19.06.2013 09:36 Merkliste 0

Hakenkreuze? Bachler rügt Bayreuth

23.07.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Münchens Opernintendant Bachler wirft den Wagner-Schwestern Verlogenheit vor.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Bayreuther Festspielführung habe „mit der eigenen Geschichte ein Problem“. Auf diesen Punkt bringt der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, die Besetzungskrise, in die das Wagner-Festival durch den Abgang des russischen Bassbaritons Evgeni Nikitin geraten ist.

Ein Video, das Nikitin als Schlagzeuger einer Heavy-Metal-Band zeigt, offenbarte eine Tätowierung auf dessen Brust: Eindeutig ist erkennbar, dass Nikitin als jugendlicher „Wilder“ ein Hakenkreuz-Tätowierung getragen hat. Es wurde später grellbunt „übermalt“, aber nicht ganz unkenntlich. Diese „Entdeckung“ genügte der Bayreuther Festspielführung, Nikitin nahezulegen, seine Festspielauftritte abzusagen. Bereits in der Generalprobe des „Fliegenden Holländers“ unter Christian Thielemann sang der Sänger des Heerrufers der Bayreuther „Lohengrin“-Produktion, Samuel Youn, die Titelpartie. Er wird auch bei der Premiere am 25.Juli zu hören sein.

 

Sänger Nikitin zeigte Reue

Die Frage, was der unrühmliche Abgang für das internationale Renommee Nikitins bedeuten könnte, beantwortete der Münchner Intendant. Der Sänger, so Bachler, habe seine jugendlichen Leichtsinnsaktionen nicht nur bedauert, sondern auch Reue gezeigt. „Eine Reue, die ich von der Familie Wagner in den letzten 50 Jahren nie vernommen habe“, so Bachler in Anspielung auf die tiefe Verstrickung der Bayreuther Dynastie in die Umtriebe des nationalsozialistischen Deutschland. Und weiter: „Dass die Torheit eines 16-jährigen Rocksängers, der diese längst bereut und versucht hat, ungeschehen zu machen, ausgerechnet nun von der Wagner-Familie geahndet wird, finde ich verlogen.“

Daher sieht Bachler „in der Causa Nikitin zunächst mehr ein Problem Bayreuths und der Wagner-Familie als eines Sängers“. An der Bayerischen Staatsoper hat Nikitin, der im Ensemble von Valery Gergievs Opernhaus in St.Petersburg groß geworden ist, bereits des Öfteren gesungen. Nach Bachlers Statement ist anzunehmen, dass weitere Engagements folgen werden. sin

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

10 Kommentare
Gast: Hans Elinghausen
25.07.2012 09:51
2 0

Bachlers Ablenkungsmanöver

Vorsicht Herr Bachler. Sie sollten ihre Worte mit mehr Bedacht wählen, da Sie sonst schnell in Erklärungsnot geraten.

Die letztjährig eröffntete Dauerausstellung direkt am Fusse des Bayreuther Festspielhauses "Bayreuther Festspiele und die Juden 1876 bis 1945" sind ein deutliches Zeichen der neuen Festspielleitung mit dem Thema offen umgehen zu wollen. Ein starkes Zeichen das leider zu wenige Häuser setzen. In München konnte ich zumindest nichts Vergleichbares finden.

Überprüfen Sie bitte erst ihre eigene Lobhudelei auf der Webseite ihres Hauses über den Goebbels Freund Clemens Krauss, der GMD an der Staatsoper München war. Dann können Sie helfen den Dreck vor femden Türen zu kehren.

Dann können Sie uns gerne auch genauer darlegen wie sich die "Reue" von Herrn Nikitin äussert. Jemand, der sich mit 16 Jahren ein riesiges Hakenkreuz stechen lässt, tut dies sicher nicht mehr aus der Motivation eines "abscheulichen Kindes". Ausserdem stellt sich noch die Frage, wann Herr Nikitin die anderen zweifelhaften Tätowierungen hat stechen lassen.

Gast: globetrotterneu
24.07.2012 12:42
0 4

"Bubendummheiten" ?

Sind die Wagners bei der FPÖ ?

Der Typ hat(te) ein riesiges Hakenkreuz auf der Brust und andere weitere rechtsextreme Symbole am Arm - und er wusste was das ist.

Auch in russischen Schulen wird über den Nazionalsozialismus gelehrt.

Im Gegensatz dazu

genügte bei einem J. Fischer, der am Boden liegende Menschen mit Füßen trat, Steine gegen die US Botschaft warf und in einer sehr bedenklichen WG wohnte der Satz: 'Ich habe mich eben geändert'. Ja, hat er.- Heute arbeitet er für internationale Konzerne und ist Kapitalist. Konsequenzen hatten seine 'Jugendsünden' (welche in recht fortgeschrittenem Alter passierten) für ihn nicht!

bacher, letzte woche gegen salzburg...



wo er wohl gerne wäre, heute gegen bayreuth, in wien gescheitert aber den spitzen mund immer offen!

Antworten Gast: assinger
26.07.2012 17:46
0 0

Re: bacher, letzte woche gegen salzburg...

Jaja der Herr Bachler ist eben ein richtiger Westentaschenheld!
In Wien war er solange angepasst, bis er es als Fehlbesetzung in die Burgdirektion geschafft hatte. Und nachdem er dann in München unterschrieben hatte - wurde er so richtig laut, und hat sich was getraut. Natürlich nur im Rahmen des allgem. Meinungsmainstreams! Heldenhaft ...

Gast: Sachs
24.07.2012 07:55
6 0

Aber beim Parsifal

dürfen im 2. Akt schon weiter die Hakenkreuz-Fahnen wehen, oder?

Entweder herrscht hier eine Falschheit zum Erbrechen oder es steckte eigentlich etwas ganz anderes hinter dem Rauswurf des Sängers und diese Geschichte war nur ein praktischer Vorwand ihn los zu werden.

Antworten Gast: Wolzogen
24.07.2012 16:34
0 0

Re: Aber beim Parsifal

Nikitin wäre offensichtlich der erste in einer Hauptrolle in Bayreuth auftretende Russe gewesen.
Möglicherweise wollte man Putin eins auswischen, denn die gelenkten, kontrollierten Systemmedien (einschließlich Z"D"F) müssen ihn (aus sattsam bekannten Gründen) mobben und Sand in die deutsch-russischen beziehungen streuen...

Bachler ...

.... der i. Wien grandios Gescheiterte sollte ein wenig Bescheidenheit zeigen.

Antworten Gast: porto5
24.07.2012 09:32
4 1

Re: Bachler ...

Dank Holender sitzt die Null jetzt in München und bläst sich auf.

Gast: Bülow
23.07.2012 14:42
6 0

Krank

Richard Wagner würde sich im Grab umdrehen.

Wie fragt Tamino: "So ist denn alles Heuchelei"?

Sinkothek