„Idomeneo“: Tragik ohne Seele

Die Neuproduktion von Mozarts Dramma per Musica unter Alexander Soddy am Klagenfurter Stadttheater hinterlässt überaus zwiespältige Eindrücke.

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(C) Aljosa Rebolj/ Oper Klagenfurt

Mit Spannung sah man nicht nur am Klagenfurter Stadttheater dem ersten Auftreten des designierten britischen Chefdirigenten Alexander Soddy entgegen – und konnte das aufregendste und zugleich zwiespältigste (Mozart-)Dirigat seit langen Jahren an diesem Haus erleben. Soddy hat akribisch geprobt, fächert den immensen Reichtum von Mozarts rhetorischem Kosmos kundig auf, erzielt in den Chorszenen erschütternde Wirkungen, baut beeindruckende Spannungscrescendi auf und scheut gottlob nicht vor überlegten Kürzungen der gewählten Münchner Fassung zurück. Wohl deshalb wachsen Chor und Extrachor über sich hinaus, ohne jemals zu schleppen oder zu retardieren, vermögen die Sänger und Sängerinnen eindrucksvoll zu verdeutlichen, welch fatalistisch-tragischer Sog von einem griechischen Tragödienchor selbst in der Oper auszugehen vermag.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2013)

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