Brucknerorchester brachte schöne neue Musik nach Wien

21.02.2013 | 18:33 |   (Die Presse)

In Linz kamen Kurt Schwertsiks "Nachtmusiken" zur österreichischen Erstaufführung. Jetzt erklangen sie in Wien.

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Gut Ding braucht manchmal Weile. Novitäten aus der Feder von Kurt Schwertsik sollte man in seiner Heimatstadt aber prinzipiell mit offenen Armen empfangen, auch wenn sie ihre Uraufführung anderswo erlebt haben. Über die Premiere der „Nachtmusiken“ op. 104 hat „Die Presse“ seinerzeit berichtet. Aus England ist das Stück schon 2010 nach Linz vorgedrungen – und das Brucknerorchester mit seinem Chefdirigenten, Dennis Russell Davies, ließ es sich nicht nehmen, auch die Wiener Premiere zu spielen.

Im Musikvereins-Gastspiel der Oberösterreicher gab es zwischen dem Adagio aus Bruckners Streichquintett und Mahlers „Lied von der Erde“ – mit dem heldischen, also vor allem im „Trinklied vom Jammer der Erde“ alle dramatischen Aufwallungen kraftvoll übertönenden Stephen Gould und der vor allem in den tiefen Lagen sehr ausdrucksstarken Lisa Larsson – die traurig-schönen Nocturnes, in deren Zentrum ein Klagelied auf den weitblickenden Verleger David Drew steht.

Der Zyklus hebt an mit einer Hommage an Leoš Janáček – von einem wirklich dessen musikalischer Rhetorik abgelauschten, bohrenden Motiv beherrscht, das aus der Solobratsche, alle an- und abschwellenden Klangwogen durchschiffend, bis ins abschließende Paukenfortissimo steuert. Ein wienerisches Abschiedslied findet sich auch, vom Akkordeon intoniert. Durch die behutsam wehenden Klangschleier schimmert ein Walzerrhythmus, der gar nicht gespielt wird. Ein Vexierspiel treibt der Komponist mit uns, mit der wienerischen Musiziertradition und mit erlesenen Bruchstücken aus der Erbmasse der längst zerborstenen „Moderne“.

Der Zufall will es, dass Schwertsiks „Nachtmusiken“ in wenigen Wochen noch einmal in Wien erklingen werden, interpretiert vom Uraufführungsdirigenten, Heinz Karl Gruber – mit dessen BBC Philharmonic. Nichts wie hin. sin

BBC Philharmonic unter HK Gruber: Konzerthaus, 18. März (19.30)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2013)

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3 Kommentare

Schöne neue Musik ...

In den 80er-Jahren gab es eine skurille Vereinigung, die für ihre Konzerte mit "schöner neuer Musik" warb. Gespielt wurden völlig unbedeutende Komponisten, deren einzige Qualifikation darin bestand, tonal zu schreiben. Der Verdacht war nicht unbegründet, diesen sonderbaren Verein als eine Art "österreichischen Kampfbund für geartete Musik" zu interpretieren. Dass "Schöne neue Musik", einst ideologischer Begriff reaktionärer Spinner, nun ganz offiziell wieder auftaucht, sollte alarmieren. Es ist zu hoffen, dass Schwertsik dagegen protestiert, wenn seine Musik mit diesem Etikett versehen werden - wie einst Bartók protestierte, dass seine Werke nicht auf den Index des Deutschen Reichs gesetzt wurden.

Hr.Sinkowitz, SIE WAREN NICHT EINMAL DORT und wissen nicht einmal WIE die Sängerin mit Namen heisst, die heisst ANNA LARSSON und nicht Lisa Larsson!!! Wären Sie überhaupt dort in dem Konzert gewesen, dann hätten Sie auch die Booooh-Rufe für den Schwertsik und seine tolle "Musik" gehört!!!


Re: Hr.Sinkowitz, SIE WAREN NICHT EINMAL DORT und wissen nicht einmal WIE die Sängerin mit Namen heisst, die heisst ANNA LARSSON und nicht Lisa Larsson!!! Wären Sie überhaupt dort in dem Konzert gewesen, dann hätten Sie auch die Booooh-Rufe für den Schwertsik und seine tolle "Musik" gehört!!!

Und Sie wissen nicht einmal, wie man Buh schreibt. Waren Sie dort? Offenbar nicht, sonst hätten Sie die Schönheit von Schwertsiks Musik vielleicht erkannt.



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