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Deborah Polaski singt noch einmal Strauss' „Elektra"

21.09.2012 | 20:29 |   (DiePresse.com)

Die große Hochdramatische nimmt Abschied von einer Paraderolle. demnächst wird sie Klytämnestra sein. Wie so oft, ist das Staatsopernorchester der eigentliche Star.

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Gewiss, es tönt nicht mehr alles so gewaltig, so machtvoll wie gewohnt, aber Deborah Polaski, viele Jahre lang die begehrteste Hochdramatische, will noch einmal der griechische Racheengel sein - und sie schafft viele Szenen noch mit der gewohnten dramatischen Intensität. Vor allem der mehrheitlich geflüsterte zweite Dialog mit Schwester Chrysothemis wird zum packenden Ereignis; auch Angela Denoke hat ihre stärksten Momente nicht in den lichten Höhenflügen, zu denen der Komponist seine Frauengestalten animieren möchte.

Agnes Baltsa als bewährte, zwischen hoheitsvoller Geste und Hysterie taumelnde Mutterfigur ergänzt das Terzett, Ain Anger tönt wunderbar weich und seelenvoll als Orest, Norbert Ernst ist ein rechtschaffen geifernder Ägisth. Die kleinen Partien sind liebevoll studiert und exzellent besetzt - den Dialog der Mägde führt Ulrike Helzel wortdeutlich und stimmschön an.

Wie so oft, ist das Staatsopernorchester der eigentliche Star. Wie sich die Hundertschaft von Simone Young zu ekstatischen, oft wirklich von dionysischem Schwung getragen Steigerungen anfeuern lässt, im nächsten Augenblick aber fast zerbrechlich zarte Streicherkammermusik macht, das ist ein Ereignis. Wenn der sophokleische Furor den einen oder anderen Gesangston unhörbar macht - der Gesamtwirkung tut das keinen Abbruch.

Dass sich die Intendanten demnächst unter den jüngeren Interpreten um die neue „Elektra"-Besetzung umsehen müssen, ist kein Geheimnis. Es gibt in der Regel für jede Generation nur eine von echtem Weltformat. Die nächste Klytämnestra könnte aber Deborah Polaski heißen . . . sin
„Elektra": 23. und 26. September

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