Salzburg: Welser-Möst legt Operndirigate zurück

09.12.2012 | 09:43 |   (DiePresse.com)

Der Dirigent beendet überraschend sein Engagement bei den Salzburger Festspielen. Seine Entscheidung begründet Welser-Möst mit Aufführungskonditionen, "die meiner Meinung nach so nicht machbar sind".

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Der Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Franz Welser-Möst, hat alle Operndirigate in Salzburg zurückgelegt. Das bestätigte der Dirigent gegenüber der ZiB1 des ORF am Samstagabend. "Ich habe vor zwei Tagen die Führung der Salzburger Festspiele gebeten, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass ich den Da-Ponte-Zyklus niederlege, dass ich aus dem aussteige, und zwar weil ich aus dem gedruckten Programm erfahren habe, dass es Aufführungskonditionen gibt, die meiner Meinung nach so nicht machbar sind", sagte er. Welser-Möst hätte ab 2013 alle drei Da-Ponte-Opern von Mozart für die Festspiele dirigieren sollen.

Musikalisch nicht machbar

Welser-Möst beklagte gegenüber dem ORF kurze Abstände zwischen den Aufführungen. "Wenn man drei Vorstellungen von Cosi (fan tutte, Anm.) innerhalb von weniger als fünf Tagen ansetzt, ist das einfach musikalisch für die Sänger nicht machbar." Eine Stellungnahme von Festspielintendant Alexander Pereira war vorerst nicht zu erhalten, weil Pereira im Ausland weilt.

Keine Oper zu Mittag

In der Zeitschrift "News" vom Donnerstag antwortete Welser-Möst auf die Frage, ob im Salzburger Mozart-Zyklus eine Vorstellung um elf Uhr vormittags angesetzt sei: "Das kann ich mir nicht vorstellen, es war mit mir auch nicht abgesprochen. Das wäre ja einzigartig, inakzeptabel für die Sänger, die dann um drei Uhr früh aufstehen müssten, um stimmlich entsprechend vorbereitet zu sein." Nach einem Blick ins Programm erklärte er: "Ich werde sicher um elf Uhr keine Oper dirigieren."

 

 

(APA)

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30 Kommentare
 
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Hmmmm...

...blau-braune, bierbenebelte Deutschköpfe äußer(l)n sich zu Kulturthemen! Geht's noch paradoxer? Bis jetzt, 17:37 Uhr, zeugt JEDES Posting von brüllender, geistiger Impotenz. Sogar die von Deutschköpfinnen verfassten!

Re: Hmmmm...


Wo sind da blau-braune bierbenebelte Deutschköpfe ?
Völlig besoffen, anscheinend von Rotwein, der Herr Adam.
Beginnendes Delirium tremens ?

Re: Hmmmm...

ganz verwundert mich, was Sie hier treiben?
Über Ihre Brillianz in Opernfragen ist mir nichts bekannt.

Re: Hmmmm...

und ein paar Orthographiestunden würden auch nicht schaden....

Re: Hmmmm...

Wie recht Sie haben! Die Poster sollen zu unseren Schifahrern, zum Wetter, zum Fußball, zur Eisbaronin usw. ihre Kommentare abgeben, zu kulturellen Angelegenheiten, von denen sie keine Ahnung haben, sollten sie sich lieber nicht äussern.

Ramsch...der da ponte zyklus war schon in zürich mässig

was wäre regisseur und dirgenten denn neues dazu eingefallen?
der zickenkrieg pereira - wemö geht also von der limmat an der salzach weiter?

hätte sich österreich auch sparen können.

ob perreira jetzt doch nach mailand geht?

Re: Ramsch...der da ponte zyklus war schon in zürich mässig

Den Da-Ponte-Zyklus als "da ponte zyklus" zu bezeichnen ist schon einigermaßen krank.

Re: Re: Ramsch...der da ponte zyklus war schon in zürich mässig

na, geh..

Unfähig

Völlig verrückt der Pereira :

Falstaff am 3.8./4.8./6.8/7.8.

Wer soll das singen ?

Re: Unfähig

Schreibtischattentäter wie überall!

Ob des Senf

Endlich noch einer, der seine Verantwortung gegenüber dem Publikum und seinen Mitarbeitern und natüprlich der Kusnt wahrnimmt.

Gratulation Herr Welser - Möst.

Es stirbt nicht die Hoffnung, dass auch in der Opernwelt wieder Niveau einkehrt.

das ist hart, fast nicht auszuhalten.

Ohne diese Dirigate werden wir verkümmern. Komisch nur, wieso sagen die Sänger nichts ?

Re: das ist hart, fast nicht auszuhalten.

Dazu bräuchte es Persönlichkeiten und nicht schlicht Sänger. Oder glauben Sie Kaliber wie Varnay, Callas, Simionato, Schwarzkopf und die männlichen 'Gegenstücke' würden so einen Zirkus, inkl. Regietollheiten mitgemacht haben?

Re: Re: das ist hart, fast nicht auszuhalten.

Daß sich der Opernbetrieb seit damals grundlegend verändert hat ist eine (notwendige) Tatsache.
Pathologische Egomanenregisseure wie z.B. Neuenfels gab es damals nicht, Karajan und Schenk sind aber auf eine andere Art genauso schmerzhaft und nervend gewesen.
Welser - Möst und Pereira, wer weiß was da in Zürich passiert ist und jetzt erst ausgetragen wird?



'Schmerzhaft enervierend?'

Karajan verdanken wir DEN Jahrhundertring (nicht Cherreau!) denn er schuf eine Einheit von Bühne und NEUER Musikdeutung, von welcher andere nur träumen können. Die 'Jenufa' von Schenk in der Wiener Staatsoper war die wohl beeindruckendste Realisation dieses Werkes und im Gegensatz zu anderen 'Versuchen' ein großer Publikums- UND Kritikererfolg! Welser-Mösts Ablehnung der 'Fließbandproduktion' ist zu begrüßen, heraus käme Musical-Routine mit 9 Vorstellungen die Woche.

Re: Re: Re: das ist hart, fast nicht auszuhalten.

Sie tun grad so, als als hätten Sie eine Ahnung.
Der Betrieb hat sich geändert, und lt Ihnen zum Besten.
Ich frage mich, warum sie die 200 Jahre alten Stückerln so verhunzt sehen wollen.
Agieren Sie dafür, dass wir in Österreich wieder anständige Komponisten haben. Dort ist dann Raum für Schmähführer.

Hier haben wir es mit jemandem zu tun,

der die 'Mona Lisa' nur von Warhol bearbeitet, Thomas Mann nur von Jellinek umgeschrieben ertragen kann;-) Meiner Meinung nach kann man Kunst nur und ausschließlich aus der Epoche, in welcher sie entstand, verstehen denn Verismo, Barock, Renaissance haben ihren Stil aus dem Umfeld entwickelt und Oper endet mit Beginn des 20.Jh. Alles, was später kommt sind Versuche, welche sich einfach nicht halten können, selbst wenn es spektakuläre Uraufführungen gibt.

Re: Hier haben wir es mit jemandem zu tun,

Gerne bin ich Ihrer Meinung.
Es gibt doch einige Stückeln zu Beginn d. 20 Jhdts, die durchaus der traditionellen Oper entsprechen.
Ich sehe das Problem nocht etwas difizieler. Das "Publikum" will unterhalten werden. Unterhaltungs-Standards werden geprägt durch die Zeit. Und die Darsteller. Und das Kulturverständnis an sich (eine Bildungsfrage). Karl Böhm hatte bei Paganini gelernt, der bei .... und die Kette ist nahtlos, etc. Der Diskurs zwischen Böhm und Karajan war, obwohl sehr hart geführt, aufgrund des gemeinsamen Ziels - der Liebe zur Musik und des Strebens nach Perfektion geprägt. Es waren keine Nostalgiker, als die sie dargestellt werden, sondern einfach Musiker. Warum Österreich verabsäumt, weitere solche Darsteller, beiderseits der Rampe, zu fördern ist mir schleierhaft, obwohl ich die offiziellen Verantwortlichen soweit kenne.
Als Marketing Mann kann ich es nur mit dem "Import-Problem" in Zusammenhang sehen. Wir "müssen nicht mehr arbeiten" wir importieren auch die "Künstler" und lassen die arbeiten. (Teil dieser Strategie dürfte der vorige Opernchef gewesen sein.)

Re: Re: Hier haben wir es mit jemandem zu tun,

Aber sicher gibt es Werke, welche bemerkenswert sind, siehe z.B. Reimanns 'Medea' letztens. Aber ist das etwas, weswegen man in die Oper geht? Anfang 20.Jh. hörte das mit Bartok und Berg auf, schon v.Einems 'alte Dame' hängt an einem 'Star', ohne den gehts nicht. Eine 'Traviata' oder 'Lucia' geht mit ambitionierten, nicht ganz so großartigen Protagonisten immer noch und bei einer guten Besetzung und miesen Inszene kauft man sich halt einen billigen Platz;-)

Re: das ist hart, fast nicht auszuhalten.

? ? ?

na das wird uns aber hart treffen

wenn der nicht auftritt.

da wird dann geld gespart und ausserdem müsste der ja bei solchen absagen pönale zahlen.

aber der kommt wahrscheinlich doch, braucht halt wieder einmal ein bischen aufmerksamkeit.

Re: na das wird uns aber hart treffen

Wenn Sie hier so schwache Anteilnahme an ihren Postings haben, warum versuchen Sie nicht auf Fazebuk zu bleiben?

Re: Re: na das wird uns aber hart treffen

sie sollten einmal lernen wie man das schreibt!
daher sie sollten zu hause bleiben in ihrer.....

Re: Re: Re: na das wird uns aber hart treffen

700 Mio Fliegen fressen Kuh Schei***, deshalb muss ich es nch lange nicht tun

Dessen Terminkalender

ist wahrscheinlich so übervoll, das ihn ein wenig 'Luft' freut.

schreker

Also, Welser-Möst hat einerseits völlig recht, andererseits ist seine Nicht-Mitwirkung jedenfalls ein künstlerischer Gewinn für Salzburg. Klassische win-win-Situation!

 
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Sinkothek

Meinung

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