Freuden sonder Zahl mit Angelika Kirchschlager

17.12.2012 | 16:31 |  Von Walter Dobner (Die Presse)

Die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und ihr Pianist Robert Lehrbaumer beim Finale ihrer Liederreise im Wiener Konzerthaus mit klassischen Lieder von Schubert, Brahms oder Mahler.

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Am Schluss gab es noch zwei Zugaben: Schumanns „Widmung“ und „Guten Abend, gute Nacht“ von Brahms. Dabei hatte Angelika Kirchschlager als offiziellen Schlusspunkt dieses Recitals im Konzerthaus Mahlers Wunderhorn-Vertonung „Aus! Aus!“ gewählt. Aber es war ja auch kein üblicher Liederabend, sondern die letzte Station einer Liederreise, die die prominente Mezzosopranistin und ihren Begleiter, Robert Lehrbaumer, im Juni zu zwölf Konzerten in Österreich und Südtirol geführt hatte. Ausdrücklich in Orte abseits der üblichen Musikzentren und zu Menschen, die aus sozialen Gründen kaum je bei solchen Auftritten dabei sein können.

Forelle, Erlkönig, Lindenbaum

Dafür ausgesucht hatte man klassische Lieder von Schubert, Brahms oder Mahler, von denen einige längst so populär sind, dass sie beinahe Volksliedstatus haben – wie „Die Forelle“, „Der Lindenbaum“, „Erlkönig“, „Seligkeit“, „Da unten im Tale“ oder „Rheinlegendchen“. All das gab es auch beim Schlusskonzert, das im Konzerthaus stattfand, weil die Konzerthausgesellschaft wesentlichen Anteil an dieser Tournee hatte, von der mittlerweile ein Buch und eine CD erschienen sind.

Wie sehr sich dabei die beiden Interpreten in die Herzen der Zuhörer gesungen und gespielt haben, merkte man schon daran, dass einige Besucher früherer Konzerte auch den Weg nach Wien gefunden hatten und ihre Begeisterung damit zeigten, dass sie nach jedem der Lieder, aber auch der Solostücke – Lehrbaumer gab drei Brahms-Walzer und Schuberts As-Dur-Impromptu D 899/4 – herzlich Beifall spendeten. Dieser galt nicht allein der nachahmenswerten Initiative, sondern auch den hochkarätigen Darbietungen, die einmal mehr die differenzierte Gestaltungskraft Angelika Kirchschlagers in meist bestem Licht erscheinen ließen.

Wie heißt es doch in Schuberts Lied „Seligkeit“: „Freuden sonder Zahl.“ Besser lässt sich auch dieser Abend nicht beschreiben – für das enthusiasmierte Publikum ebenso wie für die am Ende sichtlich gerührten Künstler.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2012)

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