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Grafenegg: London Philharmonic in Molltönen

31.08.2012 | 18:31 |   (Die Presse)

Das britische Orchester setzte mit dem Dvořák-Cellokonzert und der Fünften Tschaikowsky auf große Romantik.

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Prominente englische Orchester beim Musikfestival in Grafenegg: In der kommenden Woche kommt das London Symphony Orchestra unter Michael Tilson Thomas mit Beethoven und Mahler, am Donnerstag war das London Philharmonic Orchestra im Wolkenturm zu Gast. Vor 80 Jahren wurde es vom bedeutenden britischen Dirigenten Sir Thomas Beecham gegründet, Dirigentenpersönlichkeiten wie Boult, Haitink, Solti, Tennstedt, Masur haben es geprägt. Seit 2007 ist der einer russischen Dirigentenfamilie entstammende, seinerzeit als möglicher Chefdirigent der Wiener Symphoniker gehandelte Vladimir Jurowski sein Musikdirektor.

Dass sich ein in Moskau geborener und ausgebildeter Dirigent auf Tschaikowsky versteht, war vorherzusehen: Jurowski brachte dessen fünfte Symphonie mit klaren Konturen, gut aufeinander abgestimmten Tempi und viel Gespür für agogische Rückungen. Nur mit der Streicher-Bläser-Balance klappte es nicht immer: Vor allem den Bläsern fehlte Flexibilität. Natürlich ließen sich Dirigent und Orchester auch die virtuosen Möglichkeiten des Finalsatzes dieser e-Moll-Symphonie nicht entgehen. Doch man hätte sich von den Streichern mehr klangliche Eigenpersönlichkeit, von den Bläsern – namentlich im Blech – höherer Sicherheit erwartet.

Das gilt auch für Dvořáks e-Moll-Cellokonzert: Verglichen mit seinem Engagement bei Tschaikowsky schien Jurowski zudem daran wenig interessiert. Er beschränkte sich auf kaum mehr als akkurate Begleitung des Solisten. Und auch der norwegische Cellovirtuose Truls Mørk nutzte beileibe nicht alle Möglichkeiten, die dieses so heikle wie populäre Konzert bietet, brachte seinen Part nur grundsolide. dob

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)

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2 Kommentare
Gast: Nachleser
02.09.2012 21:44
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Auch Aufdecker kann irren

Lutoslawski toll unter Rattle in Salzburg, Gergiev toll in Wien bei Strawinsky und in Salzburg bei Prokofjew (beides in der Presse zu lesen): Das soll Bashing sein? Was soll zum Grafenegger Tschaikowsky aufgedeckt werden? Es steht genau so, wie es Aufdecker will. Und dass es sich bei e- statt h-Moll um einen Übermittlungsfehler handeln muss, kann sich jeder denken, der sich nur einigermaßen im Journalismus auskennt. Dazu bedarf es nicht niveauloser Untergriffe.

Gast: aufdecker
02.09.2012 15:00
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falsch,fälscher...........dobner!!

obwohl der Komparativ nicht wirklich schön ist; nirgendwo passt er besser als bei Herrn D.

Vielleicht sagt ihm mal wer (SIN vielleicht?), dass das Konzert in h-moll geschrieben ist?

Außerdem dürfte er im falschen Konzert gewesen sein; gerade das Cellokonzert war (sowohl vom Solisten als auch vom Orchester/Dirigent) eine Sternstunde. Bei der e-moll Symphonie des Russen (da hätte die Tonart gestimmt!) haben trotz der hervorragenden Qualität einige Sachen gefehlt.

Also bitte nächstes Mal bei so grundlegenden Sachen ordentlich querlesen als das langweilige Gergiev/Rattle-Bashing zu perpetuieren.

Sinkothek