Edita Gruberová, Agnes Baltsa, Elīna Garanča: Es kann einen schon die Ehrfurcht packen, wenn man liest, wer in der Staatsopern-Produktion von Rossinis „Barbier“ schon die Rosina gesungen hat. Am Samstag trat in der erst 380. Vorstellung Tara Erraught bei ihrem Hausdebüt in diese Fußstapfen – und die junge Irin hat sich unter dem Dirigat von Jean-Christophe Spinosi tüchtig geschlagen: Von Befangenheit war wenig zu merken, das muntere Energiebündel fühlte sich in der Rolle sichtlich wohl. Ihren Mezzo führte sie sicher durch die Partie, die Koloraturen, die sie sang, gelangen.
Zwischen Wolfgang Bankls polterndem Bartolo mit seinem autoritären Bass und Adrian Eröds verschmitztem Figaro, der wie gewohnt die Szene unter Kontrolle hatte, kann man freilich unbeschwert aufspielen.
Eröd ließt sich nach der Pause allerdings wegen „plötzlicher Indisposition“ ansagen, kämpfte sich aber in einem Ausweis von Professionalität ohne mit der Wimper zu zucken bis zum Ende durch. Dabei zwang ihn das Libretto sogar davon zu singen, dass es ihm die Sprache verschlage. So grausam kann Oper sein. hd
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)

Richard WagnerDas umstrittene Genie und seine großen Opern
''The Great Gatsby''Vom Scheitern eines Spektakels
Inge Morath''Menschen'' in der Galerie Leica
Ballett im BerghainKlassischer Tanz erobert den besten Club Berlins