroamerikaner in der Hauptdarsteller-Kategorie. 

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2005: Jamie Foxx

Für seine Verkörperung der Soul-Legende Ray Charles in dem
Drama "Ray" bekam Jamie Foxx den Haupdarsteller-Oscar. Er war der erste Afroamerikaner, der in gleich zwei Kategorien nominiert war: als Hauptdarsteller für "Ray" und als Nebendarsteller für Michael Manns Thriller "Collateral". 

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2005: Morgan Freeman

Für seine Nebenrolle als Hausmeister eines Boxstudios in Clint Eastwoods Film "Million Dollar Baby" bekam Freeman einen späten Oscar. Mit 67 ist er der bisher älteste schwarze Schauspieler, der einen regulären Oscar bekommen hat. 

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2007: Forest Whitaker

Forest Whitaker beeindruckte mit seiner Darstellung des ugandischen Diktators Idi Amin in dem Politthriller "Der letzte König von Schottland" und holte sich dafür den Hauptdarsteller-Oscar. Es war auch das einzige Mal, dass er bisher nominiert war. 

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2007: Jennifer Hudson

Von der Castingshow auf die Oscar-Bühne: die ehemalige Teilnehmerin von "American Idol" wurde als beste Nebendarstellerin in dem Drama "Dreamgirls" ausgezeichnet. Inzwischen nennt Hudson auch einen Golden Globe sowie einen Grammy ihr Eigen. Mit 25 Jahren war sie die jüngste afroamerikanische Preisträgerin. 

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2010: Mo'Nique

In dem Drama "Precious - Das Leben ist kostbar" spielte Mo'Nique eine grausame Mutter - und holte sich einen Nebendarstellerinnen-Oscar. Auch ihre Filmtochter Gabourey Sidibe wurde nominiert, in der Hauptkategorie, ging aber leer aus. 

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2012: Octavia Spencer

Octavia Spencer bekam ihren ersten Oscar als beste Nebendarstellerin mit dem Drama "The Help", das von afroamerikanischen Haushaltshilfen im rassistischen Süden der USA in den Fünfzigern spielt. In der Hauptdarstellerinnen-Kategorie war ihr Co-Star Viola Davis nominiert. 

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2014: Lupita Nyong'o

Lupita Nyong’o spielte in "12 Years a Slave" eine Sklavin - und bekam dafür einen Nebenrollen-Oscar. Die Kenianerin ist die erste aus Afrika stammende Schauspielerin, die den Filmpreis bisher erhalten hat. 

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2017: Mahershala Ali

Der kalifornische Schauspieler wurde für seine Darstellung eines kubanischen Drogenhändlers, der in "Moonlight" einen jungen Außenseiter unter seine Fittiche nimmt, als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Der Afroamerikaner ist der erste muslimische Schauspieler, dem diese Ehre zuteil wurde, schrieb die Nachrichtenagentur AFP.

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2017: Viola Davis

Viola Davis wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Davis, die als erste schwarze Schauspielerin in der Oscar-Geschichte bereits drei Oscar-Nominierungen verbuchen konnte, nahm den Preis für ihre kraftvolle Darstellung im Familiendrama "Fences" unter Tränen entgegen. Die 51-Jährige war zuvor für "Doubt" (2008) und "The Help" (2011) im Oscar-Rennen gewesen.

(c) Constantin Film