22.05.2013 02:11 Merkliste 0

Start im Musikverein: Jubel für Abbado und Pollini

17.09.2012 | 16:51 |  von Walter Dobner (Die Presse)

Der Abend des Lucerne Festival Orchestra wurde im Musikverein gefeiert. Dirigent Abbado wählte die „Wiener Fassung“ der Ersten Bruckner. Sicher folgten die Lucerner den Intentionen Abbados.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Dass sich Bruckner-Symphonien und Mozart-Klavierkonzerte gut kombinieren lassen, haben erst vergangene Saison Daniel Barenboim und seine Staatskapelle Berlin im Musikverein bewiesen. Eine kluge Idee, die neue Saison – eine Jubiläumsspielzeit, denn die Gesellschaft der Musikfreunde feiert ihr 200-jähriges Bestehen – mit einem solchen Programm, wenn auch mit sehr anderen Interpreten, fortzusetzen.

Das Lucerne Festival Orchestra, 2003 gegründet, hat sich schnell einen festen Platz im internationalen Musikgeschehen erobert, vor allem durch eindringliche Mahler-Aufführungen von sich reden gemacht. Dass es sich nicht allein auf diesen Komponisten versteht, bewies es im Goldenen Saal mit Bruckners erster Symphonie.

Bruckners „keckes Beserl“

Eine Überraschung: Abbado, sonst auf deren erste Version, die „Linzer Fassung“, eingeschworen, wählte diesmal ihre Zweitversion, die „Wiener Fassung“. Das „kecke Beserl“, wie Bruckner seine c-Moll-Symphonie genannt hat, ist sie auch in dieser Gestalt. In ihrer eigenwilligen Rhythmik, in ihrer spezifischen Themengestaltung ist sie ein ideales Werk für Dirigenten, die sich nicht nur am – im weitesten Sinn – Schönklang eines Stücks entzünden, sondern sich in ihrer Deutung mit der Struktur befassen, Brüche herausarbeiten. Das hat Abbado seit jeher bei seinen Interpretationen von Bruckners Erster getan. Auch diesmal betonte er – bei allem Streben nach Schlankheit und Durchsichtigkeit – besonders die weit geschwungene innere Dramatik der Symphonie, die aus dem Orgelklang entwickelte blockhafte Gegenüberstellung der Instrumentengruppen, lenkte den Blick auf die für Bruckner typische Montagetechnik. Die Tempi entwickelte er ideal aus dem melodischen Fluss, zeigte sein Gespür für Übergänge, dynamische Schattierungen und auch – nicht erst im auftrumpfenden Finalsatz – für entsprechende Effekte.

Sicher folgten die Lucerner den Intentionen Abbados, beeindruckten durch Flexibilität, Prägnanz und Virtuosität bei den Bläsern, mehr durch Präzision als durch differenzierte Klanglichkeit bei den vom Konzertmeister der Camerata Salzburg, Gregory Ahss, angeführten Streichern.

Mozarts einziges G-Dur-Klavierkonzert (KV 453) hat Maurizio Pollini vor Jahren vom Pult aus mit den Wiener Philharmonikern im Musikverein aufgeführt: diskreter im Ton und verinnerlichter als Abbado jetzt. Dafür formulierte dieser den Orchesterpart ungleich vitaler als damals Pollini. In der Grundtendenz ist dieser italienische Meisterpianist seinem Mozartstil treu geblieben, er bestach durch Grandezza und schnörkellose Klarheit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

7 Kommentare
Gast: geh anders
19.09.2012 12:39
0 0

!

schöner könnte es nicht sein. ein gesteck vom floristen. meint der beschenkte. nun, das enthält keine subjektive aussage. wird seinen grund haben. muss nicht überheblich gemeint sein. hats mir gefallen? welch frage. wie ich mir vorkomme bei solchen kreaturen.

Gast: geh anders
19.09.2012 12:14
0 0

!

vielleicht ist das die aussage der offenbarung. beinah unschuldig kommt das böse. zieht es ein. hoffentlich nicht in person. ??? ich möchte nicht der judas sein.

Gast: geh anders
19.09.2012 12:13
0 0

!

die banalität des bösen ist sehr präsent und unscheinbar oft im alltag. unscheinbar dargestellt und präsentiert. wenig offiziell.

Gast: geh anders
19.09.2012 12:11
0 0

!

eine gewisse art seine bahn zu rennen gehört eingedämmt. nicht immer meine.

Gast: geh anders
19.09.2012 12:11
0 0

!

und in der psychiatrie u.a. hat man das böse ganz banal. meine ich.

Gast: geh anders
19.09.2012 12:10
0 0

!

diese kommunikation eines gulda ist schädlich, weil der hängt sich mit seiner präpotenz überall an. das ist nicht immer passend.

Gast: geh anders
19.09.2012 12:10
0 0

!

ich habe mit gulda überhaupt nichts zu tun. JEDER hat seine BAHN. das ist einstellungssache. nicht alles gehört jedem!

Sinkothek