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Pianistin Mihaela Ursuleasa 33-jährig gestorben

03.08.2012 | 10:46 |   (DiePresse.com)

Die rumänische Musikerin ist tot in ihrer Wiener Wohnung aufgefunden worden. Sie starb nach Angaben der Polizei an einer Gehirnblutung.

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Die rumänische Pianistin Mihaela Ursuleasa ist im Alter von 33 Jahren gestorben. Sie sei am Donnerstag tot in ihrer Wiener Wohnung gefunden worden, teilte ihre Agentin Andreea Butucariu dem Kultur-Nachrichtenportal artsjournal.com mit. Wie die Wiener Polizei am Freitag mitteilte starb die Musikerin an einer Gehirnblutung. Die 33-Jährige erlag demnach den Folgen eines Aneurysmas, also einer gefährlichen sackartigen Ausstülpung einer Arterie. Fremdverschulden sei daher auszuschließen.

Derartige Fehlbildungen können angeboren sein oder auf Entzündungen folgen. Platzt ein Aneurysma, können Mensch innerhalb von Minuten verbluten. Vorboten sind unter anderem stärkste Kopfschmerzen und Erbrechen. Ursuleasa hatte vor kurzem aus Gesundheitsgründen zwei Konzerte in Bukarest abgesagt.

Vom Wunderkind zur Erwachsenenkarriere

Die Künstlerin galt lange als Wunderkind und aufsteigender Stern in der Klassikszene. 1978 im siebenbürgischen Brasov (Kronstadt) als Tochter eines Roma-Musikers geboren, begann Ursuleasa bereits mit fünf Jahren mit dem Klavierspiel. Im Alter von 16 Jahren gewann sie den renommierten Clara Haskil-Wettbewerb in der Schweiz und startete ihre "Erwachsenenkarriere".

Nach ihrer Ausbildung in Wien luden sie bekannte Orchester als Gast-Solistin ein, sie trat bei renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen auf. Mit ihrer ersten Solo CD "Piano & Forte" gewann sie 2010 den ECHO Klassik Preis in der Kategorie "Solistische Einspielung des Jahres". Für die nächsten Monate hatte sie 16 Konzerte in Europa und Übersee geplant, die ersten jedoch aus Krankheitsgründen abgesagt.

"Gewaltige emotionale Intensität"

Die Agentur der verstorbenen Pianistin sprach am Freitag von einem tragischen Verlust. "Wir haben nicht nur eine wundervolle Person verloren, sondern auch eine der größten Künstlerinnen, die unsere musikalische Welt kannte."

Das ORF-Radio Ö1 änderte am Freitagmittag kurzfristig sein Programm und brachte eine Sendung in Gedenken an die Pianistin. Der Intendant des Wiener Konzerthauses, Bernhard Kerres, zeigte sich angesichts der Todesnachricht tief bestürzt: "Die Musikwelt und das Wiener Konzerthaus verlieren eines der faszinierendsten Talente der jüngeren Generation. Das Spiel von Mihaela Ursuleasa war von gewaltiger emotionaler Intensität. Wir durften uns glücklich schätzen, dass sie seit ihrem Debüt 1995 mehr als 20 Mal bei uns aufgetreten ist."

(APA)

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8 Kommentare

Feuerbrand

„Ein Feuerbrand“, hieß es nach dem gefeierten Auftritt an der Seite Patricia Kopatchinskayas in einer Rezension.

Gibt es noch andere Formen von Bränden?

Schade, um die tolle Künstlerin und ihr junges Leben.

Gast: musikfreund
04.08.2012 14:47
1 2

fassungslos

Sie war eines der faszinierendsten Talente seit M. Argerich. Sie ist vielleicht im Himmel, Ihre Mutter und die Tochter müssen durch die Hölle gehen. Ihnen die innigsten Gedanken und das tiefst empfundene Beileid.

PS: MU spricht ganz offen davon, dass sie aus einer Zigeunerfamilie kommt, ihr Vater ein Zigeunermusiker war, etc.
Ein Musiker dieses wunderbaren und zu Recht stolzen Volkes sagte mir einmal: "Ihr wollt doch nur Euer schlechtes Gewissen beruhigen, indem Ihr uns Roma und Sinti nennet. Was für eine Feigheit. Wir sind stolz, Zigeuner zu sein."
In diesem Sinne denke ich an die Zigeunerweisen, die ich vor wenigen Tagen mit ihr hören durfte.

Gast: nachsinnen
03.08.2012 19:06
1 0

wünsche bekömmliche speicherung (9 stunden) was muß die öbb für solche verzögerung blechen?



wer jung stirbt, ...

lieben den die Götter in der Tat? Es fällt die makabere Analogie zu Dinu Lipatti auf, der auch 33-jährig abberufen wurde.

das duo mihaela und patricia (k) musiziert nicht mehr!


traurig!
RiP

Gast: bergziege
03.08.2012 13:22
16 0

Viel zu früh

Mihaela Ursuleasa war der Inbegriff einer begabten Pianistin. In ihrem kurzen Leben hat sie die Musikwelt mehr als geprägt. Sehr traurig, dass sie sich so schnell verabschieden musste. Mit 33 Jahren steht man doch mitten im Leben und ist voller Pläne! Leider fragt das Schicksal danach nicht. Ihren Lieben wünsche ich sehr viel Kraft.

Gast: Gastdozent
03.08.2012 11:12
18 0

Trauer

Was für eine traurige Nachricht. Meine Gedanken sind bei der Familie, besonders bei ihrer Tochter.
Am Rande: Sie hat nicht am Konservatorium Wien studiert, sondern an der Musikuniversität Wien. Da besteht ein winziger Unterschied.

Antworten Gast: Gast Leser
03.08.2012 18:27
4 0

Re: Trauer

ein größerer...

Antworten Antworten Gast: musikerin
03.08.2012 19:25
12 0

Re: Re: Trauer

und sie war nicht nur Starpianistin - sie konnte "einfach alles" spielen, egal welcher Stil, es klang immer hervorragend -, sie war auch eine tolle Klavierbegleiterin, die einen einfühlsam durch das Stück trug und interpretatorisch unterstützte, sie konnte auch jazzen, sie sprach mehrere Sprachen akzentfrei, sie konnte legendär gut backen, und sie war eine ganz ganz liebe Studienkollegin! RIP Mihi!

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