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Thomas Hampson: Jeder Liedminiatur ihr passendes Kleid

05.08.2012 | 16:18 |   (Die Presse)

Intimes von Robert Schumann, Verstörendes von Gustav Mahler Samstagabend bei den Salzburger Festspielen. Hampson stellte wieder unter Beweis, wie sehr er sich auf das Handwerk des Liedgesangs versteht.

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Am Anfang war die Irritation. Lag es an der viel diskutierten Akustik im sogenannten „Haus für Mozart“, dass Wolfram Rieger und sein Klavier Samstagabend gegenüber Thomas Hampsons Bariton gar so deutlich in den Hintergrund traten? Lag es wohl nicht, denn bei der Auswahl aus Mahlers Wunderhorn-Liedern im zweiten Teil war die Balance dann eine ganz andere.

Das Ohr stellte sich jedoch bei Robert Schumanns eröffnendem Liederkreis nach Eichendorff rasch auf das fordernde Klangbild ein, das den Zuhörer zwingt, sich stärker um die Musik zu bemühen. Ein Bemühen, das durchaus belohnt wurde. Statt eine mit sattem Klavierklang unterlegte Übung in Schöngesang abzuliefern, gelang dem Duo eine intime, innige Darstellung des Zyklus. Hampson, dessen Stimme gelegentlich leicht angegriffen wirkte, stellte nun auch in Salzburg wieder unter Beweis, wie sehr er sich auf das Handwerk des Liedgesangs versteht: die Essenz der Miniaturen, ihren individuellen Charakter herauszuarbeiten, gleichzeitig aber den Ariadnefaden des Zyklus nicht zu verlieren.

Der „Zigeuner“ Gustav Mahler?

Als natürliche Gravitationspunkte nützte er die schmerzhaft schöne „Mondnacht“ und das verstörende „Zwielicht“, um die herum er sein Ausdrucksspektrum entfaltete: Von karg-trocken bei der eröffnenden „Fremde“ über liebevoll-warm im „Intermezzo“, fahl-grau in „Auf einer Burg“ bis optimistisch-kraftvoll in der „Frühlingsnacht“. Auch wenn nicht jede Wortfärbung ganz nachvollziehbar geriet, gelangen doch viele eindringliche Momente, etwa die fast gesprochene Schlusszeile des „Zwielichts“: „Hüte dich, sei wach und munter!“ Wer es da nicht längst war, wurde es im zweiten Teil, erst bei Antonin Dvořáks „Zigeunermelodien“ zu stark an Folklore-Kitsch grenzenden Texten von Adolf Heyduk, dann bei Mahlers Wunderhorn-Liedern, einem Steckenpferd Hampsons. Mit großer Umsicht und dem Wissen, dass Pausen oft so wichtig sind wie die Musik dazwischen, gestaltete das Duo eine Auswahl an Antikriegsliedern: Unter „Juchhe, Juchhe“ marschiert man anfangs noch „im grünen Mai“ – bis am Schluss nur noch die Gebeine einen schauerlichen Totentanz zelebrieren.

Bleibt die Frage, was das alles miteinander zu tun hat. Muss es gar nicht, aber im Programmheft wird eine abenteuerliche These angeboten, wonach das „Zigeunerhafte“ die drei Werkgruppen verbinde. Schumanns Loreley als Zigeunerin, das ist schon gewagt, wird aber noch überboten, indem Mahlers Außenseitertum als Variante des Zigeunerisch-Heimatlosen gedeutet wird. Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, und nicht alles, was an den Haaren herbeigezogen ist, ist ein Programm.   hd

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2012)

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10 Kommentare
Gast: Sachs
10.08.2012 00:23
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Sagt mal was soll

denn der Müll in den 8 von 9 Postings, die zur Zeit hier stehen? Demnach wie lange es dauert bis Postings den Weg bis hierher schaffen, war ich überzeugt, die Redaktion liest mit. Aber wie kommt dann solcher Schwachsinn hierher?

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ein tolles konzert! danke!!!!


Gast: geh anders
07.08.2012 08:31
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macht

es können aber andere an die macht kommen.

Gast: geh anders
07.08.2012 08:30
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MASSEN

dann ist das nicht politisch nun, wer eben politisch handeln darf, schon, aber eben nicht DAS, sondern ihr öffentliches, offizielles handeln für die massen.

Gast: geh anders
07.08.2012 08:28
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EIN BREI

ein brei journalisten, künstler, politiker, ... etc. bis hin zum lehrer, anwalt, putzfrau

Gast: geh anders
07.08.2012 08:26
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ZUMUTUNG

dieses land fordert von mir, mir das gefallen zu lassen?

Gast: geh anders
07.08.2012 08:24
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glanz und elite

versus inkompetente vollidioten? wo bleibt da die gerechtigkeit? nun, gesetze, etc. scheinen deren errungenschaft zu sein. super.

Gast: geh anders
07.08.2012 08:24
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glanz und elite

versus inkompetente vollidioten? wo bleibt da die gerechtigkeit? nun, gesetze, etc. scheinen deren errungenschaft zu sein. super.

Gast: geh anders
07.08.2012 08:22
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alle anderen blöd?

das ödet mich an, mich von solchen irren beherrschen lassen zu müssen. ich habe mehr würde verdient, und ich möchte die gleichwertigkeit fühlen bis in die letzte faser. so geht das sicher nicht wie die meinen.

Gast: geh anders
07.08.2012 08:21
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und dann noch selber den mund nicht halten, weil er nicht anders kann

ich sehe nicht ein, dass künstler und politiker in ihrer emotionalität mehr schutz und rechte genießen als andere. sie machen, was sie möchten, und sie schauen zu, dass sie nicht mehr kontrolliert werden können in ihrem machtstreben. auch, wenn es um "demokratie" geht. für mich ist das längst keine mehr, wenn nur die gleichen schalten und walten über die welt.

Sinkothek