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Die junge Pianistin Mihaela Ursuleasa starb in Wien

03.08.2012 | 18:49 |   (Die Presse)

33-jährig erlag die einst als Wunderkind aus Rumänien eingewanderte, von Abbado geförderte Künstlerin einem Gehirnschlag.

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Hie und da hat sie Auftritte abgesagt, das stimmt. Da machte man sich nicht allzu viele Gedanken. Das gehörte zu ihr. Wenn sie dann aber auf dem Podium erschien, dann schlug sie mit ihrem Temperament die Hörerschaft in ihren Bann. Mühelos.

Mihaela Ursuleasa, die junge Pianistin aus Rumänien, die als Schülerin von Heinz Medjimorec doch so etwas wie eine Wiener Pianistin geworden ist, galt als eines der herausragenden Talente ihrer Generation.

Schon als sie 1991 als 13-Jährige aus ihrer Heimatstadt Kronstadt in den Westen übersiedelte, erregte sie die Aufmerksamkeit von Claudio Abbado. Er riet ihr davon ab, als Wunderkind zu tingeln, und ließ ihr ein Stipendium zukommen. Es wäre für den Kinderstar kein Problem gewesen, noch ein paar Jahre als späte Frucht des kommunistischen Ausbildungs- und Vermarktungssystems Furore zu machen.

Doch Abbado sollte recht behalten. Ernsthaft studierend, gewann Ursuleasa den Clara-Haskil-Wettbewerb und reüssierte in Orchesterkonzerten nicht zuletzt an der Seite von Abbado selbst. Das Debüt mit dem Gustav Mahler Orchester fand 1995 statt und etablierte Ursuelasa als höchst ernst zu nehmende junge Interpretin.

Sie war dann Gast bei den großen Festivals und in den bedeutenden Häusern der Welt – von Salzburg bis Luzern, von der Carnegie Hall bis zum Wiener Konzerthaus, wo sie kommende Spielzeit wieder einen Solo-Abend absolviert hätte. Aus dem Wunderkind war eine junge, faszinierende Pianistin geworden.

Man müsse stets fühlen, was man spielt, so bekannte sie in einem ihrer Interviews. Nur dann sei man glaubwürdig. In diesem Sinne war sie ihr kurzes Künstlerleben lang immer glaubwürdig. Sie ist sich treu geblieben.

Doch es hat nicht sollen sein. Ein paar Absagen in jüngster Zeit nahm man leicht, wie stets. Man war es gewöhnt. Und noch am 20.Juli war Mihalea Ursuleasa anlässlich der „styriarte“ ja wieder zu erleben gewesen: „Ein Feuerbrand“, hieß es nach dem gefeierten Auftritt an der Seite Patricia Kopatchinskayas in einer Rezension.

Am 2.August ist Mihaela Ursuleasa in ihrer Wiener Wohnung tot aufgefunden worden. Eine Gehirnblutung soll die Todesursache gewesen sein. Die Künstlerin hinterlässt eine fünfjährige Tochter. sin [dpa]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)

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8 Kommentare

Feuerbrand

„Ein Feuerbrand“, hieß es nach dem gefeierten Auftritt an der Seite Patricia Kopatchinskayas in einer Rezension.

Gibt es noch andere Formen von Bränden?

Schade, um die tolle Künstlerin und ihr junges Leben.

Gast: musikfreund
04.08.2012 14:47
1 2

fassungslos

Sie war eines der faszinierendsten Talente seit M. Argerich. Sie ist vielleicht im Himmel, Ihre Mutter und die Tochter müssen durch die Hölle gehen. Ihnen die innigsten Gedanken und das tiefst empfundene Beileid.

PS: MU spricht ganz offen davon, dass sie aus einer Zigeunerfamilie kommt, ihr Vater ein Zigeunermusiker war, etc.
Ein Musiker dieses wunderbaren und zu Recht stolzen Volkes sagte mir einmal: "Ihr wollt doch nur Euer schlechtes Gewissen beruhigen, indem Ihr uns Roma und Sinti nennet. Was für eine Feigheit. Wir sind stolz, Zigeuner zu sein."
In diesem Sinne denke ich an die Zigeunerweisen, die ich vor wenigen Tagen mit ihr hören durfte.

Gast: nachsinnen
03.08.2012 19:06
1 0

wünsche bekömmliche speicherung (9 stunden) was muß die öbb für solche verzögerung blechen?



wer jung stirbt, ...

lieben den die Götter in der Tat? Es fällt die makabere Analogie zu Dinu Lipatti auf, der auch 33-jährig abberufen wurde.

das duo mihaela und patricia (k) musiziert nicht mehr!


traurig!
RiP

Gast: bergziege
03.08.2012 13:22
16 0

Viel zu früh

Mihaela Ursuleasa war der Inbegriff einer begabten Pianistin. In ihrem kurzen Leben hat sie die Musikwelt mehr als geprägt. Sehr traurig, dass sie sich so schnell verabschieden musste. Mit 33 Jahren steht man doch mitten im Leben und ist voller Pläne! Leider fragt das Schicksal danach nicht. Ihren Lieben wünsche ich sehr viel Kraft.

Gast: Gastdozent
03.08.2012 11:12
18 0

Trauer

Was für eine traurige Nachricht. Meine Gedanken sind bei der Familie, besonders bei ihrer Tochter.
Am Rande: Sie hat nicht am Konservatorium Wien studiert, sondern an der Musikuniversität Wien. Da besteht ein winziger Unterschied.

Antworten Gast: Gast Leser
03.08.2012 18:27
4 0

Re: Trauer

ein größerer...

Antworten Antworten Gast: musikerin
03.08.2012 19:25
12 0

Re: Re: Trauer

und sie war nicht nur Starpianistin - sie konnte "einfach alles" spielen, egal welcher Stil, es klang immer hervorragend -, sie war auch eine tolle Klavierbegleiterin, die einen einfühlsam durch das Stück trug und interpretatorisch unterstützte, sie konnte auch jazzen, sie sprach mehrere Sprachen akzentfrei, sie konnte legendär gut backen, und sie war eine ganz ganz liebe Studienkollegin! RIP Mihi!

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