Tablet statt Notenblätter für Brüsseler Philharmoniker

09.11.2012 | 10:00 |   (DiePresse.com)

25.000 Euro gab das Orchester bis dato für gedruckte Notenblätter aus. Damit ist nun Schluss: Die Musiker stellen von Papier auf Digital um.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Der Test war erfolgreich: Die Brüsseler Philharmoniker spielten unter Leitung des Franzosen Michel Tabachnik den "Bolero" von Maurice Ravel und Stücke von Richard Wagner - und lasen dabei die Noten vom Tablet ab. Mit dem Probelauf seien alle zufrieden gewesen - sowohl Musiker als auch Zuhörer, betonte Gunther Broucke von der Verwaltung des Orchesters gegenüber der AFP. Ziel ist nun die vollständige Umstellung von Papier auf digitale Noten. Dies solle in den kommenden Jahren geschehen, sagte Broucke. Die klassische Musik müsse sich an die Zeit anpassen.

Seit Jahrhunderten habe sich der Betrieb eines Orchesters so gut wie gar nicht verändert: Die Musiker benutzten gedruckte Partituren, was die Vorbereitung der Konzerte sehr langwierig und komplex mache, führte Broucke aus. Vom Übergang ins digitale Zeitalter versprechen sich die Brüsseler Philharmoniker deutliche Einsparungen. Derzeit geben sie für mehr als 100 Konzerte jährlich rund 25.000 Euro für Noten aus.

(APA/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

11 Kommentare
0 0

copyright?

Die 25000 Euro pro Jahr sind wohl hps wegen des Copyright für solches Orchestermaterial fällig und nicht die Kosten für Photokopien (obwohl pro Jahr so wenig kann nur daran liegen das dieses Orchester wenige Konzerte gibt und wenig Neues aufs Programm setzt). Meist steht auf Noten deutlich drauf kopieren verboten. Wie ist denn das Copyright in so einem Fall einer Digital-Version? Stellt das der Verlag zur Verfügung? Oder sind das Raubkopien? Mag ja für das alte Klassikmaterial kein Problem sein, aber wie ist das mit Moderne?

ein gefundenes Fressen

für die Kreativen von Anonymous

Geigen spielen Mozart
Trompeten Bach
Schlagzeug Beatles
der Rest irgendwas

selbstverständlich Live und in Farbe
hahahaha

Welches Format ?

Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es heute noch keine Tablets mit einer Bildschirmdiagonale von 15" und es ist daher nicht möglich A4-Seiten (z.B. von einem pdf) vollständig und ohne Verkleinerung auf einem Tablet darzustellen. Notenblätter sind noch größer als A4. Haben sich die Musiker damit einverstanden erklärt, mit kleineren Format als bisher gewohnt zu arbeiten ?

Re: Welches Format ?

Ich habe kürzlich einen Bericht über eine (ich glaube österreichische) app gesehen, die Noten am iPad nicht als komplettes Notenblatt darstellt sondern quasi als Laufschrift.
damit können die Noten dann eben entsprechend vergrößert dargestellt werden.

Re: Re: Welches Format ?

Danke !

Bin ja kein Insider

Aber die Blaetter sind doch meistens schon ewig alt und fallen nicht mehr unter das Copyright. Einen Fotokopierer kann sich das Orchester ja hoffentlich noch leisten.

1 1

Keine gute Idee

Ich halte das für keine gute Idee. Was ist wenn während eines Konzerts ein Tablet abstürzt oder sonstwie spinnt? Das passiert zwar extrem selten, aber wenn es passiert ist das wohl sehr unlustig.

Re: Keine gute Idee

dann kann man man ein ersatztablet zum konzertmeister stellen, das neben der ersatzgeige hängt und im falle des falles schnell herumgereicht wird

0 1

Re: Keine gute Idee

Sie finden auch immer was, was passieren könnte, warum so ängstlich?
Es könnte auch das Licht im Konzertsaal ausfallen. Es könnte, es könnte ...
Dann muss man sich halt anstrengen, dass es nicht passiert!

0 0

Re: Re: Keine gute Idee

Nein überhaupt nicht ängstlich. Aber es ist einfach nicht professionell. Man muss alle Eventualitäten ausschalten, die ein Problem sein könnten. Es ist also nicht klug, Tablets zu verwenden. Jedenfalls nicht während einer Aufführung.

Es wird wohl auch ein Notlicht geben, falls das Licht ausfällt. In dem FAll wären das halt dann Notenblätter auf Papier. Wenn man die hat, kann man sie aber gleich verwenden.

Für die Vorbereitung ist ein Tablet sicherlich perfekt, weil dann Änderungen sofort möglich sind etc. Aber eben nicht für die Aufführung.

Es ist sowieso auch besser, weil die Darstellung viel besser als auf Papier ist.

Wenn man nur die Endversionen drucken ließe dann würde das schon erheblich weniger kosten. Dass es bei einem Konzert funktioniert hat, sagt ja nur, dass die Musiker damit zurechtkommen, aber noch nicht, was sie tun wenn es einen Ausfall gibt. Evtl. macht sich jemand den üblen Scherz und hackt die Geräte während eines Konzerts.

0 0

Re: Re: Re: Keine gute Idee

Noten können auch runterfallen.

Sinkothek

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden